kein bock mehr auf schule - abbrechen. in sinzig eine ausbildung zum koch erhalten, die irgendwie nicht so das wahre ist - abbrechen. drogen und frauen machen mehr spaß. den vater kennenlernen nach 15 lebensjahren - was ein leben in luxus dieser doch führt... irgendwie schafft max es doch eine weitere ausbildung zum koch in einem edlen hotel in der region zu ergattern und schafft trotz drakonischem küchenchef aber gütigem hotelbesitzer irgendwie die abschlussprüfung. endlich eine ausbildung in der tasche und doch läuft es irgendwie alles nicht so wie es soll. es sind keine besonderen stationen, die er damit nacheinander versaut und aufgibt, während sein vater, der große antiquitätenhändler in die große welt des kulinarischen genusses einführt und sich die frage stellt, ob es für jemanden wie ihn möglich wäre denmächtigen fußstapfen des großen vorbildes - denn trotz allem scheinbaren hass auf seinen beruf hat er eines - tim raue zu folgen.
es ist max strohes debüt in der literatur, die küche war ihm von anfang an nie groß genug - so zumindest kommt es in diesem biographischen roman beim leser an! und es macht ja auch sinn: warum sich mit dem kochen zufrieden geben, wenn man auch eine weitere kunst beherrscht - das schreiben... es liest sich schnell und gut mit einer unprätenziösen sprache und fühlt sich an, als säße max strohe direkt neben dir und würde einem nicht nur einen schwank aus der jugend, sondern direkt sein ganzes leben erzählen... - und wer würde da denken, während man all diese sachen, erlebnisse, tiefpunkte erfährt, dass neben einem tatsächlich ein erfolgreicher, mit michelin-stern ausgezeichneter koch sitzt? es ist ein tolles buch, das aufzeigt, wie verrückt die dinge im leben häufig laufen. eine geschichte, die all jenen mut machen sollte, die jugendlich ratlos sich in einer situation befinden, die der max strohes ähneln, der fast aus dem nichts mit verzögerung etwas aufgebaut hat, von dem andere mit “geregelterem” lebensweg nur träumen können... ein gelungener start in die welt der literatur - doch hoffentlich gibt der autor deshalb jetzt nicht das kochen auf!