Leseabend mit Monster? #monster #buch #buchwien #latergram #readabook #wien #vienna #things #dingediedieweltnichtbraucht #igers #igersvienna #green #reading #messewien (hier: Messe Wien) https://www.instagram.com/p/B4xjU7MA2ix/?igshid=1rlrplmq66ou3
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Literatur hautnah. #buchwien #veakaiser #rückwärtswalzer #messewien #literatur #buch #book #lesung #culture #lesen #read #wien #vienna #igers #igersvienna #langenachtderbücher (hier: Messe Wien) https://www.instagram.com/p/B4ia3BQANH9/?igshid=j7t4cvqtov6z
Buch Wien 17. This year's Vienna Book Fair. Mehr Fotos hier. For more photos, click here.
So cool kann lesen sein. #buchmesse #buch #buchwien #wien #vienna #book #books #read #lesen #reading #urbanlife #urban #dino #dinosaur #igersvienna #igersaustria #exhibition #mycity #city (hier: Messe Wien Exhibition & Congress Center)
Schundroman, Migration und die Frage nach Dystopie oder Utopie
Es war Donnerstag, der 12. November, als ich hochmotiviert zur Buchmesse schritt. Ich wollte einfach nur in die Welt der Bücher und Literatur eintauchen und den Universitäts- und Alltagsstress hinter mir lassen. Der Presse-Stand war schnell gefunden und meine Eintrittskarte schnell ausgestellt, doch das erste Problem lies nicht lange auf sich warten: als Literaturstudentin ist es nämlich normal 5 kg Bücher in seiner Handtasche mitzuschleppen. Vom Security-Personal aufgefordert, trottete ich also zu der Garderobe und versuchte einzelne Bücher abzugeben. Die Garderobendame nahm es mit Humor und gab mir einen einzelnen Garderobenschein mit der Aufschrift: „5x Bücher der Universität Wien“. Anscheinend musste ich jedes Klischee einer Literaturstudentin erfüllen.
Kaum getrübt von anfänglichen Problemen fasste ich mir ein Herz und erkundete alle Messestände plus das Programm. Beim gemütlichen, aber trotzdem motivierten, Dahin-schlendern fiel mir gleich die ORF Bühne auf, denn jeder Sessel, jeder freie Platz, war besetzt. Gleich im Programm nachgesehen, wusste ich, jetzt kommt eine ORF Größe: Tarek Leitner. Ich blieb und war schon sehr gespannt auf sein Buch namens „Wo leben wir denn?“ und erwartete eine kritische Auseinandersetzung mit dem Leben der Zukunft. Falsch gedacht. Leitner kam und anstatt über sein Buch zu sprechen, verlor er sich im Flüchtlingsthema. Ich möchte dies nicht negativ bewerten, aber ich fühle mich von diesen Themen aus Tageszeitungen und genereller Berichterstattung sehr überschüttet und dachte, fälschlicherweise, Bücher seien das beste Hilfsmittel dagegen. Leider nicht auf der Buch Wien. Also schnell weiter.
Vorbei an der Bühne Forum. Da bleib ich stehen. Da bin ich sicher. Jedoch als ich auf den Titel und Autor schaute, wurde mir bewusst, dass selbst die Buch Wien kaum andere Themen aufweist, als die aktuelle Tagespresse: Hans Winkler, Herausforderung Migration.
Also schleppte ich mich wieder weiter und gelangte zur FM4 Bühne. Ein bekanntes Gesicht. Endlich ein bekanntes Buch! Thomas Raab und seine „Netzwerk- Orange“. Endlich eine Lesung, die meinen Geschmack traf. Zukunftsthemen gepaart mit Phantasie und Ironie. Nachdem Raab einige Stellen las, fragte ihn die Moderatorin, ob die zukünftige, futuristische Welt in seinem Roman Dystopie oder Utopie sei. Das Publikum lauschte und jeder war gespannt auf seine Antwort. „Ich weiß es nicht.“ Ich musste schmunzeln, endlich ein Autor der Ehrlichkeit bewies und uns damit vor den Kopf stößt. Seine Gegenfrage, ob die heutige Welt Utopie oder Dystopie sei, blieb, wie ich es erwartet hatte, mit Stille unbeantwortet, da man bzw ich diese Frage nicht beantworten kann. Vielleicht ist es eine Mischung aus Beidem.
Als die Lesung endete, zog ich nochmals durch die einzelnen Verlagsstände und stieß auf einen, für mich unbekannten, Verlag: Original Schundroman Wien. Das war neu für mich. Ein Verlag, der keinen Anspruch auf Literarizität stellte und nur zur Unterhaltung diente. Die Bücher des Schuldroman Verlages erscheinen alle 2 Monate und nennen sich „Yppies“. Verfasst von einer Autorin mit einem Pseudonym: Bibi Mahony. Mein Interesse war geweckt.
