I started this tumblr 2013 as a platform to visualize the research of my doctoral thesis „Vom Stil zum Programm. Friedrich Nietzsche und der Deutsche Werkbund“ (Towards a Programmatic Architecture. Friedrich Nietzsche and the German Werkbund), which analyzes the influence of philosopher Friedrich Nietzsche upon the founding of the german German Werkbund in its early phase between 1907 and 1914. The research should open an alternative view of the intellectual fundamentals of architectural modernism, by focussing on the strong - but until today hidden - connections between the crisis of architecture at the end of the 19th century, the hope connected with an artistic life and the role model of the era of Attic tragedy postulated by Friedrich Nietzsche.
At the end of 2018 the thesis, which was supervised by the Chair of architectural theory Gerd de Bruyn and the chair of architectural history Klaus Jan Philipp at the University of Stuttgart has finally been published. It can be viewed and downloaded HERE
Unfortunately for my english speaking readers the thesis is written and published in german, but on page 13 you can find an english written abstract to give you a short overview view of the work.
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Der Nachwelt erscheint der Zensurbeamte immer als der Narr, der mit bloßen Händen Ströme aufhalten will, und ein Lexikon der Bücherverbote ist eins ihrer Kuriositäten. Was die Zeitgenossen zur Verzweiflung bringt, bringt die Nachgeborenen zum Lachen.
GĂĽnter de Bruyn: Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter. Eine Biographie, Frankfurt am Main 1996, S. 262.
Für die Erinnerung ist Vergangenheit nichts Unabänderliches. Nie hat sie ihren Zweck in sich selbst, immer dient sie gegenwärtigen Zwecken. Durch Vergessen, Verfälschen, Korrigieren, Deuten, Idealisieren paßt die Erinnerung vergangene Tatsachen der Gegenwart an. Mit Unehrlichkeit hat das nichts zu tun, nur mit veränderlichen Standpunkten.
GĂĽnter de Bruyn: Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter, Frankfurt am Main 1991, S. 16.
My winter expedition has officially started and as the days went by, the temperatures plummeted, things got tougher, but as things got tougher the bigger my smile became… This was exactly why I chose to cross this region in the Siberian winter!
Some people still thinks I’m on a holiday or that Im just a normal tour cyclist, traveling the world, but this is my job, this is what I do… To push the…
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Recycling doesn't always mean remaking it can mean just this - continuous productive use, this is one of those pieces that is as useful today as when it was made, a working piece of history, a direct link to the distant past.
This is as old as the hills and has been used for generations to cook potatoes and meats firstly in a bread oven and then in a regular oven. I bought it from a lady who was clearing her Grandmother's house and it was her Grandmother's!
There are many scratches scrapes and baked on patina - it is all there and fully marked. It is an amazing old dish that will be a talking point as well as remaining useful to this day.
It is a super antique dish that has been used and loved and has lived to tell the tale. If you want real used quality piece at a super price then this is for you. It was made around the 1880's as the back stamp indicates. The De Bruyn factory closed in 1916.
This is a real piece of history and has a spectacular patina and it still can be used today!
It measures 24 cm across about 8.25 inches and weighs 800 grams about 1.75 pounds
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Zu Günter de Bruyns »Märkische Forschungen. Erzählung für Freunde der Literaturgeschichte«
Untrügliches Zeichen, dass es gegriffen hat: Regen prasselt und der Schlag der Autotür ist noch längst nicht so abgefedert, da schlägt noch Metall ineinander, nur mit etwas Gummi. Wenn das erlebbar wird, nicht nur vor einem inneren Auge abläuft, sondern unmittelbar die Wahrnehmung der Lektüre ergreift, dann muss es eine gute Erzählung sein.
Irgendwo an den Rändern der Zeilen bilden sich Bildsequenzen, lassen Erfahrenes mit einem zu Erfahrenden dieser Erzählung verquicken – fein sich verästelnd erzählt de Bruyn aus den Schößen der Stickigkeit: der Provinz und den Institutionen.
