Chronisch krank: in Scheiben, nicht am StĂŒck
Bei meinem letzten Krankheitsschub* sind mir ein paar Dinge aufgefallen. Teilweise geht es um meinem Umgang mit meiner Krankheit und teilweise um den Umgang von Menschen um mich herum mit mir wenn ich krank bin. Und da ich kein Tagebuch fĂŒhre, wĂ€hle ich tumblr zum festhalten.
*Meine chronische Krankheit heiĂt Psoriasis-Arthritis. Sie ist eine der vielen Krankheiten, die unter dem Begriff Rheuma zusammengefasst werden. Und weil ich Rheuma habe, seit ich so 3-5 Jahre alt war, weiĂ ich gar nicht, wie ein Leben ohne chronische Krankheit wĂ€re.
Bitte sagen Sie jetzt nichts
Ich finde es ja generell anstrengend, wenn Menschen glauben, sie mĂŒssten Körper von anderen Menschen kommentieren (oder ihre Kleidung oder sonstige Dinge). In den seltensten FĂ€llen ist das auch nur irgendwie hilfreich, und meist sagt es eh mehr ĂŒber die Person aus, die den Kommentar macht als die Person, ĂŒber die der Kommentar gemacht wurde.
Wenn es mir gerade krankheitsmĂ€Ăig nicht gut geht, dann ist mein Körper in meiner Wahrnehmung noch prĂ€senter als sonst. Ich brauche also nicht von anderen Menschen zu hören, dass ich krank, mĂŒde oder sonstwie schlimm aussehe, das weiĂ ich sehr wahrscheinlich nĂ€mlich schon. Okay, es gibt seltene Ausnahmen fĂŒr solche Kommentare, zB âDu siehst mĂŒde aus, magst du eine Cola oder ein StĂŒck Kuchen haben?â oder âDu wirkst ein wenig kaputt, darf ich dich nach Hause fahren?â Diese Ausnahmen gelten natĂŒrlich nur, wenn sie von Nahmenschen kommen. Ich möchte von fremden Menschen lieber nicht nach Hause gefahren werden.
Prinzipiell möchte ich ĂŒbrigens in 99,9% der FĂ€lle keine RatschlĂ€ge bezĂŒglich meiner Behandlung haben. Ich habe in den letzten Jahrzehnten vermutlich sowieso schon alle alternativen Heilmethoden gehört, die es so gibt. Von Magnetfeldtherapie ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel aus Algen bis zu Theorien ĂŒber ArachidonsĂ€ure. Ich will damit nicht sagen, dass darunter nicht Dinge sein können, die hilfreich sind. Es ist nur oft witzig, wenn mich Leute gerade seit 5 Minuten kennen, zufĂ€llig von meiner Krankheit erfahren, und direkt wissen, was ich tun muss, damit meine Psoriasis-Arthritis sofort und fĂŒr immer verschwindet. Klar, ich hab in den letzten 35 Jahren bestimmt niemals was ausprobiert und hab nur auf Ideen fremder Menschen gewartet: Wenn ich jetzt nie wieder Gluten esse. Zucker ist echt böse. Mal 10 Kilo abnehmen. Mein Körper ist ĂŒbersĂ€uert? Ăh. Seufz.
Spannend fĂ€nde ich höchstens, wenn ihr von neuen TNF-alpha-Blockern wisst, die in Deutschland bald fĂŒr die Behandlung von PsA zugelassen werden. Ah stimmt nicht, ich finde auch vegane Kochrezepte spannend. Und vermutlich noch 1-2 andere Themen.
