Bei der jährlichen Wartung der Gastherme macht mich der Monteur darauf aufmerksam, dass wir selbst Wasser in die Therme nachfüllen können, falls zwischen den Wartungsterminen einmal die entsprechende Fehlermeldung angezeigt wird. Ich müsse einfach nur im Baumarkt einen Schlauch und einen Adapter für den Wasserhahn in der Küche besorgen.
Ich versuche also herauszufinden, was für einen Schlauchanschluss ich da brauche. Die Bedienungsanleitung der Therme ist wenig hilfreich. Sie sagt lediglich, dass man Wasser in die Therme nachfüllen kann, beschreibt aber weder wie das geht, noch wo eigentlich der entsprechende Anschluss an der Therme ist. Mit einigem Googeln finde ich heraus, dass ein “Loch” unten an der Therme dafür gedacht ist.
Ich messe den Durchmesser des Thermen-Lochs (25,4 cm = 1 Zoll), und den unseres Küchenwasserhahns (24 mm). Noch unter dem Eindruck der Beschreibung des Monteurs, dass das alles ganz einfach sei, bestelle ich bei Amazon 3 Meter Schlauch mit 1 Zoll Durchmesser, zwei 1-Zoll-Schlauchanschlüsse mit Gewinde, bei denen schon passende Schlauchschellen dabei sind, und einen Adapter, um einen Schlauch an einen 24-mm-Wasserhahn anzuschließen. Beim Versuch, alles zusammenzubauen, stellt sich schnell heraus, dass es doch nicht so einfach ist. Das Gewinde der Schlauchanschlüsse passt weder an den Wasserhahn-Adapter noch in den Thermenanschluss. Ich schicke die bestellten Teile also zurück.*
Ich schaue mir die Anschlüsse noch mal genauer an und stelle fest, dass ich fälschlicherweise den Außen- statt den Innendurchmesser des Thermenanschlusses gemessen hatte. Der Innendurchmesser ist nicht 1 sondern ¾ Zoll. Ich fahre in einen Baumarkt. Nach zwei Stunden angestrengten räumlichen Denkens und mehrmaligem Hin-und-Her-Laufen zwischen der Sanitärinstallations- und der Gartenabteilung, deren Auswahl an Schlauch- und Rohranschlüssen sich nur zum Teil überschneidet, schaffe ich es tatsächlich, die richtigen Teile auszuwählen und baue daheim erfolgreich meinen maßgeschneiderten Schlauch zusammen: An den 24-mm-Wasserhahnanschluss (Innengewinde) kommt ein Adapter (“Reduzierstück”) mit zwei unterschiedlichen Außengewinden, an den eine Schlauchtülle mit ¾ Zoll Innengewinde passt. Das andere Ende der Tülle passt in einen Schlauch mit ½ Zoll Durchmesser und wird mit einer Schlauchschelle fixiert. Am anderen Ende des Schlauches: Wieder eine ¾ Zoll-Tülle (hier aber Außengewinde), die wiederum in den ¾ Zoll Thermenanschluss mit Innengewinde passt.
Um die Therme zu füllen, muss man erst den Perlator aus dem Wasserhahn heraus- und das Reduzierstück hineinschrauben, und dann den Schlauch an das Reduzierstück und die Therme schrauben (was nicht ganz einfach ist, da man dabei unweigerlich den Schlauch dreht und der sich dadurch etwas einkringelt). Dann dreht man den Wasserhahn auf, sprintet zur Therme, und dreht dort das Ventil auf. Das Ventil ist “gefedert”, man muss also die ganze Zeit die Hand daran haben, um es offen zu halten. Gleichzeitig muss man die Druckanzeige an der Therme im Auge behalten. Wenn der Wasserdruck wieder im grünen Bereich ist, lässt man das Ventil los und sprintet zurück zum Wasserhahn, um ihn abzustellen. Egal wie schnell man ist, es baut sich immer etwas Druck auf, so dass einem beim Abschrauben des Schlauches Wasser entgegenspritzt.
* Das kurze Schlauchstück wurde für mich auf Bestellung von der Rolle geschnitten. Ich bin unsicher, ob man sowas überhaupt zurückgeben kann. Amazon zeigt mir aber einen Rückgabe-Button an und spuckt anstandslos ein Rücksendeetikett aus. Kurze Zeit nachdem ich den Schlauch zurückgeschickt habe, bekomme ich eine Nachricht vom Verkäufer, die mich darauf hinweist, dass man für Schlauchstücke nach Maß keine Rückerstattung erhalten kann. Ich antworte, dass ich dafür Verständnis habe, ich jedoch ganz gerne darüber informiert worden wäre, bevor mir Amazon offiziell die Rückgabe ermöglicht. Erstaunlicherweise macht der Verkäufer daraufhin einen Rückzieher, sieht ein, dass es da ein Problem mit der Einstellung der Rückgaberichtlinien gab, und überweist mir das Geld für den Schlauch zurück.