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"Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt" Bärbel Steinberger, Katrin Schumann (Rezension)
„Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt“ zeigt, warum samenfeste Sorten mehr sind als Nostalgie – sie sind ein politisches Statement, ein sinnlicher Genuss und ein praktischer Weg, den eigenen Garten in eine kleine Arche der Geschmäcker zu verwandeln. Ein Buch für alle, die Saatgut als Kulturgut begreifen.
Zusammenfassung / Inhalt "Alte GemĂĽsepflanzen wiederentdeckt"
Aus GroĂźmutters Garten mit fabelhaftem Geschmack - Anbau, Rezepte & Tipps
"Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt" von Bärbel Steinberger und Bildern von Katrin Schumann wurde von Gräfe und Unzer (GU) am 17.01.2026 herausgegeben. Samenfeste Sorten sind die Basis jeglicher Agrarkultur. Ihr Anbau sichert die Erhaltung besonderer Eigenschaften, die auch für unsere Enkel und deren Enkel erhalten werden sollten.
Verschwundene Vielfalt - Alte GemĂĽsepflanzen wiederentdeckt
Heute widmen wir uns der Kulturpflanzenvielfalt. Doch das war nicht immer so. Am 30. Juni 1980 strichen Brüsseler Bürokraten per Dekret 1.500 Sorten von 23 Gemüsearten aus dem Sortenkatalog. Dabei verschwanden 89% aller Tomaten- und 86% aller Gurken- und Melonensorten. Wir durchforsten Genbanken, historische Berichte, alte Saatgutkataloge, vergessene Sortenlisten, vererbte Kochbücher und mündliche Überlieferungen, um die Agrobiodiversität wiederzufinden.
Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft, Konzentration bei Saatgutzüchtern und Sortenschutz verschwanden in Deutschland und Österreich viele alte Gemüsesorten. Der Sortenschutz verlangt eine staatliche Zulassung für den Saatguthandel. Um die Sortenvielfalt zu fördern und Ernährungssouveränität zu sichern, muss die EU die Saatgutgesetzgebung ändern.
„Wer das Öl kontrolliert, hat die Kontrolle über ganze Nationen. Wer die Nahrungsmittel kontrolliert, hat die Kontrolle über das ganze Volk.“ - Henry Kissinger
Marktmechanismen wie Angebot und Nachfrage tragen zur geringen Sortenvielfalt bei. Wonach wählen wir Gemüse aus? Schönheit allein genügt nicht. Geschmack erkennen wir über sechs Qualitäten: süß, sauer, salzig, bitter, umami (aus dem Japanischen – wohlschmeckend) und fettig. Alte Gemüse bieten gesunde Gaumenfreuden, da sie oft mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Um wieder Geschmacksexperten zu werden, brauchen wir Übung. Wer nur Standard kennt, schmeckt die feinen Unterschiede nicht. Da es diese Gemüsesorten kaum noch gibt, fehlen auch die Rezepte.
Als Gegenmodell zu Fast Food gründete man 1986 in Italien „Slow Food“, um die Ess- und Trinkkultur zu pflegen. 1996 entstand das Projekt „Arche des Geschmacks“, um bedrohte Nutztiere, Nutzpflanzen und traditionelle Lebensmittel zu bewahren. Das Buch nimmt diesen Faden auf und übersetzt die großen Ideen der Ernährungsbewegung in konkrete Gartentipps und Küchenpraxis: vom Saatgutkauf über eigene Saatgutgewinnung bis hin zur kreativen Verarbeitung in alltagstauglichen Rezepten.
Im Supermarkt findet man heute die volle Breite der üblichen Gemüsesorten, unabhängig von der Jahreszeit. Umweltfreundlicher sind lokale, saisonale Gemüse, da sie weniger Kilometer (Food Miles) zurücklegen. Biohändler bieten saisonabhängige Obst- und Gemüsesorten aus der Region an. Es gilt als schick, sein Gemüse selbst anzubauen. Die Autorinnen liefern das Wissen und die Motivation, alte Gemüsesamen zu nutzen.