Ich meinte das andere âGutâ
Ich bin immer wieder verblĂŒfft, wenn ich mal wieder vergessen hatte, wie schlimm Schmerzen mal waren. Wenn mich jemand fragen wĂŒrde, ob ich in meinem Leben oft Schmerzen habe, wĂŒrde ich âNein, meist ist alles gutâ sagen. Nun bedeutet mein âgutâ aber nicht dasselbe wie es fĂŒr gesunde Menschen bedeuten wĂŒrde. Gut bedeutet fĂŒr mich: Ich habe gelernt, mein Leben so auszurichten, dass ich möglichst wenig Schmerzen habe. Und wenn ich halbwegs okay durch den Tag komme ohne schlimmste Schmerzen oder gar einen Zusammenbruch oder so zu haben, dann ist es ein guter Tag. Und in den wenigsten Phasen meines Lebens gab es ĂŒberhaupt Tage, die komplett schmerzfrei sind. Schmerz gehört fast immer zu meinem Alltag dazu. Das kann also schon mal gar nicht der MaĂstab dafĂŒr sein, wie es mir geht.
Im U-Bahnschacht der Stadt, in der ich seit vielen Jahren lebe, gibt es eine bestimmte Treppe, die ich inzwischen nicht mehr so oft sehe, weil ich heute andere S-Bahnen nehme als damals. Aber wenn ich diese Treppe doch zufĂ€llig mal wieder sehe, fĂ€llt mir jedes Mal ein, wie ich dort mal vor vielen, vielen Jahren kaum herunterlaufen konnte, weil meine Gelenke so verdammt wehgetan haben. Ich weiĂ noch, dass ich ewig brauchte, bis ich die Treppe geschafft hatte und völlig verschwitzt unten ankam. Manchmal erinnere ich mich auch an andere Treppen, die ich rĂŒckwĂ€rts hoch- oder runtergehen musste, weil das weniger weh tat. So manche Treppen in meinem Leben, zum Beispiel TreppenhĂ€user oder die Treppe damals im Haus meiner Eltern, habe ich auch öfter mal auf dem Hintern rutschend bezwungen, weil es nicht anders ging.
An all das erinnere ich mich aber nur selten. Es gehört halt dazu, mir Strategien auszudenken, möglichst wenig Schmerzen zu haben. Ich hatte vor einigen Jahren mal eine ergotherapeutische Mini-Schulung dazu, wie ich mich möglichst gelenkschonend bewege. Zum Beispiel: Wenn ich auf dem Boden sitze und dann aufstehen möchte â wie stĂŒtze ich mich am besten mit den HĂ€nden ab? Die Schulung war ziemlich schnell zu Ende, weil ich (passiv) alles schon wusste bzw alles schon richtig gemacht hatte. Einfach weil ich mit körperlichen EinschrĂ€nkungen aufgewachsen bin und immer schon (unbewusst) darauf achten musste, Schmerzen zu verringern.
Werde ich also gefragt: âWie geht es grad mit deinen Gelenken?â Dann sage ich meist voller Ăberzeugung: âGanz gut.â - âHeiĂt das, du bist schmerzfrei?â - âOh honey, no.â
Vergleiche zwischen Krankheiten
Vor einer Weile hatte ich schon mal einen Blogbeitrag ĂŒber mein Leben mit chronischen Krankheiten gepostet. Dort habe ich u.a. beschrieben, wie schwierig ich es finde, wenn andere Menschen (die nicht chronisch krank sind) ihre temporĂ€ren Krankheiten mit meinen vergleichen. Das meine ich, ohne das Leiden der anderen Person abschwĂ€chen zu wollen, denn eine Grippe zu haben ist immer kacke. Aber sorry, wenn ich eine Grippe habe, ist es trotzdem etwas anderes, als wenn eine ansonsten gesund Person mal eine Grippe hat. Mein Immunsystem ist stĂ€ndig entweder ĂŒberdreht oder durch Medikamente manipuliert. Das ist super tricky und funktioniert alles nicht immer so, wie es soll. Wenn ich dann eine Grippe bekomme, kann das sein, als wĂŒrde jemand Ăl ins Feuer gieĂen. Sie dauert ewig und fĂŒhrt meistens direkt zur nĂ€chsten Krankheit (Bronchitis, MittelohrentzĂŒndung). Mein Körper ist dann also erstmal ne Weile beschĂ€ftigt. Und dann von Menschen zu hören, die nicht chronisch krank sind âoh ja, ich bin auch dauernd krank gradâ ist wirklich absurd. An schlecht gelaunten Tagen denke ich dann zynisch: âGanz bestimmt bist du nicht âdauernd krankâ, glaub mir.â
AuĂerdem ist das Vergleichen oder Gleichsetzen von Krankheiten doch eh quatsch. Ist doch kein Wettbewerb des Leidens hier. Und es fĂŒhlt sich fĂŒr mich auch nicht wie SolidaritĂ€t an, wenn andere Menschen ihr Kranksein Ă€uĂern weil ich meins gerade geĂ€uĂert habe. Trotzdem erlebe ich sehr oft, dass wenn ich sage, dass es mir nicht gut geht, mir mein GegenĂŒber erst mal die eigenen Krankheiten berichtet. Ich finde, wenn eine Person sagt âMir gehtâs grad nicht gutâ, dann kann die richtige Antwort doch nur lauten: âMist, das tut mir leid zu hören.â In welcher Welt ist eine passende Antwort: âMir gehtâs auch schlecht.â (Sicher gibtâs seltene FĂ€lle, in denen das passend ist. Ganz, ganz seltene.)
