darsteller: jorinde lea miller, dominik görlach, marlÚne meyer-dunker, gerdy zint, antonio wannek
drehbuch: vanda molnar, katja sambeth
nachdem jennys vater gestorben ist, beschlieĂt ihre mutter in die nĂ€he der groĂeltern zu ziehen - in die stadt greifswald an der ostsee. weit weg vom bisherigen wohnort frankfurt. schon der erste satz bei der ankunft ist, ihr wunsch wieder zurĂŒck nach frankfurt zu gehen - was beim anblick der tristen und scheinbar endlosen einöde der plattenbauten sehr verstĂ€ndlich erscheint. die wut der 15-jĂ€hrigen jenny auf die welt ist groĂ: der verlust des vaters, ihrer umgebung, hinein in eine neue welt. ihr halt scheint einzig ihr hund. ob all der schmerz sie erst rebellisch gemacht hat wird nicht deutlich, doch sie muss seit ihrer ankunft sozialtunden in einem jugendzentrum in schönwalde, dem stadtteil, in dem sie wohnt ableisten.Â
wĂ€hrend ihre mutter immer weiter in selbstmitleid verfĂ€llt, integriert sich jenny schnell in der neuen umgebung, avanciert zur chefin einer gruppe, mit der sie den ganzen tag abhĂ€ngt und die sie als ihre neue familie sieht - dabei baut sie eine besondere beziehung zum kleinen joey auf, der, wie sich im laufe des films ergibt, bedeutend gröĂere probleme hat.
als sich jennys mutter eines tages plötzlich aufrafft, ihr leben wieder selbst in die hand nehmen möchte und ihren job in frankfurt wieder annehmen will, ist der erste satz jenny bereits mehr als geschichte, ...Â
dieser film gibt nicht nur ein erschreckendes, sondern leider auch wahres bild der verhĂ€ltnisse und des lebens in sozialen brennpunkten deutscher stĂ€dte wieder. wo die jugend keine zukunft sieht, verliert sie auch die hoffnung. âwarum soll ich zur schule gehen, ich bekommÂŽ spĂ€ter eh hartz IVâ war ungefĂ€hr die freche formulierung eines der jugendlichen gegenĂŒber jennys mutter.
laut duden ist ein glutnest eine âversteckte kleinere, eng zusammengeballte glĂŒhende masseâ, von der brĂ€nde ausgehen. katja sambeth zeichnet in ihrem film nicht nur eine ergreifende geschichte, sondern formuliert zugleich eine kritik an der sozialem wirklichkeit, ĂŒber die zu gerne hinweggeschaut wird, bis es anfĂ€ngt, tatsĂ€chlich zu brennen. die tatsache, dass fast alle schauspieler laien waren, kinder aus dem viertel, die einfach mitgespielt haben und durchweg ĂŒberzeugen macht den film und die in ihm herrschende atmosphĂ€re umso authentischer.