1.1
Ich bin ne Pottsau.
Buddhisten, Yogis un Asketen,
die lehrn euch, oppet Heim zu flöten,
lehrn euch, ganz im Selbs zu sein.
Op so nem Weech biss du allein.
Da, wo ich herkomm, gilt dat nich,
hier is dat Fan-Sein erste Pflicht:
Borussia is mein Verein!
Un Meister? Solln se eeewich sein!
Die Geilsten â ganz 'enau wie ich!
Im Pott bin ich nu ma zu Haus.
Hier spricht man offen, grad heraus.
Man is schwatz-gelb, man is blau-weiĂ.
(Ich bin dat Erste!)
Un man scheiĂt
op jene annern Affen runner.
Dat hÀlt den Lokalstolz munner.
Sei et die âStadt bei LĂŒĂŒ'nscheidâ,
sei et den âVorstadtkickerneidâ,
der drĂŒbm da, in Herne-West
alle voll erbleichen lÀsst,
wenn wir ma wieder Meister wern.
Man muss GefĂŒhle nich erklĂ€rn.
Man hat sich in Verachtung gern.
Dat is die Treue, die nie bricht!
So bin ich halt ne Pottsau, ne,
dat is schon klar, muss au so sein.
N höh'ren Rang kannss' nich verleihn,
eim der vonne Ruhr wechkommt.
Da drĂŒbber, ey, da kommt nix mehr,
da drĂŒbber wird dat Herz schnell leer,
vielleicht noch wird den Geldsack voll.
Doch dat is lange nich so doll,
wie so'n Herz am besten Fleck.
So is dat aber hier bei uns,
durch Geld gewinnsse keine Gunst,
durch goldnet Herz un Treue wohl.
Ey, wat annert wÀr au hohl.
So bin au ich un bin verlÀsslich,
bin den TrÀumer vom Revier!
Geborn un oppewachsen: Hier!
Borussia is mein Verein!
Wie könnte dat au annert sein?
© De Görch














