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Ruckartig setzte ich mich auf. Ich war ganz nass geschwitzt.
Was war das nur...
Ich schaute auf den kleine, altmodischen Wecker, der auf meinem rechten Nachttisch stand. Die Zeiger standen auf 5:45 Uhr.
Dann kann ich eigentlich auch schon aufstehen und meinen Tag ruhig und langsam beginnen.
Ich stellte den Wecker aus, damit er nicht zu klingeln begann. Müde streckte ich mich und trabte ins Bad. Während ich mir meine Zähne putzte, betrachtete ich mich im Spiegel. Von meinem mysteriösen Äußeren war nichts mehr zu sehen. Ich spuckte aus und atmete beruhigt tief durch.
Wenigstens kann der heutige Tag entspannt starten.
Ich wusch mir das Gesicht und trug ein wenig Mascara auf, bevor ich wieder in mein Zimmer ging. Im Kleiderschrank suchte ich mir verschiedene Oberteile raus, um einen gelungenen Zwiebellook zu kreieren. Letztendlich zog ich mir ein schwarzes Top, ein weinrotes Langarmshirt, mit Schnürung am Ausschnitt, und darüber einen schwarzen, grobgestrickten Oversize-Cardigan an. Noch ein Paar Kniestrümpfe und meine schwarze, high-waist, skinny Jeans über die Beine, schließlich hatten wir draußen knapp minus zehn Grad Celsius.
Das sollte für heute passen.
Ich schulterte meinen waldgrünem Rucksack, in dem sich nur ein karierter Notizblock, ein leerer, lavendelfarbener Ordner und mein ebenfalls lavendelfarbenes und weiß gepunktetes Federmäppchen befanden. Meine Bücher bekam ich erst in der Schule.
Bevor ich das Zimmer verließ, machte ich noch das Bett. Unten angekommen, setzte ich meinen Rucksack bei der Haustür ab und ging in entgegengesetzte Richtung in die Küche.
Der Boden der Küche war mit großen, dunkelgrauen Fließen ausgelegt. Die Einbauküche, ausgestattet mit einer Mikrowelle, Backofen-Herd-Kombi, Geschirrspülmaschine und Kühlschrank, und führte um die Ecke. Die Hängeschränke waren mit pastellgelber Folie bezogen. Auch befand sich hier die Hintertür in Richtung des Gartens. Auf der linken Seite stand der kleiner Tisch mit drei Stühlen. Auf einem davon saß Grandma und las in der Zeitung.
„Morgen, Luna.“, gab Grandma von sich, ohne auch nur von der Zeitung aufzublicken.
„Morgen, Granny.“, ich gab ihr einen Kuss auf den Lockenkopf und wand mich einem der Hängeschranke zu, um mir eine Müslischale und die Packung Cornflakes daneben zu holen. Noch etwas Milch dazu, und mein Frühstück war fertig. Mit einem Löffel bewaffnet setzte ich mich meiner Grandma gegenüber an den Tisch. Sie selbst hatte eine Scheibe Toast, belegt mit Salat, Eiern, jungem Gouda und Schinken, vor sich.
Schweigend aßen wir eine Weile zusammen, bis Grandma sich schließlich räusperte.
„Konntest du gestern nach der Tablette gut einschlafen?“, fragte sie beiläufig. Ich fing an in meiner restlichen Milch herum zu rühren.
Ich kann es ihr nicht sagen.
„Ganz gut, ich hab sie eingenommen und wurde direkt müde.“, antwortete ich leicht betreten.
„Das ist schön. Als ich hochkam, hatte ich kurz in dein Zimmer reingeschaut. Du hast geschlafen wie ein Stein.“, Grandma legte die Zeitung beiseite und schaute mich warmherzig an, „Hier, Luna, die ist für dich. Ein kleines Geschenk, da du jetzt bei mir lebst, und heute dein erster Tag an der neuen Schule ist.“
Sie überreichte mir einen kleinen, dunkelblauen Samt-Beutel. Er war mit einer Schur verschlossen. Ich löste den Knoten und ließ das Präsent in meine Hand fallen. Es war eine silberne, lange Kette. Als Anhänger diente ein Stein in einer verschnörkelten Fassung. Der Stein passte perfekt in meine Handmulde hinein und war weiß. Trotz seiner Größe war er leichter als erwartet. Im Licht schimmerte er in verschiedenen blauen Nuancen, als ich ihn zwischen meinen Fingern bewegte.
„Das ist ein Mondstein.“, Grandma strahlte. Sie nahm mir die Kette ab und legte sie mir um. Der Anhänger lag perfekt auf meinem Dekolleté auf. Meine Augen wurden groß und eine kleine Freudenträne kullerte mir über die Wange.
„Grandma, das ist das schönste Geschenk, dass mir je jemand gemacht hat!“, ich sprang ihr glücklich an den Hals und zog sie ganz dich an mich, „Danke, vielen, vielen lieben Dank!“
Staunend bewegte ich den Anhänger wieder hin und her. Währenddessen sammelte Grandma ihren Teller und meine Schale auf und spülte sie ab. Zum Trockenen stellte sie das Geschirr auf die anthrazitfarbene Ablage aus Granit. Als sie fertig war, fing sie an herum zu wuseln. Das war für mich das Startzeichen, mich in meinen gemütlichen, hellbraunen Dufflecoat mit großer Kapuze zu werfen. Dazu noch meine farblich perfekt abgestimmten Schnürstiefeletten, die mit Kunstfell ausgekleidet waren und über einen kleinen Keilabsatz verfügten.. Zuletzt stülpte ich noch einen dunkelgrünen Loop-Schal aus Wolle über meinen Kopf.
Als ich mir gerade die zweite Stiefellette zuschnürte, stand meine Grandma schon fertig neben mir und griff nach ihrem Schlüsselbund. Ich schnappte mir noch meinen Rucksack vom Boden und richtete mich auf.
„Hier.“, sie warf mir einen kleineren Bund zu, den ich gerade so noch fangen konnte, „Dieser ist für die Haustür.“, sie deutete auf den großen Schlüssel mit dem dunkelgrünen Kennring, „Und dieser ist für die Garage.“, nun deutet sie auf den hellgrünen, kleineren Schlüssel. Ich nickte verstehend zu. Ansonsten befanden sich noch eine kleine, silberne Mondsichel und ein 'L' als Anhänger am Schlüsselbund. Ich drückte ihn kurz an meine Brust, bevor ich ihn in meine Manteltasche gleiten ließ.
„Pass auf ihn auf!“, Grandma schaute auf ihre Armbanduhr, „Schon so spät? Jetzt müssen wir aber los!“ Sie warf die Haustür ins Schloss und ließ mich alleine auf der Veranda zurück. Es kleines Klicken erklang, als ich die Tür doppelt verriegelte. Einige endlose Sekunden später hörte ich einen auf knurrenden Motor aus den Garage und im nächsten Moment glitt auch schon das rechte Tor der weißen Doppelgarage hoch und zum Vorschein kam Grandmas schwarzer Pick-Up. Sie fuhr aus der Garage und blieb neben mir stehen.
„Jetzt steig schon ein!“, rief sie mir zu, nachdem sie die Beifahrertür geöffnet hatte.
