Blog Gast: Buchbinderin Anna Lemke
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Vielen Dank für das interessante Interview š !
1.) Wie sind Sie darauf gekommen Buchbinderin zu werden?
Auf Umwegen: Nach dem Abi habe ich Bioinformatik studiert und war nach dem Abschluss und der Aussicht auf ein Leben vor dem Computerbildschirm nicht so richtig glücklich. Dazu kam noch Corona und viele unerfolgreiche Bewerbungsgespräche, ob nun in der Informatik, oder für Aushilfsjobs. Zu Hause sitzend habe ich mich dann also gefragt: Womit verbringe ich denn gerne meine Zeit, wenn ich es mir aussuchen kann? Und das war schon immer am Schreibtisch, mit Papier in den Händen. Ich habe Karten gebastelt, mit Kalligraphie gespielt, oder beispielsweise Origami in groà getestet. Darum habe ich nach Berufen mit Papier gesucht, den Handwerksbuchbinder (dass es den noch gibt!) gefunden und mich verliebt. Ein Praktikum hat mich dann überzeugt. Viele um mich herum waren skeptisch, aber ich finde, es zahlt sich jeden Tag aus, einen Beruf und einen Arbeitsplatz zu haben, bei dem man jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit gehen kann.
2.) Was gefƤllt Ihnen am meisten an dem Beruf?
PAPIER - Ich liebe diesen Werkstoff. Und dass jedes Buch, jedes Projekt (Schachtel, Mappe, Schuber, ā¦) anders ist.
3.) Was ist der schwierigste Teil beim Buchbinden?
Das schwierigste am handwerklichen Buchbinden ist, dass jedes Buch anders ist. Jedes hat seine Eigenheiten und braucht besondere Aufmerksamkeit - Sonderanfertigungen und ganz besonders Reparaturen. Man muss sich auf jedes einlassen und arbeitet trotzdem oft an mehreren parallel.
4.) Denken Sie, dass der handwerkliche Beruf des Buchbinders eine Zukunft hat, oder wird er irgendwann komplett von Maschinen ersetzt werden?
Ich denke, bis Maschinen das schaffen kƶnnten, dauert es noch Ewigkeiten. Klar ist trotzdem: Das ānormaleā Taschenbuch wird nicht mehr handwerklich gebunden. Buchbinden zƤhlt inzwischen eher zu den Kunsthandwerken.
5.) Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?
Wie der Arbeitsalltag aussieht, kommt sehr darauf an, wo man arbeitet. Ich fange bald eine neue Stelle an, deshalb lässt sich diese Frage für mich im Moment schwer beantworten.
Interview: Marie Wilms, Noemi Schellenberger
Fotos und Arbeiten: Anna Lemke












