„So wir entwerfen jetzt den Masterplan!“, sagt sie dramatisch und unterstreicht das Ganze noch mit einer schönen Handbewegung. Was bitte? Genauso muss ich auch schauen, denn sie fährt ungeduldig fort: „Du weißt schon. Ein absolut narrensicherer Plan.“ Das funktioniert? „Und wozu brauchen wir einen solchen Plan?“, frage ich. Melanie stöhnt genervt auf. „Bist du irgendwie nicht mehr ganz knusper Jana?“, will sie wissen. Dafür liebe ich Melanie: für ihre durchgeknallt-coolen Redewendungen. Okay, eigentlich sind diese Redewendungen ziemlich dumm. „Wir machen einen unschlagbaren Plan, dass du endlich einen Freund bekommst. Du darfst gespannt sein!“, lässt sie mich wissen. „Wie bitte?“ Ich will überhaupt keinen Freund! Aber das scheint für Melanie inakzeptabel zu sein. „Wer soll denn der Glückliche sein?“, frage ich gelangweilt. In Wirklichkeit interessiert es mich rasend, wen Melanie für mich ausgesucht hat. Und vor allem, wem ich unbedingt aus dem Weg gehen muss. „Tommy“, sagt sie. Wer? Mein Gesicht ist ein einziges Fragezeichen. Wer bitteschön ist Tommy? Und wie soll ich jemanden aus dem Weg gehen, wenn ich ihn nicht kenne? „Kennst du nicht“, fertigt Melanie mich mit der Horrorantwort ab. „Das kannst du nicht machen!“, rufe ich. „Ich dachte du musst zum Tanzen?“, fragt Melanie unschuldig. Ja, ich musste zum Tanzen. Trotzdem war das ungerecht. Ich schmeiße Melanie regelrecht aus meinem Zimmer. Wutschnaubend packe ich meine Trainingstasche und ziehe meine Tanzklamotten an. Dann verlasse ich wahrscheinlich mit hochrotem Kopf das Haus.