Ich schüttelte mich vor Kälte und kletterte schließend zu ihr in den monströsen Truck. Den Rucksack warf ich achtlos zu meinen Füßen ab und stellte die Lüfter auf der Beifahrerseite alle auf mich ein, um soviel Wärme wie nur möglich abzubekommen. Grandma drückte auf einigen Knöpfen der Armatur herum. Plötzlich wurde es unter meinem Hintern wärmer.
„Besser?“, fragte sie verschmilzt, „Du bist die Kälte überhaupt nicht gewöhnt!“
„Nein, warum auch? In Kalifornien haben wir keinen Winter.“, brach ich Zähne klappernd heraus.
„Also, der Plan sieht folgendermaßen aus: Ich komme mit dir in die Schule, um dich anzumelden. Danach gehst du in deine Klasse. Und um halb vier, wenn Schulschluss ist, hole ich dich dann ab. Einverstanden?“, erklärte Grandma ihren Schlachtplan. Ich nickte zustimmend.
Wieder saßen wir schweigend beisammen. Dennoch genoss ich diese ruhigen Minuten, bevor der Trubel begann. Langsam wurde es wärmer im Auto. Ich stellte die Lüftung runter und öffnete meinen Mantel. Dabei fiel mir wieder die Kette ins Auge. Gedankenverloren glitten meine Finger daran und strichen über die kühle, glatte Oberfläche.
Wir fuhren langsam den Berg hinab, auf dem Grandmas Haus thronte. In der Ferne sah man die Lichter der Kleinstadt Founds. Ich blickte aus dem Fenster und ließ die Umgebung auf mich wirken. Der Schnee war circa 70 cm hoch, auch wenn unser Fahrtweg geräumt war, kamen wir nur sehr träge vorwärts. Rechts und links waren wir von hohen Tannen umzäumt. Die einzelnen Äste wurden durch die schweren Schneeschichten tief nach unten gedrückt. Langsam wurden wie Lichter der Stadt immer heller und streuten sich, auch der Wald wurde immer lichter, bis wir schließend nach links auf eine feste Straße abbogen, die sich in Richtung Stadt schlängelte.
Die Straßen waren frei und gestreut und wir kamen nun schneller vorwärts. Ich war nur selten im Dorf, und wusste nicht genau, was für Geschäfte sich dort befanden. Neugierig schaute ich mich um. Es gab eine kleine Bäckerei, einen Metzger, auch einen einigermaßen großen Supermarkt gab es. Ansonsten eine Bank und viele Wohnhäuser. Zwischen zwei Häusern erkannte ich noch eine Boutique. Und schon waren wir aus dem Zentrum der Kleinstadt wieder rausgefahren. Ein wenig außerhalb befanden sich noch die Schulen, sowie Polizei und Krankenhaus, und einige Farmen, die uns alle hier oben mit Nahrung versorgten.
Nach kurzem Weg schlug Grandma auch schon rechts in eine Nebenstraße ein. Auf dem Schild stand „Schulen“.
Gleich sind wir da.
Als erstes kamen wir an dem Kindergarten und der Grundschule vorbei. Es folgten eine riesige Sporthalle, sowie die Middleschool und schließlich die Highschool. Zwischen den beiden Schulen befand sich das kleinere, längliche Verwaltungsgebäude, das für alle zuständig war.
Langsam wich meiner Entspannung die blanke Angst.
Jetzt ist es soweit!
Ein Schulwechsel ist nie leicht. Jedoch wird er noch schwerer, wenn man mitten im Jahr wechselte. Grandma bog nach links auf den gemeinschaftlichen Parkplatz und stellte das Auto ab. Sie griff hinter sich und holte ihre schwarze Handtasche hervor, öffnete die Tür und sprang aus dem Wagen raus. Ich saß weiter auf meinem Platz wie paralysiert.
„Kommst du?“, rief Grandma. Ihre Stimme holte mich aus meiner Trance heraus. Langsam bewegten sich meine Gelenke und Muskeln und ich sperrte meine Tür auf. Ein kalter Windstoß fuhr mir durch die Knochen und versteinerte mich wieder. Schnell schloss ich meine Jacke wieder und kletterte vorsichtig aus dem Auto. Ich nahm meinen Rucksack aus dem Fußraum und schulterte ihn. Zum Schluss schlug ich noch die Tür zu.
„Bereit?“, fragte Grandma.
„Absolut nicht.“, entgegnete ich.
Grandma kam besorgt zu mir und griff nach meinen Händen: „Du braucht dir keine Sorgen zu machen. Es ist eine kleine Stadt und eine kleine Schule. Da wird dich schon keiner Beißen. Ansonsten bekommen sie es mir mir zu tun!“ Verschmilzt und wild blickte sie kämpferisch drein, während sie mir meine Hände ermutigend drückte.
Auch ich musste lachen. Und doch beruhigten mich ihre Worte. Ich erhob mein Haupt und setzte mich mit festen Schritten in Richtung Hauptverwaltung in Bewegung. Hinter mir hörte ich Grandma mich anfeuern und ich musste wieder schmunzeln. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Ich schaute schnell links-rechts-links ehe ich über die Straße schlitterte und vor dem Gebäude ankam. An der schweren Glastür hingen viele Plakate. Die Plakate hatten alle möglichen Farben und reichten von vermissten Katzen, über zu Stellenausschreiben für Nebenjobs und Colleges, bis hin zur Info über den nächsten Schulball. Mit einem Ruck zog ich die Tür auf, als auch Grandma hinter mir war.
Als wir eintraten, strömte uns warme Luft entgegen und es roch mit einem Mal nach Zimt und Orangen. Wir standen in einem kleinen Empfangsraum mit Wartestühlen und einer Empfangstheke. Hinter der Empfangstheke befand sich ein weiterer verschlossener Raum. Auf unserer linken Seite war eine weitere Glastür und ein dahinterliegender langer Flur.
„Hee, Baaa-abs, bist du daaa-ha?“, rief Grandma, „Barbara Channing ist die Schulsekretärin und weiß über alles Bescheid. Zur Zeit ist noch keiner der Lehrer da, aber die werden in der nächsten halben Stunde langsam eintrudeln.“, erklärte sie mir, „In diesem Gebäude befindet sich Barbaras Büro und der Empfang bzw. das Sekretariat. Ansonsten noch den Flur entlang...“, Grandma deutete auf die Glastür mit dem dahinterliegendem Gang, „...die Aufenthaltsräume und Versammlungsräume, sowie die Büros der Lehrer und nicht zu vergessen, das Büro des Direktors. Ich hoffe für dich, dass du dort niemals hingehen wirst!“ Sie schaute mich gekonnt böse an, wurde aber jähe von einer schrillen Stimme unterbrochen.
„Wenn das nicht Becca Nurse ist! Ich habe euch schon erwartet.“, eine kleine, pummelige Frau mit einer blonden, toupierten Kurzhaarfrisur kam aus dem verschlossenem Raum hinter der Theke. Sie wackelte auf ihren hohen Absätzen auf Grandma zu und zog sie in eine kurze, feste und freundschaftliche Umarmung, bevor sie sich mir zu wand, „Und du musst wohl Luna Salem sein. Deine Großmutter hat schon so viel von dir erzählt! Ich heiße dich hiermit herzlich an der Denali-School-Group willkommen. Als Freshwoman unserer Highschool wirst du die ersten zwei Wochen lang einfach dem Unterricht beiwohnen und dann mit dem zweiten Halbjahr bekommst du auch deine Noten.“, Barbara drehte sich mit einem Mal um und war ganz in Gedanken versunken, „Wo habe ich nur...? Einen Moment bitte ihr beiden.“ Die kleine Sekretärin war mit einem Mal so plötzlich verschwunden, wie sie aufgetaucht war.