Und nicht dass die hier sich darstellende Konstellation nicht triefen könnte oder in Gefahr stĂĽnde, mit einer Patina des Kitsches ĂĽberzogen zu sein: Pötsch, stark affizierter Hobbyforscher, trifft auf Prof. Menzel, im Wagen stecken geblieben irgendwo in der Provinz; und sie finden sich in ihrer Leidenschaft fĂĽr einen märkischen Jakobiner, den die Geschichte der Sieger wohl verdeckte. Der provinzlerische Idealist der Wissenschaft scheiternd im  Ringen (oh, wie tapsig er dort hineingeriet!, wie unbekĂĽmmert hineingeschlittert, »Hab doch Acht!« wird gerufen) mit dem in weinseeligen Stunden die Leere empfindenden Institutsherren.Â
Stoff, in dem sich »von früher« träumen lässt. Abziehbild für die Alben gekränkter Graduierter, Trostpflaster für Rancune, ja, viele sind so aufgewacht, das Scheitern universitärer Karrieren kann so schön externalisiert werden – und flugs versteift dies sich zu jenem hemdsarmeligen Hass auf die Schwatzbuden, der, ach, ein ewiger Montagmorgen wird. Nein, so lässt sich dies alles nicht verabschieden – vor allem nicht diese Erzählung. Einem urdeutschen Antiakademismus wird keine Widerspiegelung gewährt, aber Brechungen.
De Bruyn versteht sich zu deutlich im Schildern der abgelebten Beziehung, dem »Reiben der Panzerschiffe«, dort wo diese klassischen Antipoden, der Landschullehrer Pötsch und der professorale Dampfplauderer Menzel in all ihrer bornierten Geschlechtlichkeit Darstellung finden. Auch der von seiner Antipode Getretene, der Protagonist ist kein bloĂźes Identifikationsangebot: »Er brauchte keine Meinungen, er brauchte nur ein biĂźchen Resonanz. Elke tat gut daran, eine Antwort, die sie nicht wuĂźte, nicht erst zu versuchen. Sie sagte: ›Du wirst Hunger haben‹, und tischte auf«. Dass Sprechen ist hier knapp gehalten. Man sagt nicht viel auf dem Lande, wenn es regnet und noch kein Fernseher schweigt.Â
Was damit gesagt werden will: Identifikationsangebote werden gestört, offenkundig ist es Wahn, der Pötsch aus diesen Provinzen des Geistes vorwärts trägt in ein langsames Mahlwerk, was kein Individuelles treffen will und keine jähen Schmerzen oder RĂĽhrung zulässt.Â
Wo der Realismus aber zu seinem Recht kommt, Momente der Geschichte sich so darbieten, wie sie grassieren, wie sie extensiv in zusammenhängenden Sätzen erzählt, wie sie sinnlich werden, wie die verlebte Luft in einem geschlossenen Raum, der vom Beige der 70er Jahre überflutet wird, in der Lektüre lebt: Wie Pötsch in die Welt der Eloquenz Einzug hält, auf eine Geburtstagsfeier mit ministerialer Ansprache und Privatbibliothek. Er wird scheitern. Das weiß man schon. Wie kann so etwas einen spröden Realismus verkraften? Es muss qualvoll, stickig, aber auch wahrhaftig wirken.
Wie ich mich selbst in einer Erzählung verhakt habe: UnwillkĂĽrlich drängt sich ein Geruch, eine Phrase auf, ein Bild entsteht an den Zeilen – aber an seinen Rändern wird es unscharf, verquickt sich. Ein bisschen mehr als Identifikation, Projektion, Spiegelung. Nur dieses kleine Zwischen von Schrift und diesen dann erinnerten Erfahrungen. Kleine Filmsequenzen entstehen da, sind bei dem Gelesenen. Bei de Bruyn passiert dies häufiger. Seine Farben sind dabei nicht ĂĽppig, eher gedämpft. Erinnerung eben, Provinz und Institution seine Orte.Â
Versuche, durch Rückwärtsfahren wieder festen Boden zu gewinnen, hatten die Räder noch tiefer in den Schlamm getrieben, […]. Der Ironie, mit der Frau Menzel das fahrtechnische Können ihres Mannes gelobt hatte, hätte es nicht bedurft, um die Stimmung zwischen den Eheleuten gereizt zu machen. Da aber beide auf Situationen dieser Art trainiert waren, hatte sich die Aggressivität in dem schrägliegenden Auto nur indirekt entladen, bei der Behandlung der Frage nämlich, wer mit seinem städtisch-feinen Schuhwerk den Wagen verlassen und durch Wasser und Schlamm nach dem drei Kilometer entfernten Schwedenow zurückgehen und Hilfe holen sollte.
Günter de Bruyn: Märkische Forschungen. Erzählung für Freunde der Literaturgeschichte, Frankfurt am Main 1981, S. 8f.