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Der blanke Horror: Bewerbungsschreiben
Abgesehen von dem Umstand, dass die meisten Bewerbungsanfragen ohne viel Umschweifen und oftmals gar ohne Angabe von Gründen ohnehin abgelehnt werden, ist für mich im Vorfeld die Anfertigung eines besagten Schreibens nervenaufreibend ohne Ende.
Anfangend mit dem Zwang, bestimmte, stereotype aber nicht zu abgenutzte Formulierungen zu finden, um zwar das Interesse des Personalers zu wecken, jedoch nicht zu exotisch zu wirken; den Zwang, das Format so zu wählen, dass man mit dem unzureichenden Platz von maximal einer Din A4 Seite hinkommen muss (inklusive Briefkopf, Datum, Anrede, Abschlussformel und Unterschrift sowie dem Verweis auf Anlagen), wenn man sprachlich hochbegabt (laut psychologischem Test 148er IQ in dem Bereich) und viel mehr und besseres Leisten könnte, um die tatsächlich vorhandene Eignung unter Beweis zu stellen, DAS SCHEIß SYSTEM es aber nicht zulässt.
Ein Großteil der frisch verfassten Schreiben landet nach Durchsicht eh wieder im Papierkorb; da sie zu lang, zu “komisch” formuliert, formal falsch sind…
Ich dreh langsam durch. Ich brülle rum und ernte Rüffel meiner Mutter, ich solle mich benehmen. Egal was ich mache, es ist scheiße. Ich bemerke, dass ich in manchen Bereichen überqualifiziert, in anderen wiederum komplett unterqualifiziert bin (z.B. Mathematik). Ich habe große Angst, so wie ca. 50% der anderen Autisten zu enden: arbeitslos und unvermittelbar.
Das zehrt an meiner Motivation und stürzt meine ohnehin fragile Gefühlswelt ins Chaos. Mein Schlafrhythmus hat sich gravierend verschoben, ich kann erst weit nach 2 Uhr einschlafen, schlafe dann aber bis zu 11 Stunden. Der Schlaf ist nicht mehr erholsam.
Außerdem flüchte ich mich zunehmend in prokrastinative Tätigkeiten; ich zeichne, zocke, jogge oder fahre stundenlang mit dem Fahrrad ziellos durch die Gegend, nur um nicht wieder an den Anschreiben zu arbeiten, die ich ohnehin verkacke.
Ich weiß, dass Autismus keine Krankheit ist. Aber das Leben als Autist ist krankhaft.
Monday
Die Stunde danach
Es ist immer nur einer, der sterben will.
Der Geist. Mein Körper wollte weiterlebten. Sein Adrenalin ließ mich zitternd zusammen brechen. Es schien, als frage mein Bauch den Kopf, wie er nur so dumm hatte sein können. Mein Herz teilte meinem Hirn aufgebracht mit, dass ich hätte sterben können. Unwiederbringlich. So etwas dürfe nie wieder passieren, forderte mein Magen, der sich panisch um die eigene Achse drehte, Nie wieder!, schrie er, damit es auch sicher bis nach oben zu hören war.
Zu Hause, in meiner Dunkelheit kamen die Bilder:
Nachts, wenn ich das Restaurant verließ, kamen sie.
Die Nachtmenschen. Sie leerten die Fettwannen, reinigten die Fritteusen und den Grill, füllten das stinkende Fett in dafür vorgesehene Behälter, krochen auf allen Vieren, um mit dem Lappen unter die Spülmaschine zu kommen.
Niemand von ihnen sprach Deutsch; niemand von ihnen verdiente genug, um sich ein Auto leisten zu können.
Deswegen kamen sie mit dem letzten Bus, schliefen ab 23.45 im Pausenraum, weckten sich gegenseitig um 1.00 Uhr, zum Schichtbeginn.
Das Bild der müden Köpfen auf den Tischen, der sehr junge Mann, der mich mit traurigen Augen, lächelnd begrüßte, versetzte mir einen Stich.
All diese Menschen, welche Zukunft würden sie im schönen, reichen Deutschland haben?
Eine, die kein Deutscher wollte.
Drago (Restaurantchef) und der Chef des Putzteams hatten an der Theke gestanden. Drago war sehr großzügig gewesen; hatte den Putzkräften übrig gebliebene Salate geschenkt. Deren Chef, hatte das Essen in eine Papiertasche gepackt und in seinen Mercedes gestellt. Keiner seiner Angestellten würde auch nur ein Salatblatt bekommen.
Es sei denn... : „Wenn sie schneller arbeiten...“, versprach der Mercedesfahrer.
Drago hatte ihm lachend auf die Schulter geklopft und verkündet: „Was meinste, wie schnell die werden, wenn ich mal Nachts hier vorbei komme...“
Ich wollte nicht auf einer Welt bleiben, die solche Umgangsformen zuließ.
Ich wollte keine Menschen bedienen, die mit geschlossenen Augen Fast Food in sich hinein stopften und alle Dragos mächtig machten.
Warum nur, ließ mein Bauch mich nicht gehen?
Neuer Job ab heute! ;-) #Bosch #Arbeitsleben #Job (hier: Bosch Powertools Leinfelden)

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Bye, bye KKH. HALLO TK
Ich habe ja bereits berichtet, dass im letzten Jahr so einiges anstand. Ich habe meine erste Gehaltsverhandlung erfolgreich hinter mich gebracht und danach erstmal ein Depot eröffnet. Wisst ihr aber, was meine aller letzte Amtshandlung in 2025 war ? Ich habe die Krankenkasse gewechselt. Ich war ja mein ganzes Leben bei der KKH und es hat mich nicht sonderlich gestört, aber nun werden die Beiträge…
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Kenne Deinen Wert !
Das Jahr neigt sich dem Ende und wie ich schon auf meinem anderen Blog angedeutet habe, kann ich ein richtig großes Ding verkünden : Ich habe meine erste Gehaltsverhandlung erfolgreich abgeschlossen !! Mit der Mindestlohnerhöhung im neuen Jahr, liege ich knapp drunter. Und da ich also Steuerfachangestellte nicht für Mindestlohn arbeiten werde und auch nicht unterschreiben werde, dass ich für das…
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