„Grandma?“, fragte ich sie verwirrt mit schiefem Kopf.
„Ihre Gedanken überschlagen sich manchmal. Sie wird sicherlich gerade den Papierkram und deine Bücher holen.“, sagte Grandma, während sie in ihre Hand kicherte.
Einige Sekunden später kam sie auch schon aus der hinteren Tür mit einem Stapel Bücher wieder. Der Stapel war höher als ihr Kopf und ich ging besorgt einige Schritte auf sie zu: „Soll ich Ihnen etwas abnehmen, Mrs. Channing?“
„Ach, das brauchst du nicht, Kindchen!“, sie setzte in diesem Moment den Bücherstapel auch schon auf der Theke ab, „Und übrigens, ich bin weder eine Mrs., noch musst du mich siezen oder mich mit meinem Nachnamen ansprechen. Nenn mich einfach Barbara, das reicht. Das tun sowieso alle, und, als eine Freundin deiner Grandma, bestehe ich auch darauf!“ Barbara schaute mich mich großen, freundlichen Rehaugen an.
Ich nickte ihr verstehend zu und lächelte schüchtern: „Ja, ist in Ordnung... Barbara.“
„So, jetzt zum offiziellen Teil.“, sie blätterte durch eine Akte, „Hast du die Bescheinigung der Vormundschaft dabei, Becca? Oh, und noch die Geburtsurkunde von Luna und ihren Impfausweis.“, Grandma holte während Barbaras Aufzählung schon eine Mappe aus ihrer Handtasche und hielt ihr diese entgegen, „Perfekt. Muss ich die noch kopieren?“
„Nein, du kannst diese direkt abheften“, erwiderte Grandma kopfschüttelnd.
„Super. Dann bitte hier noch deine Unterschrift.“, Barbara legte Grandma einen Antrag auf die Theke, welches sie schnell mit Ihrer schnörkligen Unterschrift bestätigte und schon war es auch wieder verschwunden, „Und dann sind wir auch schon fertig. Von dir, Luna, bräuchte ich auch noch eine Unterschrift, dass ich dir die Bücher, sowie eine Liste welcher, ausgehändigt habe.“
Während ich ihrer Unterhaltung zuhörte, bewegte ich mich nicht einen Zentimeter, doch als ich eben angesprochen wurde, schmolz meine Starre langsam und meine Hand bewegte sich in Richtung Papier.
„Ja, sicherlich, wo genau muss ich unterschreiben?“, Grandma reichte mir einen Kugelschreiber und die Sekretärin deutete auf eine Linie, ganz unten auf dem Formular. Auch ich setzte meine Unterschrift auf und schon ging es weiter.
„So, hier ist dann noch dein Stundenplan, basieren auf deinen Wahl- und Pflichtfächern an deiner letzten Schule.“, sie gab mir meinen Stundenplan und noch eine Karte des Geländes, „Dein Schließfach hat die Nummer 12.“
Ich nickte erneut und betrachtete schließlich den Lageplan: „Wow, die Schule ist ja größer als ich dachte!“
„Ja, da hast du Recht, an diesem Schul-Verbund sind doppelt so viele Schüler eingeschrieben, als wie Menschen hier in Founds leben. Das liegt daran, dass es die einzige Schule im Umkreis ist, die vom Kindergarten bis hin zur Highschool komplett vertreten und auch über ein entsprechendes Kursangebot verfügt.“, erklärte Barbara.
„Deswegen gab es auch keine Probleme mit meinen Wahlfächer, oder?“, vermutete ich.
„Ja, genau. So wie 'Japanisch I', es sind zwar nicht viele Schüler in diesem Kurs, aber wir sind sehr glücklich darüber, überhaupt so einen Fremdsprachen-Kurs anzubieten.“, sie lächelte mich stolz an.
Die High- und Middleschool befanden sich in U-Form um das Verwaltungsgebäude herum, und trafen in der Mitte zusammen zu gemeinschaftlich genutzten Räumen. Die Schulgebäude waren vier Etagen hoch, die Verwaltung zwei. Im Erdgeschoss der Highschool befanden sich die Schließfächer und Aufenthaltsräume, sowie Räume für bildende Künste, wie Werk-und Kunst-, Musik- und Theaterklassen und mündeten in der großen Aula. Auf der nächsten Etage befanden sich die Räumlichkeiten für die naturwissenschaftlichen Fächer und endeten in der Cafeteria. Darüber und auch in der obersten Ebene befanden sich simple Räume für sozialwissenschaftliche Klassen und Sprachkurse. Der gemeinsame Bereich war eine Bibliothek mit integrierten EDV-Bereichen, die sich ebenfalls über beide Etagen verteilte.
„Das ist wirklich beeindruckend. Meine alte Schule war zwar größer, war aber nicht so optimal strukturiert, wie diese hier.“, sagte ich bewundernd.
„Ja, das glaube ich dir. Der Grundplan für den Schulverbund wurde aber erst im Laufe der letzten fünf Jahren komplett überarbeitet. Vorher war hier auch ein reines Chaos!“, Barbara lachte herzlich, „Wie du hier auf deinem Plan lesen kannst, sind die Raumbezeichnungen für deine Kurse ziemlich einfach aufgebaut, A bis D steht für die Etagen Erdgeschoss bis Obergeschoss, und die Zahl, vom Treppenhaus aus gesehen, die Raumnummer, wobei die geraden Zahlen immer links und die ungeraden sich rechts befinden, und die Nummer eins bis 20 beinhalten.“
Als nächstes schaute ich mir meinen Kursplan an. Genau wie sie gesagt hatte, wurden alle meine Fächer aufgegriffen und die Raumbezeichnungen standen einfach und verständlich darunter. Als erstes hatte ich US-Geschichte, es folgten Schreibunterricht, Gesundheitswissenschaft und Voralgebra vor der Mittagspause. Danach ging mein voller Plan mit Japanisch I und Grundlegender Anatomie weiter, bevor mein Schultag mit entspannten Fächern endete.
Verwirrt schaute ich die Sekretärin an: „Kurze Frage zu meinem musischen Block und Sport. Warum steht hier Gesangsunterricht, Piano und Chor im Wechsel? Und habe ich keinen festgelegten Sportkurs?“
„Das ist ganz einfach, Luna. Du hast Montags Gesangsunterricht, Dienstags Piano, Mittwochs wieder Gesang und Donnerstags wieder Piano und am Ende der Woche wird das erlernte in der Chorstunde zusammen gefasst. Zum Sport: Sport findet für alle Schüler immer in der letzten Stunde statt. Dabei können sich die Schüler für jedes Semester eine andere Sportart auswählen und werden diese dann von Grund auf neu erlernen mit allen Regeln, Leistungen und Wettstreits zum Semesterende. In diesen Kursen haben wir alle Highschool-Schüler gemischt, weshalb du dann auch ältere Schüler kennenlernen wirst. Wir haben uns für diese Methode entschieden, um einerseits das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, sowie andererseits jeden Schüler individuell seine Vorlieben zu gewähren.“, wieder war Barbaras Stimme voller Stolz erfüllt, wie eine Mutter die ihr hochbegabtes Kind präsentierte.