Diese „Yppies“ werden als literarische Soap Opera bezeichnet und ich finde diesen Begriff sehr passend. Endlich Romane, die sich nicht um ernste Themen drehen und es auch nicht sein wollen. Ich, als Literaturstudentin, bin umgeben von „guter Literatur“ sowie den Klassikern. Da braucht man ab und zu mal eine witzige Pause, trotz allem mit dem Anspruch auf grammatikalische Korrektheit. Die ersten zwei Bände habe ich mir sofort mit nach Hause genommen und war froh, etwas Neues für mich entdeckt zu haben.
Literatur ist ja bekanntlich vielfältig.
Ein Artikel von Lisa Mücke

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Ratespiel um “Saint Ex”
Dass Antoine de Saint-Exupéry neben dem kleinen Prinzen noch weitere Texte verfasst hat, ist wohl nur wenigen bekannt. In meinem Freundeskreis jedenfalls wusste laut einer (meiner) Umfrage davon nur eine Person. Aus diesem Anlass packte ich die Gelegenheit beim Schopf und begab mich am Freitag, den 13. 11. 2015 auf die Buch Wien, um der Präsentation des Hörbuchs „Über den Wolken“ beizuwohnen. Dieses enthält ausgewählte Texte von de Saint-Exupéry aus der Textsammlung „Romane, Briefe, Dokumente“. Voller Erwartung, mehr über de Saint-Exupérys schriftstellerische Tätigkeit zu erfahren, nahm ich vor der FM4 Bühne Platz. Mein Interesse teilten noch vier andere Personen, die sich ebenfalls zur Präsentation einfanden. Wir Zuhörer erfuhren allerhand: dass der Sprecher des Hörbuchs IT-Maschinist und Schauspieler ist und dass er einen besonderen Bezug zu ‚Saint Ex’ hat und dass vor dem Wien Museum gerade eine Installation namens „Asyl-Raum“ zu bestaunen ist. Wir bekamen einen Text von Hannah Arendt vorgelesen. Wir wohnten einer Diskussion über eben diesen Text bei und wurden außerdem Zeugen eines Vortrags über IT-Technik. Und schließlich wurde uns (trotz Zeitnot!) eine Hörprobe aus „Über den Wolken“ abgespielt. Worum es darin nun eigentlich geht, war mir aber auch nach diesem Ausschnitt nicht ganz klar. Für Fragen war leider keine Zeit mehr, man verabschiedete sich von der Bühne. Ich blieb sitzen - bemüht, das Gehörte in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Dabei gelangte ich zu folgendem Schluss: dass die Texte wohl etwas mit Technik (der IT-Maschinist!), Flucht (der Asyl-Raum!) und Krieg (Hannah Arendt!) am Hut haben mussten. Kann sein, ganz sicher bin ich mir allerdings nicht. Und somit werde ich mir wohl das Hörbuch kaufen müssen. War das alles vielleicht ein Verkaufstrick?
Ein Artikel von Milena Koren
Labyrinth der Bücher
Zum achten Mal fand dieses Jahr die Internationale Buchmesse in Wien statt. Mit über 400 Veranstaltungen, zahlreichen Neuerscheinungen und tausenden von Besuchern ist die Buch Wien die größte Branchenveranstaltung in Österreich.
Schon auf dem Weg dorthin war ich recht aufgeregt, weil ich nicht wusste was mich erwartet. Zugegeben, in großen Menschenmengen fühle ich mich nicht besonders wohl, aber als ich in der Halle D der Messe Wien ankam, war ich fasziniert. So viele Bücher zu den verschiedensten Themen an einem Ort, was mein Bücherherz gleich höher schlagen ließ.
Die vielen Menschen, die, so wie ich, durch das Labyrinth der verschiedenen Stände schlenderten und sich zahlreiche Buchexemplare anschauten. Sowohl von etablierten als auch neuen, unbekannten Autoren. Ich wusste zwar nicht wirklich was mich an einem Freitagnachmittag auf der Buch Wien erwarten würde, aber mit so vielen Buchinteressierten hatte ich nicht gerechnet.
Als ich an der ORF Bühne ankam, war ein Gespräch im Gange über das aktuelle Flüchtlingsthema, was mich dazu bewog stehenzubleiben, da alle Plätze schon besetzt waren, und zuzuhören. Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder haben ihr gemeinsames Buch Auf der Flucht besprochen, wo sie uns die vielen Schicksale all jener Menschen nahebringen wollen, die gezwungen waren zu fliehen.
Mehrmals bin ich durch die Reihen geschlendert um mir so viel wie möglich einzuprägen und um ja nichts zu verpassen.
Ich freue mich schon auf die nächste Buchmesse.
Ein Artikel von Ivana Dimitrijevic
Danke, wir sind noch die ganze Nacht da!
