14. Juni 2019 | Hamburg S-Bahn
Vier Business-Männer oder Anwälte oder Mitglieder einer anderen Berufsgruppe mit entsprechender Bekleidungsetikette betreten am frühen Morgen den Zug. Der eine in voller Montur, eleganter Anzug inklusive Sakko, Krawatte und Weste, polierte Schuhe. Ein zweiter mit Anzughose und weißem Hemd, ein dritter hat das weiße Hemd, den sommerlichen Temperaturen angemessen, mit einer kurzen Hose kombiniert. Alle drei etwa in ihren Endvierzigern oder ein paar Jährchen älter. Der vierte im Bunde versackt ein bisschen in seinem grau-braunen Anzug, schlüpft leise hinter den drei anderen in den Waggon. Er ist etwa zwanzig Jahre jünger als seine Kollegen und wohl noch nicht so lange im Amt. Aufmerksam hört er den anderen zu, die, im Türbereich zum Stehen kommend, in ein heiteres Gespräch vertieft sind. Die Herren sind wohl auf dem Weg zu einem Meeting.
„Wir müssen am Hauptbahnhof raus, oder?“
„Ich bin gespannt, wie es wird.“
„Was wollen die denn?“
„Nichts“, sagt der eine. Die zwei anderen schauen sich spitzbübisch an.
„Maoam! Maoam!“, rufen sie unisono und verbreiten ein fröhliches Lachen.
„Ich denke mal, Herr Wartke wird erst einmal wieder erzählen, wie er geboren worden ist.“
„Na, das kann dann ja eine Stunde dauern.“
„Herr Wartke, können Sie das nochmal erklären? Wie war das damals noch genau?“
Gelöste Stimmung unter den Herren, die Augen des Jünglings glänzen, seine Augenfältchen werden tiefer. Die Sonne lacht durch das Fenster.
„Die haben halt kein Geld für den Ausbau“, geht das Gespräch im Zickzack weiter.
„Wer kauft sich auch ein Auto, obwohl er dann kein Geld mehr fürs Benzin hat!“
Zustimmendes Gelächter. Der junge Kollege schiebt sich noch etwas weiter in den Kreis, umklammert dabei auf der einen Seite die Haltestange, auf der anderen seine Aktentasche. Ansonsten ist es still im Waggon. Wie meistens am Morgen. Nur die Gruppe der vier heiteren Herren lockert die Runde auf und bringt uns leicht in den letzten Arbeitstag vor dem Wochenende.