„Wow...“, voller Respekt strich ich über den Plan, „Das hört sich wirklich wunderbar an.“
„Weißt du den schon, welche Sportart du für das zweite Halbjahr belegen willst? Du wirst übrigens erstmals noch nicht am Sport teilnehmen, da jetzt die Wettkampfphase begonnen hat.“, erwiderte sie.
„Nein.“, ich schüttelte meinen Kopf, „Jetzt, wo ich selbst entscheiden kann, weiß ich noch gar nicht, was ich am liebsten machen würde.“ Ich lächelte sie entschuldigend an.
„Dann trifft es sich optimal, dass gerade die Wettkampfphase läuft, vielleicht wird dir das bei deiner Entscheidung helfen.“, schmunzelte sie.
„Ja, das wird die beste Option sein.“, antwortete ich.
Nun meldete sich auch Grandma zu Wort: „Wirst du zurecht kommen, oder brauchst du noch jemanden, der dich begleitet?“
Ich schaute auf meine schwarze, Metall-Armbanduhr: „Nein, ich denke nicht. Ich habe noch eine halbe Stunde bis der Unterricht beginnt, bis dahin werde ich mein Schließfach ausfindig machen und den Raum für den Schreibunterricht suchen, der...“, ich blickte auf den Stundenplan, „... befindet sich im Obergeschoss.“
„Dann ist alles in Ordnung. Soll ich dir einige deiner Bücher abnehmen?“, fragte sie.
Ich ging schnell alle Bücher auf der Liste durch und seufzte: „Nein, Granny, ich brauche sie alle. Ich räume sie am besten jetzt in meinen Rucksack und dann in meinen Spinnt, sobald ich ihn gefunden habe.“ Gesagt, getan. Die Bücher waren verstaut, nur das Grammatik-Buch hielt ich in meinen Händen, da ich es als erstes benötigen würde.
Plötzlich kam eine schnatternde Gruppe, im Alter von ca. 20 bis 25 Jahren, junger Frauen herein. Sie verstummten alle, als sie uns vor der Theke entdeckten. Eine große, blonde Schönheit mit kalten, eisblauen Augen ergriff das Wort: „Eine neue Schülerin, Barbara? Mitten im Jahr?“ Sie schaute mich von oben herab mit einem arroganten, grimmigen Blick an.
„Ja, Claire, das ist Luna Salem, die Enkelin von Rebecca Nurse.“, Barbara blickte sie mit ernstem Blick an und deutete zuerst auf mich, dann auf Grandma, „Was heißt hier mitten im Jahr? Die Ferien haben gerade erst geendent und das neue Halbjahr beginnt schon in zwei Wochen!“
„Wenn du das sagst.“, Claire warf ihr langes, goldblondes Haar im großen Bogen über die Schulter und stiefelte schon durch die große Glastür in Richtung Lehrerräumlichkeiten, nachkommend von ihrem Gefolge.
„Sie ist jetzt Referendarin?“, fragte Grandma ungläubig.
„Ja, leider.“, entgegnetet Barbara.
„Und wer ist sie, wenn ich fragen darf?“, warf ich in ihr Gespräch ein.
„Das ist Claire Goodworth. Die älteste Tochter des Direktors. Ihre jüngere Schwester Solana ist in deinem Jahrgang.“, antwortete die Sekretärin, „Nicht mal ein 'Guten Morgen' hört man von den Beiden!“ Sie stampfte wütend auf.
„Beruhige dich, Babs, denk an dein Karma.“, Grandma legte ihr die Hand auf die Schulter und schaute ihr direkt in die Augen.
„Ja.“, sie atmete tief durch und setzte wieder ihr herzliches Lächeln auf, „So, dann wird es langsam Zeit. Ich muss auch noch einiges Vorbereiten. Luna, wir sehen uns dann wahrscheinlich heute Nachmittag irgendwann. Becca, steht noch unser Kaffeeklatsch am Donnerstag?“
Dankend nickte ich ihr zu und Grandma zog sie in eine kurze Abschiedsumarmung: „Ja, das steht, meine Liebe, bis dahin.“
Ich winkte ihr noch zu, bevor ich die Tür öffnete und Grandma zum Auto begleitete.
„Dann hab viel Spaß heute. Bestimmt wirst du schnell Freunde finden, lass dich nicht durch solche arroganten Leute verunsichern oder einschüchtern, hörst du?“, redete sie mir aufmunternd ein.
„Nein, das werde ich nicht! Ich werde mir erst mal die Leute angucken, bevor ich vorschnell urteile.“, versicherte ich Ihr.
„Damit nimmst du deiner alten Grandma einen großen Sorgenfels vom Herzen.“, sie küsste mich auf den Scheitel und ließ mich meiner Wege gehen, „Sollte etwas sein, ruf mich einfach auf meinem Handy an, ich bin immer erreichbar!“
„Ja, Grandma, das mache ich. Bis heute Nachmittag.“, ich drücke sie noch schnell zum Abschied und stapfte durch den Schnee in Richtung Schulgebäude. Das Gebäude war hoch höher, als es aus der Fernen ausgesehen hatte. Ich schluckte meinen Kloß im Hals herunter und murmelte mir beruhigend zu.
Du schaffst das schon, es ist nur eine Schule. Wie Grandma schon sagte, keiner wird mich beißen.
Ich atmete nochmal tief durch, bevor ich die doppelte Eingangstür aufzog und in das Gebäude hineinging.
Eine sanfte, warme Brise tanzte um meine Nase herum und trug den Duft unzähliger Wildblumen zu mir.
Moment mal... Blumen? Wärme? Hier im verschneiten Alaska?
Langsam öffnete ich meine Augen und wurde von einem zartem, orange-rosarotem Sonnenuntergang geblendet. Ich blinzelte einige Male und schaute anschließend um mich herum. Ich lag in einer hüfthohen Wiese, um mich herum Kamille, Glocken- und Pusteblumen, soweit das Auge reichte. Angetrieben von meiner Neugier setzte mich auf, strich über einen Strauch Lavendel und atmete ihren beruhigenden Duft ein. Ich genoss die letzten Sonnenstrahlen dieses traumhaften Sommerabends, ehe die Sonne hinter den weiten Bergen verschwand.
Ein warmes Kribbeln durch fuhr meine Brust, als der Mond langsam aufstieg. Ich sprang auf und ließ mich von dem euphorischen Gefühl, das sich in meiner Brust ausbreitete, treiben, tanzte und sprang durch die Wiese, bis mein Herz raste und ich das Rauschen des Blutstrom in meinen Ohren wahrnahm. Erschöpft und lachend sank ich wieder in die Blumenwiese und ließ den Wind mit den Saum meines weißen Kleides spielen. Der Lavendel und der Wildweizen wogen ebenfalls mit dem Wind. Nach und nach wurde das Klopfen meines Herzens sanfter und leiser, und das Rauschen in meiner Ohren wurde schwächer.
