Melanie nimmt sich noch einen Keks. Langsam beginnt sie daran zu knabbern. Och nee, gerade hat sie aufgehört zu heulen. Wenn sie so an einem Keks rumknabbert dann bekommt sie gleich wieder einen Heulkrampf. „Melanie, hör auf zu heulen, der ist es sowieso nicht wert!“, rufe ich genervt. Sind alle Mädchen so und ich bin komisch, oder muss ich Melanie nur einen Jungs-Entwöhnungs-Kur schenken? „Du, Melanie, du weißt doch, ich muss heute noch ins Tanzen“, sage ich. Melanie blickt auf. „Du willst mich alleine lassen?“, fragt sie mit verheulter Stimme. Ich nicke. „Ganz genau, Baby, ich verlasse dich“, sage ich und versuche lustig zu klingen. Genauso gut hätte ich auch versuchen können, mit dem Bobbycar durch eine massive Wand zu fahren. Melanie beginnt wieder zu heulen.
Plötzlich schaut sie auf. „Okay“, meint sie. Sie wischt sich die verschmierte Schminke weg und schminkt sich neu. Ich blicke ihr verwirrt hinterher. Was zum Teufel macht sie da? Schwungvoll schmeißt sie sich wieder auf mein Bett. Sie nimmt sich noch einen Keks. „Setz dich!“, fordert sie mich auf. Ich setze mich zu ihr. „Was ist los?“, frage ich misstrauisch und ziehe die zerknitterte Decke wieder gerade. Ich hasse Unordnung, ganz im Gegensatz zu Melanie. In der ihrem Zimmer könnten sich durchaus schon unliebsame Untermieter eingenistet haben. Melanie stört das nicht.