Alte Gemüsepflanzen im Porträt - Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt - Der Leser entdeckt über 60 ausführliche Gemüseporträts mit Ratschlägen zu Anbau, Pflege, Ernte und Lagerung. Die Leser erfahren, wie man Saatgut gewinnt und alte Sorten erhält. - 24 Seiten Salatgemüse mit Tabelle „Interessante alte Salatsorten“ und Rezepten. - 13 Seiten Spinatgemüse mit Tabelle und zwei Rezepten. - 16 Seiten Fruchtgemüse wie Gurke, Paprika, Tomate, Zucchini, Zuckermelone, Aubergine, Andenbeere, Okra und Zuckermais. Dazu Tabellen und zwei Rezepte. - 14 Seiten Hülsenfrüchte mit Tabellen und Rezepten. - 17 Seiten Wurzel- und Knollengemüse mit Tabellen und Rezepten. - 7 Seiten Zwiebelgemüse mit Tabelle. - 15 Seiten Kohlgemüse mit Tabelle und Rezepten.
Weitere Gemüsearten wie Hopfen, Meerrettich, Rhabarber usw. und Rezepten. Die klare Gliederung und die tabellarischen Übersichten machen das Buch zu einem praktischen Nachschlagewerk, das sowohl Einsteiger als auch erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner nutzen können, um gezielt passende Sorten für Hochbeet, Garten oder Gewächshaus auszuwählen.
Fazit / Kritik: Alte GemĂĽsepflanzen wiederentdeckt
Bärbel Steinberger rückt ein wichtiges Thema in den Fokus. Es wäre schön, wenn jeder „Minibauer“ auf seinen „Feldern“ alte Gemüsesorten anbaut. So kämen wir der Artenvielfalt näher. Katrin Schumann zeigt mit ihren Bildern, dass viele Arten auch optisch den Garten bereichern. Schon ein Hochbeet eröffnet Möglichkeiten.
Wir haben das Glück, ein Hochbeet, einen Garten und ein kleines Gewächshaus zu besitzen. Vor drei Jahren zogen wir in unser Haus und erobern langsam Garten und Gewächshaus. Letztes Jahr begann ich mit einem Hochbeet. Wir ernteten über 500 Cocktailtomaten und zahlreiche Radieschen. Nächstes Jahr werde ich, soweit möglich, alte Gemüsesorten anbauen und hoffentlich auch ernten. Leider ist dieses Jahr unser Hochbeet voll bevölkert. Das Buch hat mich überzeugt, dass dies ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz ist.
Kritisch anmerken ließe sich, dass das Buch – dem Thema entsprechend – eine klare Haltung zur EU-Saatgutpolitik einnimmt und dabei komplexe rechtliche Fragen nur kurz streift; Leserinnen und Leser, die sich stärker für die politischen Hintergründe interessieren, müssen dafür zusätzliche Quellen konsultieren. Zudem könnten für Anfänger noch mehr praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Saatgutgewinnung hilfreich sein. Insgesamt überwiegt jedoch der Nutzen: „Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt“ verbindet Hintergrundwissen, Sortenporträts und Rezepte zu einem motivierenden Gesamtkonzept, das Lust macht, den eigenen Garten als Teil der großen Saatgut-Arche zu begreifen.
Bibliografie "Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt" Bärbel Steinberger
Bindeart:Â Pappband Sprache:Â Deutsch Erscheinungsdatum:Â 17.01.2026 ISBN:Â 978-3-8338-9975-1 Umfang:Â 192 Seiten Format:Â 190mm x 246mm Bilder/Fotos: 180
WeiterfĂĽhrende Links
Gräfe und Unzer "Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt" (GU)
Rezension "Gärtnern mit dem Hochbeet"
„Gärtnern mit dem Hochbeet“ von Folko Kullmann (Rezension)
Gärtnern mit dem Hochbeet: Tipps und Tricks von Folko Kullmannn
Folko Kullmanns Buch „Gärtnern mit dem Hochbeet“ beleuchtet die Besonderheiten dieser Gartenmethode. Es gliedert sich in drei Hauptteile: Hochbeete im Garten, Planen und Bauen, Pflanzen und Pflegen.