Mein Blick viel auf den Vollmond, der hinter der Gebirgskette im Osten immer größer und strahlender wurde. Ich musste schmunzeln.
Genauso hell wie die Sonne, aber mit einem mystischen, silbernen Licht.
Meine Stirn begann warm zu glühen und mein Lächeln wurde breiter.
Ich drehte mich auf die Seite und wollte eine Pusteblume pflücken. Eine silberne Strähne fiel nach vorne. Ich nahm die Strähne zwischen meine Fingerspitzen, zwirbelte sie hin und her und betrachtete sie schließlich.
Ach, was soll's!
Seufzend strich ich sie mir hinter das rechte Ohr. Ich schüttelte mich und straffte meine Schultern, pflückte die Pusteblume und blies sie aus. Die Samen flogen in alle Richtungen und wurden von einer weiteren Böe zu einem nahegelegenem Bächlein getragen. Eifrig lief ich hinterher.
Der Bach floss aus einem dunklen Wald hinaus, zwischen einigen Steinbrocken hindurch und einige Stufen hinunter, bevor er sich munter einen geraden Weg durch die Wiese bahnte. Zwischen zwei mittig gelegenen Stufen wurde der Bach zu einem Becken, ruhig und glatt, wie ein Spiegel, ohne dass er auch nur Wellen an dieser Stelle schlug.
Ich trat an den Rand des Beckens und erkannte die mysteriöse Kopie von mir. Kniend musterte ich mich wieder. Die blauen Augen waren ganz wild und tanzten schneller als je zu vor. Das Haar ganz zerzaust von meinem emotionalen Ausbruch. Das Symbol auf meiner Stirn glühte leicht und vollendete mein Äußeres. Aus der Elfe wurde eine kriegerische Prinzessin aus längst vergangener Zeit, bereit für die Schlacht. Meine Hand wanderte langsam zum Tattoo, je näher ich kam, um so stärker glimmte es.
„Ich habe dich bereits erwartet, Luna“, sagte eine melodische Stimme.
Ich wirbelte hoch, leicht kauernd, bereit jedem an die Kehle zu springen, der es wagte mir zu nah zukommen. Als mein Blick den ihres traf, war ich wie gelähmt.
Sie war die schönste Frau, die ich je gesehen hatte. Sie hatte die selben saphirfarbenen Augen, in denen das Licht des Mondes strahlte, die selben silbernen Haare, nur, dass sie ihr bis zu den Füßen reichten. Das selbe saphirfarbene Symbol, jedoch hatte sie an ihren Armen ebenfalls Tattoos, die sich in filigranen Ranken und Sicheln von ihren Schultern, unter den Unterarmen über die Speiche, bis hin zu den Fingerspitzen zogen. Ihr weißes Empire-Kleid war ganz dünn, fast schon durchsichtig mit einem V-Ausschnitt am Rücken, der ihr bis zur Hüfte reichte. Der Saum des Kleides schaukelte im leichten Wind und ließ ihr Aussehen noch göttlicher Wirken, wie sie dort auf dem kleinen Vorsprung auf der gegenüberliegenden Seite das Baches stand, umgeben von Wildweizen und Schafgarbe.
Ich konnte nicht anders, als mich vor ihr hinzuknien.
Ihr Lachen klang wie ein Windspiel, und sie grinste mich an. Die perlfarbenen Zähne strahlten im Mondlicht.
„Du musst dich doch nicht vor mir hinknien.“, sie lachte schelmisch.
Wer ist sie bloß? Sollte ich fliehen oder dort bleiben, wo ich mich gerade befand? Oder sollte ich gar gegen diese Göttin kämpfen?
Eine Gänsehaut überkam mich. Nein, kämpfen kam überhaupt nicht in Frage.
Ich richtete mich auf. Sie hob ihr Hand und zog sie mit einem kleinen Ruck ein wenig an sich, gleichzeitig entstand auf dem Wasserspiegel eine kleine Wasserbrücke, die, mit dem Ruck zusammen, vereiste.
Angst überkam mich.
Oh Gott, sie war wirklich eine Göttin.
Langsam überquerte die Frau die Brücke, und ehe ich mich versah, nahm ich meine Beine in die Hände und lief so schnell ich konnte in den dunklen Wald hinein. Die Fichten und Sträucher rauschten nur so an mir vorbei, bis ich schließlich auf einer Lichtung unter einer Esche stehen blieb. Keuchend und verwirrt stand ich nun da.
Hoffentlich bin ich hier sicher.
Ich lugte hinter dem dicken Baumstamm hervor und erkannte, dass ich wieder in der Nähe des Baches gelandet war, jedoch dieses Mal befand ich mich auf der anderen Seite, dort wo ich die Frau erblickt hatte. Vorsichtig schaute ich um mich herum, konnte sie aber nirgends entdecken. Ich atmete schwer aus.
„Hab keine Angst, Luna!“, schallte es auf der Lichtung. Ihre Stimme klang besorgt und traurig.
„Woher kennst du meinen Namen?“, schrie ich in die warme Nacht.
„Ich kenne dich schon dein ganzes Leben lang. Du warst immer unter meiner Obhut.“ Eine Welle der Geborgenheit überkam mich.
„Ich... Ich habe dich noch nie in meinem Leben gesehen!“, antwortete ich ängstlich.
„Du hast mich schon so oft betrachtet, ich war immer an deiner Seite, auch wenn du mich nicht erkannt hast.“, sagte sie sanft und liebevoll.
Das Gefühl der Geborgenheit wurde größer.
„Hab ich dich!“, erklang es hinter mir. Ich wirbelte herum. Nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt stand die Göttin. Sie neigte sich ein wenig nach vorne zu mir hinunter. Ein kleines Quieken kam aus meinem Hals und sie lachte wie ein kleines Mädchen auf. Sie sah mit einem mal so jung aus, etwa mein Alter, wenn ich schätzen müsste.
„Noch nie hat jemand so reagiert wie du!“, sie lachte weiter und krümmte sich schon.
„Hey, das ist nicht lustig!“, brachte ich trotzig raus.
„Oh doch, du hättest dein Gesicht sehen sollen, als ich das Wasser gebändigt habe! Dir ist alles aus dem Gesicht gefallen!“, lachte sie weiter.
Wütend drehte ich mich um und stapfte zurück zum Bach.
„Luna, bleib stehen! Das war nicht so gemeint.“, sie lief mir entschuldigend hinterher.
„Was ist so falsch daran Angst zu haben?“, ich sah sie mit schief gelegenem Kopf an, „Es ist eine ganz normale, menschliche Reaktion.“
„Du hast ja Recht!“, sie warf die Arme ergebend in die Luft, „Nur, du bist die Erste, die so reagiert hat.“
Ich bückte mich und setzte mich auf den kleinen Vorsprung des Baches. Meine nackten Zehen berühren leicht das kristallklare, kalte Wasser.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte ich beiläufig, während ich meine Zehen weiter im Wasser auf und ab bewegte und meine Emotionen sich langsam beruhigten.
Sie beugte sich neben mir über das Wasser und ließ ihre langen, schlanken Finger ebenfalls ins Wasser gleiten: „Mein Name ist Selene.“ Mein Herz begann schneller zu schlagen.
