Stand MĂ€rz 2024
Was ich (nicht) brauche
Ich las gerade, dass Kathrin Passig, Mia Culpa und Molinarius im September 2023 im Techniktagebuch aufgeschrieben haben, was sie alles (nicht) brauchen. Da ĂŒberkam mich ein Drang, mich auch dazu zu Ă€uĂern.
Fernseher mit Soundbar und Subwoofer, groĂe KĂŒhl-/Gefrierkombination, SpĂŒlmaschine: In einem Paralleluniversum bin ich ein Minimalist, der all das nicht braucht. Aber in diesem Universum ist das alles sehr angenehm, um es sich zu Hause schön zu machen und sich von der AuĂenwelt zurĂŒckzuziehen. Das hat in den Jahren 2020 ff. besondere Bedeutung erlangt.
Staubsaugroboter: Ich könnte die Wohnung von Hand schneller saugen, aber meine LebensqualitĂ€t wĂ€re in dieser Zeit wesentlich geringer. So starte ich den Deebot Slim und rĂ€ume ihm entspannt den Weg frei: Die StĂŒhle in der KĂŒche trage ich raus, damit er auch unterm Esstisch saugen kann, und baue damit im Wohnzimmer eine Festung, die verhindert, dass der Deebot auf den Teppich oder in den schmalen Spalt unterm Sofa fĂ€hrt, das tĂ€te ihm nicht gut. Und dann macht er zwei Stunden lang sein Ding und ich meins. Den Teppich und die paar Ecken, wo er nicht hinkommt, sauge ich im Anschluss schnell mit dem Stielstaubsauger.
E-Reader: TrĂ€ge und mĂŒhsam zu benutzen, bin ich nie richtig mit warm geworden. Ich lese seit Kurzem wie Kathrin Passig BĂŒcher aufm Smartphone und bin sehr zufrieden damit. Wenn ich das Smartphone beim Lesen eh schon in der Hand habe, bin ich nicht alle paar SĂ€tze versucht, das Buch wegzulegen und zum Smartphone zu greifen.
Smart Home: Es geht mir Ă€hnlich wie mancher Vorrednerin, der Einrichtungsaufwand und die zu befĂŒrchtende Obsoleszenz der Lösungen schrecken mich ab. Aber um mein Wohnzimmer gut und komfortabel zu beleuchten, habe ich mir letztes Jahr dann zumindest fĂŒr diesen Raum mal neun smarte Birnen und ein Hub gekauft, mit dem sich jetzt per App die Beleuchtungssituation der anstehenden TĂ€tigkeit (arbeiten, lesen, Film gucken) anpassen lĂ€sst.
Spielekonsole: Kann mir nicht vorstellen, sowas mal zu besitzen. Das bisschen, was ich spiele, geht sehr gut am Smartphone und am PC.
Drucker: Ich hĂ€tte eigentlich gerne einen, z.B. fĂŒr Retourenetiketten, wobei das zum GlĂŒck immer seltener erforderlich ist. AuĂerdem könnte ich dann schnell mal Infomaterial fĂŒr meine Solawi erstellen und solche Sachen. Wenn ich darĂŒber nachdenke, lande ich schnell an dem Punkt, wo ich die groĂe Lösung will, nĂ€mlich einen Farblaserdrucker. Und scannen sollte er auch können! Aber lohnt sich das wirklich? AuĂerdem ist in meiner Wohnung nirgends mehr Platz dafĂŒr.
Sprachsteuerung: Nutze ich hauptsÀchlich am Smartphone, um Timer zu setzen, etwa beim Kochen, wenn ich mehlige, fettige oder nasse Finger habe.
Smartwatch: Meine erste Armbanduhr bekam ich mit sechs, mein erstes Handy mit ca. 18. Bald danach hörte ich auf, eine Armbanduhr zu tragen. Noch heute fĂŒhlt sich mein linker Unterarm manchmal seltsam nackt an, und ab und zu liebĂ€ugle ich mit der Anschaffung einer Smartwatch. Allein, ich glaube nicht, dass der Nutzen den Aufwand (morgens anziehen, abends ausziehen, laden usw.) aufwiegen wĂŒrde.
AR-Brille: WĂŒrde ich unbedingt haben wollen, wenn es sie in einem leichtgewichtigen Formfaktor (wie seinerzeit Google Glass) und mit guter BildqualitĂ€t und Bedienbarkeit gĂ€be (ganz anders als seinerzeit Google Glass). Dann könnte ich immer auf Mastodon und in diversen Chat-Apps herumdaddeln, ohne den Blick unhöflich von meinem realweltlichen GegenĂŒber abwenden zu mĂŒssen. Und auch fĂŒr die Satellitennavigation zu FuĂ oder auf dem Rad stelle ich es mir toll vor. Aber einstweilen ist das wohl noch Science Fiction.
Auto: FĂŒr Campingurlaube, Möbeltransporte, GruppenausflĂŒge und so wĂ€re unkomplizierter Zugriff auf einen Minivan toll. Aber den mĂŒsste man sich irgendwie mit einer Gruppe enger Freund*innen teilen, damit es sich irgendwie lohnen wĂŒrde.
(Kilian Evang)