Nahmenschen als Erinnerungshilfe
So sehr ich fĂŒrchte, dass Krankheiten nie wieder weggehen, so schnell vergesse ich aber auch schlimme Krankheitsphasen wieder. Ich erklĂ€re mir das dadurch, dass ich nicht mehr klarkĂ€me im Leben, wenn ich die krassen Krankheitsphasen stĂ€ndig so prĂ€sent hĂ€tte. Neulich war ich zum Beispiel davon ĂŒberzeugt, dass ich noch nie so lange nach einem neuen Medikament gesucht hĂ€tte wie zur Zeit (ein halbes Jahr). Ich war ein wenig verzweifelt. Oder sehr.
Eine Nahperson erinnerte mich dann daran, dass die letzte Phase als ich ein neues Medi suchen musste, mindestens ein Dreiviertel Jahr gedauert hatte, wenn nicht lĂ€nger. Die Person war damals dabei, was inzwischen fast 10 Jahre her ist. In meiner Erinnerung war diese Phase der Medi-Suche auf höchstens 3 Monate geschrumpft. In Wirklichkeit hatte aber allein der Zeitraum des ewigen Fiebers ca. 5 Wochen gedauert. Ich hatte als Nebenwirkung irgendeines Medikaments stĂ€ndig krass hohes Fieber, so richtig runter ging es wochenlang nicht. Sogar all die Dinge, die ich als GegenmaĂnahme probiert hatte, waren mir entfallen: kalte Wadenwickel zum Beispiel oder warme Milch mit Honig und Pfeffer trinken. Erst als ich daran erinnert wurde, fiel es mir wieder ein. Die Pfeffer-Honig-Milch war ĂŒbrigens super eklig, daran erinnerte ich mich auch wieder. Auf jeden Fall waren diese Infos mehr als hilfreich: Es ist also aktuell nicht schlimmer als es jemals war, es fĂŒhlt sich nur so an.
Immer, wenn ich krank bin, habe ich Angst, dass das jetzt fĂŒr immer so bleibt. Wieso? Naja, bei chronischen Krankheiten ist es nun mal oft so, dass vereinzelte Dinge niemals wieder gut werden. Zum Beispiel Arthritis: Gelenke entzĂŒnden sich, schubweise, immer wieder. Irgendwann hinterlĂ€sst das Spuren, zB gehen Gelenkknorpel kaputt. Das fĂŒhrt dann wieder zu EntzĂŒndungen, und irgendwann ist das Gelenk dann fĂŒr immer crappy und deformiert. Oder durch Allergien entsteht Asthma Bronchiale oder chronischer Schnupfen. Und das bleibt dann mehr oder weniger so, es geht jedenfalls nie mehr richtig weg. Und weil ich sowas gewohnt bin, fĂŒrchte ich auch bei anderen Dingen, dass sie fĂŒr immer so bleiben. Selbst, wenn das super unwahrscheinlich ist, zum Beispiel bei MittelohrentzĂŒndungen, Halsschmerzen oder einer kleinen Hautinfektion.
