Blitzer, Bußgelder und die Mär von der Abzockerei
Mal ganz ehrlich unter uns: Jedes Mal, wenn irgendwo am Straßenrand ein grauer Kasten auftaucht, geht das große Gejammer los. "Abzocke!" schreien sie alle, während sie mit 95 durch die 70er-Zone gebrettert sind – am besten noch mit dem Smartphone in der Pfote, um den Blitzer direkt in der lokalen Warn-App zu melden.
Dabei ist die Sache doch eigentlich total simpel: Das Problem sind nicht die Kameras, sondern die chronische Unvernunft auf unseren Straßen. Viele checken einfach nicht, dass "Rasen" nicht erst bei Tempo 200 auf der linken Spur anfängt. Schon 10 km/h zu viel können – kombiniert mit der berühmten Schrecksekunde – den Unterschied machen, ob man vor dem Hindernis steht oder voll einschlägt. Da wird die eigene Reaktionszeit massiv überschätzt, während man gleichzeitig noch schnell eine Nachricht tippt.
Und unsere Bußgelder? Die sind im Vergleich zum Ausland doch eher ein nettes Trinkgeld für den Staat als eine echte Abschreckung. Meiner Meinung nach wird viel zu wenig kontrolliert. Würde man die Kontrolldichte massiv erhöhen, käme die Kohle durch die Ignoranz der Leute doppelt und dreifach wieder rein.
Das Schöne an der Sache wäre ja: Sobald wir alle mal vernünftig fahren würden, rücksichtsvoll und ohne andere zu gefährden, bräuchte man den ganzen Überwachungskram gar nicht mehr. Die könnten die Blitzer von heute auf morgen einmotten, weil sie sich schlicht nicht mehr lohnen würden. Aber ich wette meinen letzten Brokkoli, dass das niemals passieren wird.
Sich über "Wegelagererei" aufzuregen ist halt viel bequemer, als sich mal an die eigene Nase zu fassen und zuzugeben, dass man den eigenen Gasfuß nicht im Griff hat. Schimpfen lenkt halt super von der eigenen Unfähigkeit ab, sich an einfache Regeln zu halten.
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