Mir wird übel bei dem Gedanken daran, wie frei ich schreiben könnte. Wir hyroglyphisch und "poetisch gebrochen" ich schreibe, um ja nicht das innereste in meinem Innersten zu veröffentlichen. Um micht nicht wirklich, wirklich zeigen zu müssen.
Wie unbefangen, wie naiv, wie sicher ich früher geschrieben habe. Wie sicher ich mich gefühlt habe, im Vergleich zu jetzt. Offen mit meinen Worten - vielleicht nicht im gegenüber mit Menschen, aber mit mir selbst, mit der Tastatur, mit dem Papier, den Saiten.
Heute kann ich mich nicht mehr öffnen. Zu viel Furcht, Angst vor Gefahren. Beginne zu weinen und zittern, wenn im Zimmer nebenan eine männliche gelesene Person Dinge wirft. Mein System bricht zusammen. Ein Haufen kaputter Scherben.
Ich habe viel Scheiße erlebt und mich lange davon abgehalten wirklich wieder zu fühlen.
Ich bin so unglaublich dankbar dafür, dass ich mich sicher bei dir fühlen darf. Heißt nicht, dass ich es kann, dass ich es fühlen kann, dass ich es zulassen kann. Ich will es versuchen. Und gleichzeitig vermisse ich die Dinge, die Verbindung, den Zauber, die Liebe.
Ein zweischneidiges Schwert. Das schnarchen meiner Hündin holt mich aus meinen Gedanken, bringt mich zurück in den Raum, Verpflichtungen und Leistungsgedanken zurück in meinen Kopf.
Wie Menschen die Dinge manchmal so definitiv sehen können, Dinge nicht hinterfragen, sie einfach tun, einfach davon ausgehen, dass sie eben so sind wie aus ihrem Standpunkt heraus. Dümmer lebt es sich einfacher. Gar nicht abschätzig gemeint, es ist einfach einfacher, leichter, freier. Weniger kompliziert, weniger unsicher. Leichter, für sie.
Die spüren die nassen Spuren meiner Tränen auf meinen Wangen. Grinse ein bisschen in mich hinein und bin dankbar für The XX.
Vielleicht kann ich in Zukunft wieder offener schreiben. Mich mehr trauen. Keine Angst davor haben, verurteilt zu werden. Keine Angst davor haben, physisch in Gefahr zu sein, wenn ich meine Meinung äußere. Mich davon lösen. Mich Stück für Stück sicherer fühlen.