Selene also, irgendwo habe ich diesen Namen schon mal gehört, oder war es gelesen?
„Was meinst du damit, dass ich 'die Erste war, die so reagiert hat'?“, erkundigte ich mich.
Gibt es also noch Andere. Andere wie mich?
Ein warmes Gefühl breitete sich in meiner Brust aus.
„Ja. Es gab schon viele. Jeder auf seine Art und Weise einzigartig, keiner wie der Andere.“, verträumt sah Selene in die Tiefe des Wasser, „Doch noch nie hatte jemals irgendjemand versucht wegzulaufen.“ Sie sah mich lieb an.
Schweigend saßen wir eine Weile nebeneinander, bis die göttliche Frau sich schließlich erhob.
„Du bist so still. Stimmt etwas nicht?“, fragte mich Selene und riss mich dabei aus meinen Überlegungen.
„Nein... Doch... Ich, ich...“, ich atmete tief durch, um endlich einen klaren Gedanken zu fassen, „Ich rede eigentlich nie viel. Meistens grübel ich nach, wenn ich nichts sage.“
„Und worüber denkst du nach, wenn ich fragen darf?“
„Ich denke über das hier nach. Ist es Real oder doch nur ein Traum? Warum treffe ich dich heute, in dieser ersten Vollmondnacht bei meiner Grandma? Warum kommt mir mein jetziges Aussehen so bekannt vor?“, ich deutete mit meiner Hand an mir hoch und runter, „Wer bist du eigentlich? Und warum kannst du das Wasser bändigen?“, beendete ich meinen Wortschwall.
„Ganz zum Thema, dass du still wärst!“, wieder lachte sie ihr wunderschönes Windspiel-Lachen, „Ist schon gut, ich beruhige mich ja schon!“, sagte sie, während sie sich die Freudentränen aus den Augenwinkeln wischte. Ich schaute sie nur mit großen Augen an.
„In Ordnung, ich werde dir nicht alle deine Fragen heute beantworten, dies muss bis zu unserem nächsten Treffen warten, aber vergiss sie ja nicht! Wie ich bereits gesagt habe, mein Name ist Selene. Göttin des Mondes.“ Sie beendete ihren Satz mit einem ernsten und eisernen Blick. Ihr Haar wurde von einer Windböe erfasst, und schlug wild um sie herum. Mit einem Mal wurde mir kalt und Gänsehaut überkam meinen ganzen Körper. Ich erzitterte vor ihrem gefährlichen Aussehen und ihrer veränderten Präsens.
Also doch eine Göttin.
„Komm. Es wird langsam Zeit.“, meinte sie schließlich lächelnd und alles einschüchternde viel von ihr ab. Auch fühlte ich mich in mein Körper wieder wohl und geborgen.
„Zeit für was?“, wollte ich wissen und sah sie verwirrt und voller Erwartung an.
Selene hob erneut ihre Hand und bildete die Wasserbrücke, schritt majestätisch darüber und schaute mich erwartend an. Ohne zu zögern folgte ich ihr. Bei ihr angekommen, drehte sie sich zum Bach um, streckte und erhob sie ihre rechte Hand und schloss sie mit einem schnellen Ruck zu einer Faust. Die Brücke wurde wieder flüssig und fiel in sich zusammen. Bewundernd sah ich sie an.
„Praktisch, nicht wahr?“, sie lächelte mich aufmunternd an, als sie mir die Gedanken vom Gesicht ablas, „Doch darüber reden wir beim nächsten Mal.“
Sie nahm meine Hand und zog mich mit ihr zu der Stelle, an der ich aufwachte.
„Luna, es war so schön dich endlich kennenzulernen.“, Selene sah mir tief in die Augen, während sie weiter meine Hände fest hielt, „Für heute war es aber erstmals genug. Wir werden unser Gespräch bei nächsten Mal fortsetzen.“
„Es war auch schön dich kennenzulernen, Selene. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.“, antwortete ich traurig.
„Das entscheidest du.“ Sie küsste sanft meinen Scheitel, so wie Grandma es auch immer tat.
Ein letztes Mal sah sie mir tief in die Augen, bevor sie sich auflöste und zu glänzendem Staub zerfiel, der vom Wind in den Himmel davon getragen wurde.
„Selene!“, rief ich in die mondhelle Nacht, ein weiterer Windstoß traf mich aus entgegengesetzter Richtung und warf mich zu Boden.
Im nächsten Moment rissen sich schon meine Augen auf und meine dunkle Schlafzimmerdecke war wieder über mir.
„..., doch sie setzte sich auf, erhob sich und ging eisernen Schrittes auf ihn zu. Er...“ Ich blickte von meinen Buch auf, als ich ein dumpfes Poltern wahrnahm.
Mhm... komisch... Was war das bloß?
Ich blickte aus meinem Fenster in die wunderschöne Winternacht. Der Garten meiner Grandma war von einer flauschigen, weißen Schneedecke bedeckt, doch ich konnte nichts erkennen. Es war eine wolkenlose, stille Nacht. Der Vollmond strahlte so hell, dass der Schnee glitzerte. Ich sah weder Spuren, noch ein Tier.
Woher kam das Geräusch?
Ich rappelte mich von meiner kleinen, mit großen, plüschigen Kissen ausgepolsterten Fensternische auf und ging die alte, hölzerne Treppe hinunter ins Erdgeschoss. Die Treppenwand war mit einer Galerie von Bildern ausgeschmückt. Genauer gesagt Fotos von mir, zusammen mit meinen Eltern. Ich musste schmunzeln. Ich kannte niemanden der seine Fotos mit so einer Sorgfalt und Überlegung platzierte, wie meine Grandma.
Ich nahm das jüngste Bild zur Hand. Es war genau wie jedes andere dieser Fotos. Meine Eltern, ich zwischen ihnen und ihre Augen voller Liebe auf mich gerichtet. Immer an meinem Geburtstag und an unserem Frühstückstisch in Los Angeles.
Weiter unten befand sich das erste Bild, damals im Krankenhaus. Meine Haut war weiß wie Schnee, die Haare tiefbraun wie Schokolade. Ich schlief seelenruhig in den Armen meiner Mutter. Ihre feuerroten Locken waren ganz zerzaust, doch ihre gütigen, moosgrünen Augen strahlten. Mein Vater kniete neben ihrem Bett und drückte ihre Hand. Die dunklen Haare nach hinten gekämmt, und noch ohne dicker Brille auf den haselnussbraunen Augen. Sie waren so jung, beide erst 20 Jahre. Doch sie waren so glücklich. Ich hing das Bild lächelnd zurück und versuchte nicht daran zu denken, dass das nächste Bild bald dort hängen würde.... ohne meine Eltern.
Jetzt schmoll' nicht, du warst es schließlich, die sagte, dass sie diese Chance ergreifen sollen.
Man bekommt nicht jeden Tag die Chance die Mittelmeer-Region in diversen Expeditionen zu erkunden. Sie, eine anerkannte Meeresbiologin mit Leib und Seele, und er, ein preisgekrönter Tierfotograf. Sie ergänzten sich perfekt. Und mit mir war ihr Glück vollkommen. Als ihr Glück darf ich daher nicht nur an mich denken.