Krankheitsphasen sind auĂerdem Zeiten, in denen ich glaube, dass mich alle Menschen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit schrecklich finden, auf jegliche Art unattraktiv, vielleicht sogar nervig oder unertrĂ€glich. Ăberwiegend sind das Projektionen, weil ich das gerade selbst ĂŒber mich denke. Umso cooler ist es, wenn mir Nahmenschen was Gegenteiliges sagen, zB wenn sie mir Komplimente fĂŒr meine neue Hose oder Frisur machen. Oder wenn sie was mit mir unternehmen, obwohl ich nicht ganz fit bin. Auch wenn es manchmal nur zum Seriengucken reicht, weil ich fĂŒr alles andere zu kaputt wĂ€re. Oder ein Ausflug mit dem Auto ins Einkaufszentrum, weil ich zu mĂŒde und weinerlich fĂŒr die S-Bahn bin. Es ist total wichtig, dass die Nahmenschen nicht weglaufen oder sich erst wieder bei mir melden wĂŒrden, wenn ich gesund bin. Aber in dem Fall wĂ€ren es vermutlich auch keine Nahmenschen ;)
In Krankheitsphasen merke ich auĂerdem, was fĂŒr krasse AnsprĂŒche ich eigentlich an meinen Körper habe: Er soll funktionieren. Und er soll vor allem nicht auffallen. Letzteres hat sicherlich auch was mit meiner enby (non-binary) Selbstverortung zu tun bzw. eher gesagt mit meinem Körper, der in der Ăffentlichkeit mal als mĂ€nnlich und mal als weiblich gelesen und kommentiert wird. Oft irritiert mein Körper (fremde) Menschen, so dass es nicht immer so unbeschwert ist, mich in der Ăffentlichkeit aufzuhalten. Wenn dann auch noch Kranksein dazu kommt, möchte ich mich umso mehr verkriechen und dass am liebsten niemand meinen Körper sieht. Aber wer mag im kranken Zustand schon gern fremde Menschen treffen?
Wenn das Kranksein in Form eines Schubs da ist, der sich ĂŒber Monate oder noch lĂ€nger hinzieht, dann wird das Unwohlsein mit dem eigenen Körper ein immer gröĂeres Problem. Und auch wenn âSelfcareâ (Dinge tun, die mir gut tun) in solchen SchĂŒben wichtig ist, so beendet dies den Schub ja nicht. Ich kann hauptsĂ€chlich warten und noch mehr warten, geduldig sein, und daran glauben, dass der Schub irgendwann wieder vorĂŒbergeht.
Mythos von krank vs. gesund
Solche Krankheitsphasen machen klarerweise auch was mit mir auf psychischer Ebene. Chronische Krankheiten haben 1. oft nicht nur eine Ursache sondern viele und 2. sind die Ursachen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit gar nicht alle bekannt. Ja, Stress spielt mit hinein, aber nicht nur. Ja, ErnĂ€hrung kann ein Faktor sein, aber nicht nur. Ja, genetische Veranlagung, aber nicht nur. Ja, irgendwelche âUmweltfaktorenâ, aber nicht nur. Vielleicht auch gar nichts davon, vielleicht auch etwas komplett unbekanntes. Es gibt einfach keine eindeutige KausalitĂ€t fĂŒr SchĂŒbe, kein âxyz ist passiert, deshalb der Schubâ oder âwenn ich jetzt xyz mache, wird es wieder gutâ. Es kommt einfach irgendwann, dann habe ich je lĂ€nger der Schub dauert immer mehr Angst, dass er niemals wieder geht. Aber irgendwann geht es mir dann doch wieder besser. Und dann sitze ich da, der Schub ist weg â und ich hab keine Ahnung, wieso?! Und wann das alles wiederkommt, und wie ich das nur ertragen soll.
