Die heilige Kuh Nummer 2 â lean
Noch eine sichere Möglichkeit, sich schnell aufs berufliche Abstellgleis zu befördern, ist, âleanâ als gute Methode oder als besonders nutzenstiftend anzuzweifeln. Wobei das durchaus zunehmend geschieht, aber eher verhalten und nur auf GeschĂ€ftsfĂŒhrerebene. Untergebene tun gut daran, lieber zu schweigen. So herrscht auch hierbei fast schon ein Rede- und Denkverbot in vielen Betrieben was das Hinterfragen von âLeanâ angeht. Es gilt als allgemeiner Konsens, daĂ lean das Heilmittel fĂŒr jedes Unternehmen und jede Produktion ist. Und auch fĂŒr die Betriebe, die bereits vieles davon schon realisiert haben, gilt dann immer noch als Marschrichtung âmehr davonâ. DaĂ man manchmal in die falsche Richtung damit lĂ€uft oder auf der Stelle tritt, ist ketzerisches Denken. Ganz so als hĂ€tte noch niemand von einem Grenznutzen oder rĂŒcklĂ€ufigen SkalenertrĂ€gen gehört. Denn viel hilft eben nicht immer viel und mehr davon dann auch nicht. Und wer es wagen darf, die lean Methoden etwas zu beleuchten stellt eben auch fest, daĂ oft SelbstverstĂ€ndlichkeiten als groĂe Erkenntnis oder gar als Methode âverkauftâ wurden. Eben z.B. daĂ zusĂ€tzliche Transporte innerhalb der Produktion nicht wertschöpfend sind, daĂ lange RĂŒstzeiten unproduktiv und auch Unterbrechungen nicht gerade wirtschaftlich sind. Das als âleanâ zu verpacken oder zu âverkaufenâ ist sicherlich nicht falsch, bringt aber auf der anderen Seite auch nicht gerade die Erkenntnis. Die Verbesserung wird eben nicht allgemein durch die EinfĂŒhrung von âleanâ erreicht sondern in erster Linie durch Vermeidung von Verschwendung aller Art. Und die Vermeidung von Verschwendung oder die Aufforderung nach Reduzierung von Stillstandszeiten als âMethodeâ zu verkaufen, grenzt schon an des Kaisers neue Kleider. Denn bei genauem Hinschauen ist ja noch gar nichts erreicht, nicht einmal die Verschwendung selbst aufgedeckt oder die Stillstandszeiten wirklich identifiziert, geschweige denn abgestellt oder reduziert. Und genau deshalb versuche ich andere Wege mit der modernen Arbeitswirtschaft. Diese geht nĂ€mlich ĂŒber das reine Methoden-Nennen (âmethods droppingâ) hinaus und wird statt dessen konkret. âMiss es oder vergiss esâ als mein Leitspruch ist keine Methode und hohle Phrase sondern der Beginn und die Richtschnur. Und wenn es statt âleanâ dann âfatâ werden wĂŒrde: das ist egal, wenn es dem Unternehmen weiterhilft! Nebenbei bemerkt: es bleibt schlank und einfach.