Von der Treppe aus huschte ich durch den kleinen Flur mit Garderobe und Abstellraum unter der Treppe ins Wohnzimmer. Das Wohnzimmer sah ziemlich altbacken aus, obwohl meine Grandma erst 55 Jahre alt war. Meine Mum sagte immer zu mir, dass das Haus schon seit knapp einem Jahrhundert im Besitz unserer Familie sei.
Trotzdem war es ziemlich spärlich eingerichtet, ein TV-Board aus Esche, darüber ein kleines Regal mit Bildern meines verstorbenen Grandpas. Ein pastellbrauner Zweisitzer mit passendem waldgrünem Sessel, das Heiligtum meiner Grandma, standen auf einem braunen Teppich, der mit grünen Ornamenten bestickt war. Außerdem noch ein kleiner Beistelltisch zwischen Sofa und Sessel und ein großes Bücherregal, ebenfalls aus Esche, zwischen den beiden Fenstern der Südseite des Hauses. Im Bücherregal standen viele alte, teilweise auch fremdsprachige, ledergebundene Bücher, Muscheln, die meine Mutter mitbrachte, Kristalle und Steine. Auf dem Beistelltisch befand sich das Telefon und ein getrockneter Strauch Lavendel in einer Vase. Der Fernseher lief leise im Hintergrund. Grandma saß im Sessel und blickte sofort von ihrem Buch auf, als sie meine Präsenz
war nahm. Ihre roten Locken, die von einigen silbernen Strähnen durchzogen waren und ihr bis kurz über die Schultern reichten, sprangen fröhlich mit. Sie sah immer noch so jung aus, in all den Jahren hat sie sich kaum verändert.
Grandma betrachtete mich mit ihren großen, funkelnden Augen, die selben Augen, die auch meine Mutter hatte: „Luna, was ist los?“
„Ich hatte eben ein Poltern gehört, und hatte nicht erkannt woher es kam.“
„Ach, mach dir doch nicht immer so viele Gedanken!“, sagte Grandma lachend, „Das war bloß ich alte Frau, die ihr Buch fallen lassen hat. Die Ledergebundenen sind immer so schwer. Es ist alles in Ordnung.“ Ihr Blick huschte in die rechte, obere Ecke des Fernsehers: „Schon so spät?“
Sie musterte mich neugierig, stand auf und streckte sich: „Eine alte Frau wie ich muss langsam in die Federn, wie schaut es mit dir aus?“
Ich blickte verträumt durch das Fenster hinter ihr den Mond an: „Nein, nein ich denke nicht. Und Granny, du bist nicht alt.“ Ich lächelte sie sanft und schüchtern an.
Sie lachte auf: „Wenn du wüsstest!“ Grandmas Mienen verfinsterten sich plötzlich: „Macht dir der Vollmond wieder zu schaffen?“ Ein warmes Prickeln durchfuhr meine Brust.
Was sollte ich ihr nur sagen? Ich war nie müde in den Vollmondnächten, solange wie ich mich nur erinnern konnte. Jedoch wurde ich immer dazu gezwungen eine blaue Schlaftablette einzunehmen. Gesundheitliche Gründe, wegen der Schlafstörung, wie meine Eltern immer sagten. Ich wusste aber nicht, wie viel Mum ihr gesagt hatte. Noch ehe ich weiter darüber nachdenken konnte, zauberte Grandma schon die kleine Schatulle hervor.
Ich schüttelte mich. Wie ich es hasste, als würde mir jemand einen Teil meine Persönlichkeit entreißen.
„Komm.“, sie ging voran in die Küche, ich trabte ihr widerwillig hinterher. Sie rechte mir ein Glas Wasser in die eine und drückte mir die Tablette in die andere Hand. „Nimm!“, befahl sie. Ich starrte auf das Ding in meiner linken Hand und musste den Brechreiz unterdrücken.
„Ich nehme sie gleich oben im Bett, ja?“, ich sah Grandma flehend an.
Sie seufzte: „Ja, ist in Ordnung, meine kleine Mondblume.“ Sie küsste mich auf den Scheitel und ließ mich ziehen.
Ich nickte ihr dankend zu und huschte hoch, doch anstatt in mein Zimmer zu gehen, ging ich zuerst ins kleine Bad.
Ich schloss die Tür hinter mir leise ab, stellte das Wasserglas am Waschbecken ab und betrachtete die Tablette. Sie war klein, blau und mit weißen Schlieren durchzogen, ganz glatt und rund. Doch etwas anderes zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich legte die Pille neben dem Glas ab.
Vor mir stand eine wunderschöne, junge Frau und sah mir tief in die Augen. Ihr Augen strahlten und das Saphirblau in ihnen tanzte. Das Haar war dicht und silbern und floss ihr in Wellen bis zur Hüfte. Auf ihrer Stirn befand sich ein schönes, saphirfarbenes Symbol, welches sich stark von ihrer hellen, fast weißen Haut abhob. Es hatte die Form einer Mondsichel, deren Spitzen zu ihrem Scheitel zeigten. Zwischen den Spitzen befanden sich drei Punkte, die die Sichel zu einem Kreis vollendeten.
Wer ist sie nur? Sie sieht wie eine Elfe aus, nein, wie ein göttliches Wesen und doch kommt sie mir vertraut vor: Ihre mandelförmigen Augen, die kleine Stupsnase. Ganz feine Sommersprossen auf Nase und Wangen und ein kleines herzförmiges Muttermal an der rechten Schläfe. Eine vertraute Fremde.
Sie fuhr zusammen und zitterte ängstlich.
„Nein, hab keine Angst, ich tue dir nichts.“, schallte meine Stimme durch den kleinen Raum. Ich streckte meine Hand nach der Frau aus, auch sie streckte mir ihre Hand entgegen, doch als unsere Fingerspitzen sich trafen und das bekannte, warme Gefühl einer Berührung ausblieb, wurde ich mit voller Wucht wieder in die Realität zurückgeworfen. Ich berührte die kalte, glatte Oberfläche des Ganzkörperspiegels im Bad meiner Grandma.
Langsam wanderte mein Blick von den Fingern hoch zu ihren Augen. Als ich in ihre Augen blickte, hatte sie den selben angsterfüllten und verwirrten Blick, den ich auch von mir kannte.
Ich strich mir eine silberne Strähne aus dem Gesicht und betrachtete sie.
Merkwürdig, träumte ich das nur?
Ich nahm meine Bürste zur Hand und fuhr einige Male durch das lange Haar. Es war viel länger, als ich es jemals gehabt hatte. Meist ging mir mein Haar nur kurz über die Schulter, da es mir sonst immer viel zu warm war in Los Angeles. Ich legte die Haarbürste wieder weg und betrachtete nochmal die vertraute Fremde mir gegenüber.
Vertraut und fremd... Ich habe das Gefühl, dass ich mich schon mal so gesehen habe.
Mein Blick bewegte sich zum Symbol.
Was es nur bedeuteten soll?
Ich berührte es sacht mir meinem Zeigefinger und eine Gänsehaut überkam mich. Als ich es jedoch nachzeichnen wollte, begann es zu glühen. Hastig zog ich meine Hand weg, das Glühen ließ nach und verebbt schließlich gänzlich.
