Der Raum roch nach Erde und altem Blut, als du die erste Karte legtest.
Sieben der Münzen.
Ein Mann stand auf einem verwilderten Feld, seine Hände schwarz von der Erde, sein Blick leer. Zwischen den verdorrten Pflanzen regte sich etwas – nicht Leben, sondern Erinnerung.
Du hattest einst etwas gepflanzt, in Hoffnung, in Verzweiflung – du weißt es nicht mehr genau.
Jetzt wächst es weiter, doch die Früchte riechen nach Verwesung.
Sie flüstern deinen Namen.
Sie warten, dass du erntest, was du gesät hast.
Du drehst die zweite Karte.
Der Gehängte.
Ein Körper schwebt kopfüber in der Dunkelheit, die Füße an einem unsichtbaren Ast gebunden.
Das Gesicht – dein Gesicht – blickt dich an.
Die Augen offen, doch das Leben längst entwichen.
Zwischen einem Atemzug und dem nächsten begreifst du, dass du nicht feststeckst.
Du hängst.
Und während du schwingst zwischen zwei Welten, siehst du sie – die Wahrheit, die du nie sehen solltest.
Sie lächelt zurück.
Und du weißt: Erkenntnis ist nur eine andere Form des Todes.
Die dritte Karte fällt nicht – sie schneidet sich durch die Luft.
König der Schwerter.
Er sitzt auf einem Thron aus Knochen, ein kaltes Licht in seinen Augen.
Er sieht dich an, als wärest du ein Urteil, das längst gesprochen wurde.
„Alles, was du gesät hast,“ sagt er, „wird jetzt geerntet.“
Die Klinge hebt sich.
Du erkennst sie.
Sie ist dein eigener Wille, dein eigener Verstand – geschärft bis zum Wahnsinn.
Im letzten Moment begreifst du:
Es war nie das Schicksal, das dich richtete.
Es war deine eigene Wahrheit – zu klar, zu scharf, um sie zu überleben.