Hochbeete im Garten: Die Vorteile und Vielseitigkeit entdecken
Ein Hochbeet bietet viele Vorteile: Es macht unabhängig vom gewachsenen Boden. Gemüse, Kräuter, Blumen und kleine Sträucher gedeihen überall. Man muss sich nicht bücken. Hochbeete eignen sich vielseitig für die Gartengestaltung, etwa als Raumteiler. Schon im Mittelalter nutzte man Hügelbeete. Die geneigte Oberfläche lässt die Sonne im Frühling steiler einstrahlen, was den Boden schneller erwärmt. Ein Hochbeet ist eine Intensivkultur, die wenig Zeit für Unkrautjäten, Schneckenbekämpfung und Bodenverbesserung erfordert. Der Ertrag übertrifft den eines normalen Gemüsegartens deutlich. Kullmann erklärt, wie nährstoffreiche Erde dies ermöglicht. Im Hochbeet treten weniger Probleme mit Schnecken, Unkraut, Wühlmäusen, Pilzkrankheiten und Schädlingen auf. Die Anbausaison beginnt zwei Wochen früher als im Garten. Kullmann zeigt, worauf man bei der Standortwahl achten muss. Hochbeete lassen sich aus Holz, Stein, Ziegel, Metall oder Kunststoff bauen. Der Autor erläutert die Vor- und Nachteile der Materialien.
„Gärtnern mit dem Hochbeet“ Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Planung und Bau
Dieser Abschnitt bietet klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Er informiert über den besten Bauzeitpunkt und geeignete Füllmaterialien. Soll man selbst bauen, einen Bausatz nutzen oder einen Profi engagieren? Welche Ergänzungen sind sinnvoll? Rank- und Stützgerüste, Tunnel- oder Frühbeetkästen verwandeln das Hochbeet in ein Mini-Gewächshaus. Der Standort ist entscheidend: Sonne oder Schatten? Pflanzen gedeihen, wenn sie die richtigen Bedingungen erhalten. Daher sollte man die Standortfrage mit der Frage „Was möchte ich anbauen? “ klären. Soll das Hochbeet im Frühling oder Herbst entstehen? Der Abschnitt listet Vor- und Nachteile von Bausätzen und Eigenbau auf und nennt die benötigte Werkzeugausstattung. Er vergleicht die Eigenschaften der Baumaterialien.
Pflanzen und Pflegen im Hochbeet: Expertenrat für eine reiche Ernte mit dem Hochbeet“
Der letzte Teil liefert wichtige Informationen zu Gemüse, Salaten, Kräutern und Obst: Welche Sorten sind empfehlenswert? Wie sät, pflanzt, gießt und düngt man am besten? Was tun bei Krankheiten und Schädlingen? Interessant sind die Anbaupläne für drei verschiedene Gemüsebeete. Hochwertige Werkzeuge lohnen sich langfristig. Zur Grundausstattung gehören: Handschaufel, Blumengabel, Handharke, Handrechen, Messer, Gartenschere, Gießkanne oder Schlauch und Handschuhe. Ein Überblick zeigt, was Pflanzen wirklich brauchen: Gießen, Düngen und Pflegen. Der Arbeitskalender ist besonders für Anfänger ein wertvoller Leitfaden. Kullmann zeigt, welche Pflanzen im Hochbeet besonders gut gedeihen und reiche Ernten versprechen.
Fazit/Kritik „Gärtnern mit dem Hochbeet“
Letztes Jahr integrierten wir ein Hochbeet als Bausatz in unseren Garten. Glücklicherweise machten wir keine größeren Fehler beim Aufbau. „Gärtnern mit dem Hochbeet“ erklärt verständlich, welche Entscheidungen man vor der Aussaat treffen muss, um die gewünschte Ernte zu erzielen. Das Buch ist eine große Hilfe und motiviert, neue Wege zu gehen. Besonders das Kapitel „Naschobst im Hochbeet“ gefällt mir. Beerensträucher, Erdbeeren, Ringelblumen, Tagetes, Kräuter und Kapuzinerkresse teilen sich diesmal unser Hochbeet mit Cocktailtomaten. Das Buch ist ideal für alle, die mit einem Hochbeet gärtnern möchten.
Bibliographie "Gärtnern mit dem Hochbeet"
Erscheinungsdatum:Â 17.01.2026
ISBN:Â 978-3-7589-0189-8 144 Seiten
GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH
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Gräfe und Unzer Verlag
Rezension "Mehr Power fĂĽr dein GemĂĽse" Felix Wilming

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