Ich schüttelte mich und schraubte anschließend den Wasserhahn auf, um mir mein Gesicht zu waschen. Das kalte Wasser fühlte sich so geborgen an, wie eine Schutzschicht auf meiner Haut. Ich fühlte mich erfrischt und wach. Doch als ich wieder aufblickte, sah ich keine Veränderung. Langsam fühlte ich mich unbehaglich. Mein Blick schoss zur blauen Tablette.
Würde die helfen? Würde ich mich dann wohler fühlen?
Noch ehe ich weiter darüber nachdenken konnte, schnappte sich meine Hand die Pille, warf sie mir in den Mund und stürzte das ganze Glas Wasser herunter.
Gespannt wartete ich auf eine Veränderung. Binnen weniger Sekunden nahm meine Haut wieder eine gesunde rosige Farbe an. Die Haare wurden von Sekunde zur Sekunde dunkler und dunkler, und fielen aus, sodass sie wieder meine normale Länge annahmen. Die weißen, runter gefallenen Haare lösten sich auf. Auch meine Augen wechselten vom tanzenden Saphirblau zum gewohnten Haselnussbraun mit goldenen Sprenkeln um die Pupillen herum. Zuletzt verblasste das Mal auf meiner Stirn.
Die Fremde war verschwunden. Zurückgeblieben bin ich in meiner vertrauten Form, als ob nie etwas gewesen wäre.
Eine Welle von Müdigkeit schlug in mich hinein. Ich gähnte ausgiebig, putzte mir die Zähne und nahm mein leeres Glas.
Ich atmete tief durch, schloss leise die Badtür auf und linste nach links, in die Richtung von Grandmas Schlafzimmer und dann nach rechts die Treppe herunter. Unten im Flur war noch das Licht an.
Sicher ist sicher. Ich hatte Grandma das letzte Mal in der Küche gesehen und hochkommen hatte ich sie auch nicht gehört. Ein mulmiges Gefühl in meinem Bauch bestätigte mich.
Von wegen alte Frau, die in die Federn muss, dachte ich schmunzelnd.
Schnell huschte ich in mein Zimmer gegenüber. Die Tür schloss mit einem Klick.
Früher war dies mal Mums Zimmer gewesen. Ein gemütliches Metallbett stand links neben der Tür, das mit vielen Kissen in blau, rosa und violett, bedeckt war. Auf der Südseite stand ein monströser Kleiderschrank aus Birke. Ein dazu passendes Regal, bestückt mit meinen Lieblingsbüchern und Andenken an meine Eltern, standen an der Nordseite, direkt daneben die Fensternische mit Waldausblick. Grandma hatte mir nur noch einen Computer auf den Schreibtisch unterm Fenster gestellt, sodass ich meine Schularbeiten ordentlich machen konnte.
Ich stellte das Glas auf meinen Nachttisch und hüpfte in Bett. Die Decke bis ans Kinn hochgezogen murmelte ich mich an.
Eine weitere Woge der Müdigkeit überkam mich.
Kann es wirklich möglich sein? War das wirklich echt, oder nur eine Halluzination? Musste ich aus diesem Grund die Tabletten neben? Damit ich nicht halluzinierte? Was für ein Abend... Hoffentlich wird der morgige Tag besser.
Ich wälzte mich nochmal herum und fand eine geeignete Schlafposition, gähnte nochmal ausgiebig und ein letztes Bild der vertrauten Fremden huschte durch meine Gedanken, bevor sich meine Augen schlossen.
„NEIN! Wie... wie... wie konnten sie nur?“, meine Hand zitterte, während ich die Zeilen wieder und wieder las, „Ihr wusstet es und habt mir nie, nie auch nur ein Wort gesagt? Wieso nur? Wieso? Ihr seid tot... Und alles nur meinetwegen... Nur weil du MICH warnen wolltest, Mum. Selbst SIE wusste es schon. Es wussten alle, alle außer mir.“
In meinem Hals bildete sich ein Knoten und ein lautes Schluchzen entkam aus meiner Kehle. Mein Körper wurde innerlich zerrissen, als mich die Erkenntnis traf. Die Tränen liefen mir leise über die Wangen und ich sackte schwer auf dem staubigen Dachboden zusammen. Hilfesuchend knüllte ich den Brief in meiner Hand an meine Brust und immer mehr Tränen rannten über mein Gesicht. Ich schluchzte und weinte, bis kein Laut und keine Tränen mehr aus mir herauskamen.
Meiner Trauer wich einem dumpfen Gefühl, als wäre ich in Watte eingepackt. Betäubt nahm ich das ausgeblichene Papier, strich es glatt und las wie in Zeitlupe nochmal die Worte meiner Mutter. Die letzten Tränen fielen auf den Brief und ließen die Schrift ein wenig verschwimmen.
Ich blicke zum Vollmond: „Wieso hast nicht wenigstens du mich gewarnt? Wieso hilfst du mir nicht?“ Doch das erwartete Gefühl in meiner Brust blieb aus. Auch sie hatte mich verlassen...
Der Betäubung wich Wut. Wut auf meine Mutter, auf Selene und auf sie.
„Wieso wurde ich in dieser Nacht geboren? Wieso konnte es niemand anderen treffen, wieso ist es mein Schicksal?“, schrie ich den Mond an.
Wieder keine Antwort. Ich atmete tief durch, wand meinen Blick vom Mond ab, zurück zum Brief.
Mein Herz raste. Zitternd faltete ich ihn, stand auf und klopfte mir den Staub von der Kleidung.
Mein Herz raste. Ich atmete nochmal tief durch, schüttelte mich und stieg die Klappleiter hinunter.
Mein Herz raste. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals herunter. Die Klappleiter schob ich wieder hoch. Sie schloss sich mit einem leisen Klick in der Decke und verschwand.
Mein Herz raste. Nie wieder wird mir so etwas passieren. Keine Geheimnisse mehr. Ein für alle mal., dachte ich.
Ich wischte mir die letzten Tränen aus den Augenwinkeln und reckte mein Kinn. Den kleinen Brief fest in der Hand, stellte ich mich ihr entgegen.
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Eine Freundin & ich wollen eine Gruppe machen ABER nur für Leute die sind die wir haha.👻
Also
Bedingungen :
●Alter egal 🙈
●Man sollte sich vllt für Mangas oder Animes interessieren 🍁oder🍁 wenigstens so mit dem Gedanken spielen sich das mal anzusehen💦 . ●Möglichst einen “SceneStyle” haben ODER🌼 ihn einfach cool finden und ihn im Herzen tragen ❤
●Humor haben , Cool drauf sein
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Diese “Regeln” sind nur , weil wir Leute suchen die zu uns passen und wir zu einer “Gemeinschaft” werden können
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Gefahr aus dem All Als die Menschheit die Oortsche Wolke am Rande unseres Sonnensystems erreicht, erwartet sie eine Überraschung: Das an Bodenschätzen und Wasser reiche Gebiet ist bereits besiedelt! Flüchtlinge und Vertriebene aus anderen Sonnensystemen leben dort bereits seit unvordenklichen Zeiten. Während die Menschen noch damit beschäftigt sind, ihre Gebietsansprüche notfalls mit Gewalt…