Sommer 2002
Sport trotz Internet – so nützlich ist der Computer-Schulraum dann doch nicht
In der Schule gibt es zwei Computerräume: Ein großes Klassenzimmer für Unterricht an Computern; dorthin kommt man entweder in der Mittelstufe im Fach Informationstechnische Grundbildung (ITG), in der Oberstufe, wenn man den Informatik-Grundkurs belegt, oder wenn Lehrer*innen auf die Idee kommen, etwas am Computer zu machen – in meiner Schullaufbahn kommt das nicht vor.
Interessanter ist der zweite Computerraum: Neben dem Oberstufenraum, unter einer Treppe ist ein kleines Kabuff mit einem Tisch, zwei Stühlen und einem Rechner: Röhrenbildschirm, Tower, und ganz wichtig: Internetzugang. Ab der Oberstufe – also ab Klasse 11 – darf man sich im Sekretariat den Schlüssel gegen Unterschrift holen. Für schulische Zwecke braucht man den Rechner eigentlich nicht. Selbst Dinge recherchieren, die nicht in Schulbüchern stehen, kommt in meiner Schulzeit kaum vor. Überhaupt ist der Internetraum erstaunlich wenig belegt, obwohl theoretisch bestimmt 200 Leute hinein dürften. Liegt es daran, daß noch niemand so recht weiß, was man mit dem Internet anfangen soll? Oder liegt es daran, daß schon recht viele zuhause eh einen Internetzugang haben?
Ich erinnere mich in meiner ganzen Schulzeit nur an ein einziges Ereignis, bei dem der Internetraum eine wichtige Rolle gespielt hat: Es ist Sommer, brütend heiß, ein Donnerstag, in der achten und neunten Stunde steht Sport an. Kommt man da irgendwie drumrum? Wir holen uns den Schlüssel und suchen nach aktuellen Ozonwerten und Ozongrenzwerten. Tatsächlich: Sport sei heute hier lebensgefährlich, lesen wir im Netz. Sportlehrer und Direktion lassen sich nicht überzeugen, im Netz steht viel. Sport findet statt. Trotz Internet.
(Felix Neumann)












