worte zum anschlag auf den csd berlin
ich bin so müde. ich sehe die nächsten tage, in denen alle beleidsbekundungen posten, aber dann doch wieder in den alltagstrott verfallen, wo man doch lieber nichts sagt, wenn queere menschen zum feind gemacht werden. ich wünsche mir und uns eine gerechtere welt.
und ich hoffe, die erde möge der person leicht sein. ich hoffe, es gibt vielleicht doch etwas nach dem tod. ich glaube nicht daran, aber für diese person und für diesen moment und für alle zu unrecht ermordeten marginalisierten wünsche ich es mir doch.
ich möchte nicht, dass meine trauer zur kampagne wird. ich möchte, dass wir uns solidarisch zeigen und gegen rassistische vereinnahmung einstehen. ich denke besonders an muslimische queers, die jetzt nochmal mehr fürchten müssen, ausgeschlossen zu werden, isoliert zu werden und noch mehr gewalterfahrungen zu machen. und ich denke an alle queers auf der internationalist queer pride, deren palästinasolidarität als grund für queerfeindliche angriffe herhält.
und ich denke an den tatverdächtigen.
denn genauso, wie es falsch war, dass einer frau ihr leben genommen wurde, die ihre tochter und unsere community feiern wollte, ist die polizeigewalt, die zum tod des tatverdächtigen führte, falsch. dieselbe polizeigewalt, die gegen die protestierenden auf der internationalist queer pride eingesetzt wurde. staatliche gewalt wird nicht dadurch richtig, dass uns gefällt, wer opfer ist.
ich wünsche, dass wir antworten bekommen. ich wünsche mir, dass alle betroffenen und ihre familien heilen können, auch, wenn das utopisch erscheint. und es tut mir leid, dass staat und gesellschaft uns im stich gelassen haben. bitte passt aufeinander auf.











