AtommĂźll aus dem Blick
Die Asse säuft ab
Wir haben in Deutschland Schwierigkeiten mit Digitalprojekten, wie das Mausystem, die elektronische Gesundheitskarte, die elektronische Patientenakte, das ALG II Projekt, u.v.a. bewiesen haben. Aber auch mit einer anderen Technologie stehen wir auf KriegsfuĂ - die Atomtechnologie. Was? AKWs haben wir doch abgeschafft, oder?
Das stimmt nur teilweise, denn die Atomfabrik in Lingen arbeitet weiter und soll sogar noch ausgebaut werden. Zum Thema "Versagen" passt jedoch viel mehr der Umgang mit den Hinterlassenschaften der abgeschalteten AKW. Dass die 38 Milliarden der Energiekonzerne, mit denen sie sich ihrer Verantwortung fĂźr die Entsorgung des AtommĂźlls entledigen konnten in keiner Weise ausreicht, wussten wir schon vorher. Also wird der Steuerzahler kĂźnftig dafĂźr aufkommen mĂźssen.
Auch bei der Zwischenlagerung gab es genug "Versagen" und Verschieben der Verantwortung und auch des MĂźll, den wir hier nicht aufarbeiten kĂśnnen. Nachdem wir kĂźrzlich Ăźber einen Artikel (s.u.) von Greenpeace Ăźber das AtommĂźlllager Asse bei WolfenbĂźttel vom Mai 2024 gestolpert sind, kam die Frage auf, was inzwischen geschehen ist, um die sich fort fĂźr das Grundwasser anbahnende Katastrophe abzuwenden. Und die Antwort heiĂt: Nichts.
Die groĂe Politik verschlieĂt die Augen vĂśllig und die LandesbehĂśrden tun als ob sie was tun wollten - aber nichts passiert. Dabei liegen in dem ehemaligen Kali- und Steinsalz-Bergwerk rund 126.000 Fässer mit AtommĂźll und rosten vor sich hin. Die ersten Tausende Fässer wurden noch - ebenfalls unverantwortlich - in zehn Lagen Ăźbereinander gestapelt, später ab 1974 werden die Fässer per Radlader vom Kammerzugang Ăźber die BĂśschung in die Kammer gekippt, um Zeit zu sparen, schreibt Greenpeace. Inzwischen lagern - glĂźcklicherweise Ăźber die 126.000 Fässer verteilt - an die 9kg Plutonium, ausreichend fĂźr mindestens eine Atombombe.
Ăber den aktuellen Zustand der Fässer in der Asse schreibt Greenpeace: "Heute flieĂen Tag fĂźr Tag rund 12.000 Liter salzhaltiges Grundwasser ins Bergwerk â das entspricht dem Inhalt von rund 50 Badewannen". Niemand schaut nach, wie viele Fässer inzwischen durchgerostet sind. Die Asse hat ihre Aufgabe erfĂźllt, denn die Asse II diente als Nachweis fĂźr die sichere Entsorgung von Abfällen deutscher Atomkraftwerke und machte deren Genehmigung erst mĂśglich. Treppenwitz der Geschichte ist dabei, dass von 1967 bis 1975 keine GebĂźhren fĂźr die Einlagerung radioaktiver Abfälle verlangt wurden. Die Rettung des Grundwassers in der Umgebung der Asse durch eine Bergung des radioaktiven Schlamms in der Asse wird zig Milliarden kosten und mit jedem Jahr des Nichtstuns teurer ...
Mehr dazu bei https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/atomausstieg/asse-ii-endlager-gau und alle Artikel Ăźber Atomenergie https://www.a-fsa.de/cgi-bin/searchartl.pl?suche=akw&sel=meta
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