Anfang Februar bis Mitte MĂ€rz 2019
Die Produktion einer weiteren Produktion
Jetzt feiert auch die Mutter ihren 75. Geburtstag und zu ihrem Fest will ich eine Produktion vorbereiten. Der Vater schickt mir einen Umschlag mit Fotos, eingeschrieben, damit nichts verloren geht. Bei der Zustellung durch Die Post bin ich nicht zu Hause, ein Abholzettel wird hinterlegt und zeitgleich eine Nachricht per Mail verschickt, die mir mitteilt, dass jetzt ein Abholzettel in meinem Briefkasten liege, ich aber auf der Poststelle auch einfach diese elektronische Nachricht vorzeigen könne, was mich freut, weil ich so den Umschlag direkt nach der Arbeit abholen kann. Das funktioniert zwar zunĂ€chst nicht, weil meine Poststelle keine Poststelle mehr ist, sondern eine âFiliale mit Partnerâ, das heisst eine Theke in einem Supermarkt, wo die VerkĂ€uferinnen sich mit PostgeschĂ€ften, die etwas anderes sind als Zalando-Retouren, nicht so gut auskennen.
Ich scanne die Fotos und lasse zudem eine Serie von Dias mit Kinder- und Jugendbildern der Mutter aus dem Nachlass des Grossvaters scannen. Die Produktion soll eine Art Fernsehsendung werden mit Bild-Einblendungen, Live-Interviews und lustigen Werbepausen. Nach und nach stelle ich das Material zusammen; dafĂŒr brauche ich Google-Slides. Ich spiele mit animierten ĂbergĂ€ngen und mache aus geeigneten Bildserien Gif-Dateien. Ich lege einen Kurzlink an, den ich meinen Interview-GĂ€sten zuschicke, damit sie sich in den Ablauf eindenken können. Dank dem Kurzlink kann ich auch dem Vater, der zwischenzeitlich im Spital ist und dann in einer Rehaklinik, bei meinen Besuchen auf seinem iPad zeigen, wie weit ich mit den Vorbereitungen schon bin. Gemeinsam wĂŒhlen wir in seinem Foto-Ordner, aus dem wir geeignete Bilder per Mail von seinem iPad auf mein MacBook verschieben.
FĂŒr die Hauptprobe mit K., der das Ganze musikalisch begleitet, installiere ich die App RemoteMouse auf meinem klugen Telefon. K. spielt Trompete und zeigt mir an, wann ein Bildwechsel ansteht. Mit dem klugen Telefon in der Hand kann ich den Blickkontakt zu ihm besser herstellen als am MacBook manipulierend. Am Festtag selbst funktioniert das mit der RemoteMouse dann zwar nicht, aber ansonsten ist die Produktion ein Erfolg. Ein paar Tage nach dem Fest mache ich aus dem ganzen Material ein kleines Fotobuch, fĂŒr das sich die Mutter spĂ€ter brieflich bedanken wird: âEin Buch schaut man halt viel mehr an als eine digitale PrĂ€sentation.â
(Franziska Nyffenegger)











