Malala Yousafzai, geboren 1997, wurde von klein auf von ihrem Vater Ziauddin gefördert und dazu ermutigt, sich für die Rechte von Mädchen einzusetzen. Ziauddin Yousafzai leitete selbst eine Schule im pakistanischen Swat-Tal – und missachtete damit das Verbot der Taliban. Malala lebt heute mit ihrer Familie in England, wo sie sich von ihren schweren Verletzungen erholt. Seit März 2013 geht sie in Birmingham wieder zur Schule.
Wenn ich daran denke, dass das, was in diesem Buch geschildert wird erst ein paar Jahre zurückliegt und Malala 2012 von der Taliban erschossen wurde, bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut.
Das Buch fängt damit an, dass Malala im Schulbus erschossen wird und dann geht die Geschichte zurück und Malala erzählt uns die Geschichte Pakistans und wie sie für Bildung gekämpft hat.
Somit gab es auch viele Stellen in diesem Buch, die ich mir notiert habe. Als Muslima bin ich auch darüber traurig, wie sehr der Islam ein falsches Bild abliefert, dank Vollidioten, die ihre eigene Religion nicht verstanden haben.
*In diesem Moment hielt er eine schwarze Pistole hoch. Später erfuhr ich, es war ein Colt .45. Einige Mädchen schrien. Moniba sagt, ich hätte in diesem Moment ihre Hand gedrückt. Meine Freundinnen sagen, der Mann habe hintereinander drei Schüsse abgegeben. Die erste Kugel ging durch meine linke Augenhöhle und blieb dann neben der linken Schulter stecken. Ich sackte nach vorn auf Moniba, Blut lief aus meinem linken Ohr. Daher trafen die folgenden Schüsse die Mädchen neben mir. Eine Kugel ging in Shazias linke Hand. Die dritte durchschlug ihre linke Schulter und blieb im rechten Oberarm von Kainat Riaz stecken.
Später berichteten mir meine Freundinnen, die Hand des Schützen habe beim Schießen gezittert. Bis wir im Krankenhaus eintrafen, waren meine langen Haare und Monibas Schoß voll Blut. Wer ist Malala? Ich bin Malala, und dies ist meine Geschichte.
*Die Afghanen waren so stolz auf sie, dass der letzte afghanische König im Zentrum von Kabul ein Maiwand-Siegesdenkmal errichten ließ. Später las ich ein paar Sherlock-Holmes-Geschichten und musste lachen, als ich erfuhr, dass die Romanfigur Dr. Watson in ebendieser Schlacht verwundet worden war, bevor er der Partner des großartigen Detektivs wurde. Aber wir Paschtunen hatten mit Malalai jetzt unsere eigene Jeanne d’Arc. Viele Mädchenschulen in Afghanistan sind nach Malalai benannt.
*Stottern war entsetzlich für einen Mann, der Wörter und Gedichte so liebte.
*Es gibt zwei Mächte auf der Welt; die eine ist das Schwert, die andere ist der Schreibstift. Es gibt aber noch eine dritte Macht, stärker als die zwei, nämlich die Macht der Frauen.
*Vor dem Büro meines Vaters in der Schule hängt die in unsere Sprache übersetzte, gerahmte Kopie eines Briefs von Abraham Lincoln, geschrieben an den Lehrer seines Sohnes. Es ist ein wunderschöner Brief voll guter Ratschläge: »Lehren Sie ihn nach Möglichkeit die Wunder der Bücher … Doch gewähren Sie ihm auch die Zeit, über das große Rätsel der Vögel am Himmel nachzusinnen, der Bienen in der Sonne und der Blumen auf einem grünen Hügel. Bringen Sie ihm bei, dass es ehrenvoller ist zu scheitern, als zu betrügen.«
*»Warum wollen sie nicht, dass Mädchen zur Schule gehen?«, fragte ich meinen Vater. »Sie fürchten den Schreibstift«, antwortete er.
Langsam begriff ich, dass ein Stift und die Wörter, die mit ihm geschrieben werden, viel mächtiger sein können als Maschinengewehre, Panzer oder Hubschrauber.
*Wir wissen alle, dass Bildung unser Grundrecht ist. Das gilt nicht nur für den Westen, auch der Islam hat uns dieses Recht gegeben. Der Islam besagt, jedes Mädchen und jeder Junge sollte zur Schule gehen. Im Koran steht geschrieben, Gott will, dass wir wissend werden. Er will, dass wir ergründen, weshalb der Himmel blau ist und warum es Ozeane und Sterne gibt.