Mir fĂ€llt immer wieder auf, dass ich von mir und meinem Körper einen gesunden Idealzustand im Kopf habe. Eine Vision davon, wie es sein sollte, wenn alles gut ist. Und hier spielen dann wieder die schon erwĂ€hnten krassen AnsprĂŒche an meinen Körper hinein: Wenn ich krank bin, soll er möglichst schnell wieder funktionieren und generell am besten nicht weiter auffallen. Also möglichst nicht abweichen von meiner idealen Idee vom Gesundsein. Aber diese Aufteilung von gesund und krank ist doch eine sehr kĂŒnstliche. Und sie kann sehr fatal sein, nĂ€mlich wenn der Anspruch ans Gesundsein zu einer Art Besessenheit wird, ein stĂ€ndiges Tracking des Körperzustands mit dem Ziel, den gesĂŒndesten Körper zu haben, der möglich ist. Als gĂ€be es so eine klare Trennung zwischen krank und gesund. Und als wĂ€re Gesundsein nur die Abwesenheit von Krankheit.
Da ist dann auch der Gedanke nicht weit, dass wir selbst Schuld sind, wenn wir krank werden. Wenn wir krank sind, haben wir nicht gut auf uns geachtet, so die Idee. Dann haben wir wohl zu viel Zucker, Junk Food, Alkohol oder sonstige vermeintlich bösen Dinge konsumiert oder haben zu viel gearbeitet. Diese Unterteilung in guten und schlechten Lebensstil (und ErnĂ€hrungsstil) ist ja durchaus verbreitet, und ehrlich gesagt, ich kann damit nicht viel anfangen. Es gibt keine guten und schlechten Lebensmittel und es gibt auch keinen per se schlechten Lebensstil, der fĂŒr alle Menschen gleichermaĂen gilt. Und trotzdem habe ich meine MĂŒhe, mir solche Bewertungen fernzuhalten. Wie könnte es auch anders sein? Wir sind doch stĂ€ndig davon umgeben, uns selbst zu optimieren, âbesserâ zu essen, âbesserâ Sport zu machen, âbesserâ Arbeit und Privatleben auszubalancieren, auf der Suche nach dem total durchoptimierten Lebensstil. Und das dann auch noch im Kapitalismus. So ein Bullshit.
Auch wenn es mir gerade wegen Krankheiten nicht gut geht, fĂ€nde ich es gut, wenn Menschen nicht anders mit mir umgehen als sonst. Ich möchte trotzdem gefragt werden, ob ich zu einer Veranstaltung mitkomme. Wenn ich nicht mit kann, sage ich nein. Das ist angenehmer, als gar nicht erst gefragt zu werden. Und ich mag trotzdem Telegram Nachrichten von Partys geschickt bekommen, auch wenn ich selbst nicht mit dabei sein kann. Ich mag nicht, wenn Menschen von vornherein annehmen, ich kann gerade irgendwas nicht, ohne dass sie mit mir drĂŒber gesprochen hĂ€tten. Auch wenn es mir schlecht geht, möchte ich gern selbst ĂŒber mich entscheiden.
Akute Krankheitsphasen sind zwar irgendwie Ausnahmezustand â ich kann weniger coole Dinge tun als sonst, bin öfter mĂŒde, mehr genervt, sarkastischer (geht das?), ungeduldiger und so weiter. Trotzdem will ich mein Leben dann nicht komplett auf Pause stellen. DafĂŒr sind diese akuten Phasen zu hĂ€ufig. Ja, ich muss dann mehr Termine und Dinge aussortieren und kann weniger als sonst, aber viele Dinge gehen trotzdem.
Und wenn ich zu irgendwelchen Veranstaltungen nicht kommen kann, genĂŒgt fĂŒr mich als Reaktion: âAch schade, du wirst uns fehlen. Aber dann beim nĂ€chsten Mal wieder.â Mehr mĂŒssen wir gar nicht drĂŒber reden. Es ist halt wie es ist. Ich gucke, wo meine Grenzen sind, und habe vermutlich trotzdem ein schlechtes Gewissen weil ich immer denke, dass ich andere Menschen hĂ€ngen lasse, und wie immer grĂŒble ich trotzdem zu viel ĂŒber das Warum und den Sinn von chronischen Krankheiten nach. Aber so ist es halt in meinem Kopf.
( CC-by-nc-nd sam chills, 2017)