hey, ich wolltâ mich hier mal blicken lassen :)
Bin ja doch eher nur am beobachten, deshalb springe ich jetzt Ăźber meinen Schatten und poste eine Kleinigkeit, die ich neulich geschrieben habe.
Hab btw. beim Schreiben die ganze Zeit an Faisterbeats gedacht.
Es ist Sonntag Abend, kalter Novembertag. Ich mache mir gerade Kaffee, die Hände beschäftigt, aber der Geist bei dir. Immer dieses nicht wissen, aber trotzdem irgendwie ahnen, dass du kommst.
Dann stehst du vor mir. NatĂźrlich hast du nicht geklingelt. Ich gab dir nie den SchlĂźssel, der jetzt an deinem Bund baumelt. Du hast ihn dir irgendwann unter der FuĂmatte weggenommen und entschieden, ihn nicht wieder zurĂźckzulegen. Manchmal habe ich das GefĂźhl, das gleiche passierte mit meinem Herzen.
Du schaust mich schon wieder so an. So als hätte ich vergessen meinen Blick zu Schulen. So als kĂśnntest du, wenn duâs nur lang genug versuchst, bis in die tiefsten Ecken meines Seins schauen.
Ich frage mich oft, ob duâs weiĂt. Aber es ist keine wirkliche Frage, denn dann mĂźsste ich zugeben, dass ich schon lange weiĂ, dass duâs weiĂt. Wie kĂśnntest du nicht, bei der Art, wie ich alles zusammenhalten muss, um dir normal in die Augen zu schauen.
Vielleicht hätte ich keinen Kaffee trinken sollen.
âWas ist?â fragst du.
âNichts, du schaust nur wieder so.â antworte ich.
Du nimmst mich ein, als wäre es dein Recht.
Vielleicht ist es das auch.
âWie schaue ich denn?â du legst deinen Kopf schief, so wie duâs immer tust. Du forderst mich heraus. Zum ersten Mal halte ich gegen: âSo als wĂźsstest du ganz genau, wie sehr du mich bewegst.â
Du lachst. NatĂźrlich lachst du. âVielleicht tue ich das. Schon eine Ewigkeit lang.â
Irgendwo muss meine Vernunft verloren gegangen sein, anders kann ich mir mich nicht erklären.
âDann mach endlich was, hĂśrst du?â
Es ist ein Wunder, dass du mich verstanden hast. Meine Stimme ein leises flßstern, welches bei meinem obsessiven Kaffee rßhren beinahe untergegangen wäre.
Nun stehen wir uns gegenĂźber in meiner KĂźche, die in den letzten Wochen fast ausschlieĂlich zu unserer KĂźche geworden ist.
Ich nehme meinen Mut zusammen: âIch kann nicht mehr fĂźr immer so tun, als wĂźrde das hier mir nichts bedeuten.â und zeige mit den Händen auf mich und dich. Was ich aber eigentlich meine sind deine Schuhe in meinem Regal. Deine Lieblingstasse in meiner Hand. ââ als wĂźrdest du mir nichts bedeuten.â
Ich lege die Tasse beiseite. Sie ist dir zu wichtig, als das sie hier kaputtgehen muss. Du schaust ihr hinterher, als wĂźrde es zu viel Anstrengung kosten mir ins Gesicht zu blicken.
Das erste Mal erlebe ich dich sprachlos. Dann: âIch hatte immer nur das GefĂźhl du weiĂt selbst nicht so ganz, was du mĂśchtest. Deshalb hab ich nichts gemacht.â
Es trifft. Hart. Genau da woâs wehtut.
Ich muss mich sammeln. Meinen Magen aus den Kniekehlen fischen und wieder an seinen rechtmäĂigen Platz bringen.
âVielleicht hab ich mir die ganze Zeit nur eingeredet es nicht zu wissen.â
Du schluckst. Obwohl uns nicht mehr als drei Meter und die Kaffeemaschine trennen, bist du auf einmal zu weit weg. Oder nicht weit genug weg.
Dann lächelst du leicht und ich verstehe immer noch nicht, woher du diese Ruhe nimmst, während ich innerlich zerlaufe. Während alles Ăźberquillt, als wärâs zu lang drin geblieben. Ich denke kurz drĂźber nach, ob ich auch auf dich so wirke. Als wär mir alles egal. Aber dann verwerfe ichâs wieder. Ich mĂśchte nicht mehr so wirken, als wärâs mir egal. Ist es nicht. Warâs nie.
âUnd wenn ich nur warten wollte, bis du dir wirklich sicher bist? Dass du mich magst genauso wie ich dich mag?â
âDann nimm verdammt nochmal deinen Mut zusammen und kĂźss mich endlich so als wĂźsstest duâs schon die ganze Zeit.â antworte ich.