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Folien bedrucken. So gehts
Ende 2004
Farbdrucken im Büro als Extremsport mit Beweisvernichtung
Da die Übernahmesituation nach der Ausbildung schwierig ist, schreiben wir Bewerbungen.*
Auf der Arbeit gibt es verteilt mehrere Farbdrucker, deren Benutzung uns Azubis aber mit Hinweisen auf die immensen Kosten quasi untersagt war. De facto konnte aber natürlich niemand nachprüfen, ob wir diese Drucker benutzten oder nicht, da sie wie alle anderen am Netzwerk hingen.
Ein mir bekannter Farbdrucker stand irgendwo auf der sechsten Etage, während wir auf der ersten Etage saßen. Ausdrucken auf dem Farbdrucker unter Vermeidung möglichst aller denkbaren Spuren funktionierte so:
Ich stellte alles so weit auf meinem Rechner ein, bis nur noch jemand auf den "Drucken"-Button drücken musste.
Dann lief ich in den sechsten Stock und legte außerdem auch gerne ein Spezialpapier ein, das ein bisschen dicker und insgesamt schöner war als das übliche Druckerpapier.
Dann lief ich zu einem Telefon (da standen aus irgendeinem Grund anscheinend immer auch Telefone rum, die nicht konkret einem Mitarbeiter zugeordnet waren) und rief A. an, der an meinem Rechner saß und auf das Signal zum Drücken des "Drucken"-Buttons wartete.
A. klickte auf "Drucken".
Ich wartete am Drucker, bis alles ausgedruckt war, beseitigte dann jegliches Beweismaterial, und verschwand wieder auf die erste Etage.
(Im Nachhinein merke ich, dass es auch sein kann, dass diese umständliche Handhabung notwendig war, weil ich immer dieses Spezialpapier hatte und das ja einlegen musste und sichergehen, dass nicht aus Versehen jemand anders dann damit druckt. Es kann aber auch sein, dass wir im Büro nebenan zwar einen Farbdrucker gehabt hätten, da aber auch der Ausbilder und der Ausbildungsleiter saßen und uns die Benutzung dieses Druckers unter diesen Umständen zu heikel war.)
* Für die Nachwelt: Damals war es durchaus noch üblich, Bewerbungen auf Papier auszudrucken, in ein großes Kuvert zu stecken und richtig zu versenden. Verrückt, unvorstellbar, aber wahr!
(Anne Schüßler)