11. Dezember 2019
Altertümliche Beglaubigung einer Abschrift
Auf der Website der Gemeinde melde ich mich für die Beglaubigung einer Passkopie an, die ich für ein Finanzinstitut brauche. Während der Anmeldung muss ich mich bei DigiD einloggen, mit dem Einwohner der Niederlande sich identifizieren können.Â
Am Ende der Anmeldung erhalte ich einen QR-Code. Mir wird mitgeteilt, dass ich ihn brauche, um zur Gemeindebeamtin vorgelassen zu werden. Ich mache mit meinem Telefon ein Foto des Codes, bekomme ihn aber auch in einer E-Mail zugeschickt.
Am nächsten Tag, bei der Gemeinde, melde ich mich bei einer der beiden Säulen mit meinem Geburtsdatum an. Die Säule weiß dann schon, dass ich eine Kopie beglaubigen lassen möchte. Sie druckt mir eine Warteschlangennummer aus, den QR-Code brauche ich gar nicht.Â
Die Beamtin macht eine Kopie von meinem Pass und holt den Beglaubigungsstempel. Auf dem Probeabdruck sieht sie, dass das Datum des Stempels noch nicht aktualisiert wurde. Während sie mit ihrem Fingernagel am blauen Gummirad zuppelt, beschwert sie sich, dass es dafür heutzutage keine bessere Lösung gibt. Zum Beglaubigungsstempel kommt noch ihr Namensstempel, eine blaue Unterschrift und ein Quittungsstempel für die Gebühr.
Alles, was die Beamtin macht, wäre vor etlichen Jahrzehnten genauso abgelaufen, außer vielleicht dem elektronischen Zahlungsvorgang.
(iris)

