Die Massen sammeln sich, die Bühne steht bereit, die Lichter sind justiert, die Kameras aufgebaut, Wortfetzen über Tagespolitik und Roland Barthes mischen sich mit dem Geruch von Parfüm und Wein. Sehr viel Wein. Wenn man nicht aufpasst, wird man schon alleine davon betrunken. Es ist wieder so weit: mit der Langen Nacht des Buches beginnt ebenso die Buch Wien 2015.
Wenn eine Eröffnung als das Aushängeschild einer Veranstaltung gesehen werden kann, so ist es eine interessante Collage, die dem Publikum bestehend aus Ausstellern, Journalisten und Autoren geboten wurde. Zum einen waren da die Pflichtredner, wie etwa Benedikt Föger – der momentane Präsident des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels – und Josef Ostermayer, dem Bundesminister für Kunst und Kultur, und zum anderen war da der Gastvortragende Adolf Muschg, Autor und Universitätsprofessor aus der Schweiz.
Was alle Reden gemeinsam hatten, war die Analyse des Wertes und der Bedeutung der Literatur und dessen Hauptmedium Buch. Die ersten Worte spricht Benedikt Föger, der eine Textstelle über die Ankunft von Flüchtlingen in einer kleinen Gemeinde, in der ihr fremdes Aussehen und ihre seltsamen Bräuche für Amüsement sorgen, rezitiert. Und obwohl dies der momentanen Situation in so manchem österreichischen Dorf entspricht, kommt die Auflösung rasch: nein, dieser Text stammt aus Galizien im Jahre 1914 und handelt von der Ankunft österreichischer Flüchtlinge. Bücher als Mittel der Verständigung, das selbst die Zeit zu überdauern vermag, und die Autoren, Verleger und Buchhändler als seine Advokaten.
Die zweite, wenn auch wesentlich kürzere Rede gebührt dem Bundesminister für Kunst und Kultur, Josef Ostermayer. Was folgt ist ein kurzer Überblick über Erfolge des letzten Jahres: die Buchpreisbindung für E-Books, Verbesserungen in Sachen Urheberrecht, die Möglichkeit eines eigenständigen Österreichischen Buchpreises in naher Zukunft.
Und dann gehört die Bühne ihm, Adolf Muschg. Sein Beitrag ist historisch, zeitgenössisch, kritisch und literarisch. Er beschreibt das Medium Schrift als in zwei Richtungen verlaufend, eine ist die Industrialisierung, die andere die Privatisierung. Während die erstgenannte die Massenverbreitung einrahmt, so verweist die zweite auf die Alphabetisierung, die mit den Schlagworten Chiffrierung und Dechiffrierung in Kontext gestellt wird. Sowohl Industrialisierung als auch Privatisierung agieren mit der Währung Sprache, ein Buch, das übersetzt wird, ist wie Geld, das in einem fremden Land in eine fremde Währung gewechselt wird. Diese symbolische Währung ist es, die es dem Leser ermöglicht mehr zu erlangen und anzuhäufen. Zuletzt holt Adolf Muschg noch einmal weit aus und geht auf die Geschichte von Wolfram von Eschenbach ein, dem Adeligen, der es wagte lesen und schreiben zu lernen, und das in einer Zeit als dies dem Klerus vorbehalten war. In seinem Hauptwerk schickt er seinen Hauptcharakter Parzival auf die Suche nach dem Heiligen Gral. Doch dieser Parzival ist keineswegs ein edler Ritter, de facto begeht Parzival jede Todsünde und beichtet dies einem Eremiten, dem er begegnet. Als Parzival dem Einsiedler aber anvertraut, dass er nicht lesen kann, hört der Spaß auf: „Wie willst du denn wissen, ob all das stimmt, was die Pfaffen dir sagen, wenn du nicht lesen kannst? Wer nur die Natur lesen kann, der versteht alles andere auch nicht!“ Der Eremit bringt Parzival das Alphabet unter Zuhilfenahme von Alliterationssätzen bei, von Adam bis zum Zweifel, wobei er dem letzten den größten Wert zuspricht, denn: „Der Zweifel ist hundertmal gottgefälliger als die dumme Gewissheit.“
Was man der Buch Wien definitiv anrechnen muss, ist die Entscheidung gleich zu Beginn mit Vielfalt aufzuwarten. Denn auf Adolf Muschg folgte sogleich der Auftritt des Duos „Die Strottern“, die das Wiener Lied mit Gitarre und Violine wiederauferstehen ließen. Auf einer anderen Bühne fand zeitgleich ein Poetry Slam statt. Die verschiedenen Nationen, die mit Ständen vertreten waren, wie zum Beispiel der Iran, Saudi Arabien, Rumänien und Russland, weckten Interesse an den fernen Kulturen, die man sich am günstigsten durch Bücher vermitteln lassen kann. Dass ein Teil des Erlöses aus dem BuchWien-Shop dem Bildungsfonds der Caritas zukommt, ist mehr als nur ein Zeichen. Und das war erst der Anfang.
Ein Artikel von Aurelia B. Hutterer