Vita brevis, ars longa
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. Seit ein paar Wochen schwirrt mir dieser Satz bereits im Kopf herum und ich komme mir dabei einfach unglaublich intellektuell vor. Ich fühle mich mehr wie eine Philosophin, als wie eine kleine Möchtegern Schriftstellerin, die auf ihrem Handy Artikel und Kurzgeschichten tippt, weil ihr innerer Schweinehund sie zwingt, sich nicht vom Sofa zu bewegen, um den Laptop zu holen. Der Zusammenhang, in dem dieser Satz für mich das erste Mal gefallen ist, ist ein recht banaler: vor einer Klausur wiederholten wir im Deutschunterricht noch ein Mal die wichtigsten rhetorischen Mittel und kamen dabei auf den Parallelismus zu sprechen. Alleine das Wort finde ich wunderbar: Parallelismus. Dieses Wort beinhaltet eigentlich schon das, was es aussagt -die beiden Ls erinnern mich immer an das Zeichen für parallel aus der Mathematik. Um uns also zu verdeutlichen, was dieses wundervolle Wort für eine Bedeutung in der deutschen Sprache hat, gab uns unsere Lehrerin den besagten Satz -auf Deutsch natürlich, doch der Titel ist auf Latein gewählt da ich mich eben gerne, wie ja bereits erwähnt, wie eine große intelligente Person fühle. Romantisch wäre es, wenn ich jetzt sagen würde, dass sich mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat, nachdem ich diesen Satz gelesen habe. Das ich mir Gedanken mache, wie kurz das Leben ist, wie wichtig es ist, es zu nutzen und dass die Kunst das einzige ist, was wirklich ewig währt, weshalb ich mein Leben von nun an der Kunst widme. Realistisch ist es zu sagen, was dieser Satz wirklich in mir ausgelöst hat: nämlich zunächst gar nichts. Ich habe den Satz hingenommen, wie jeden zunächst komischen Beispielsatz aus dem Unterricht: mit notorischen Kopfnicken, "Aha" sagen, notieren und sofort wieder aus dem Gedächtnis löschen. Oder eben auch nicht.
















