Nachdem wir zuletzt das Wiko Highway Pure getestet haben, folgt nun jetzt wieder ein GerÀt der unteren Preisklasse. Diesmal hatten wir die Möglichkeit, den Nachfolger des Top-Sellers Lenny, das Wiko Lenny 2, zu testen.
Ăberzeugen kann das Handy vor allem durch den gĂŒnstigen Preis von nur circa 100 Euro. Aber auch die Hardware muss sich nicht verstecken, sie ist trotz des geringen Preises durchaus in der Lage, einiges zu leisten! Zuerst aber â wie immer â die wichtigsten technische Daten:
MediaTek MT6580M 1,3 GHz Quad Core Prozessor
rĂŒckseitige 5-Megapixel Kamera
5Â Zoll 854Â x 480Â Pixel Display
8 GB interner Speicher mit microSD-Karten-Platz
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Vielen Dank an Wiko Germany, die uns das Lenny 2 als TestgerĂ€t zur VerfĂŒgung gestellt haben!
VERPACKUNGÂ & LIEFERUMFANG
Geliefert wird das Lenny 2 in einem knallig bunten Karton, der aber keinesfalls hĂ€sslich ist. Ganz im Gegenteil, mir gefĂ€llt er sehr gut. Auf der Vorderseite sieht man das GerĂ€t und an den Seiten die technischen Daten sowie verschiedenen Farbvarianten. Die Unterseite enthĂ€lt keinerlei Informationen, sie ist nur einfarbig in TĂŒrkis gestaltet.
Der Lieferumfang ist leider nicht ganz so umfangreich, aber irgendwo muss der geringe Preis ja herkommen. Neben dem Lenny 2 gibt es noch ein microUSB-Kabel, ein Netzteil, Kopfhörer, eine Kurzanleitung und Garantiehinweise. Zudem wird der Akku auĂerhalb des GerĂ€tes geliefert, muss also vor dem ersten Start noch eingebaut werden. Hier vermisst man leider die von Wiko gewöhnten SIM-Karten-Adapter. Aber wie eingangs erwĂ€hnt, bei solch einem Preis kann man nicht alles haben.
Die mitgelieferten Kopfhörer reichen fĂŒr das kurze Hören zwischendurch, wer aber sehr gerne und sehr viel Musik hört, sollte lieber eigene Kopfhörer kaufen. Sie sind also nicht ĂŒberragend, aber auch nicht unbrauchbar. Das Netzteil macht dagegen einen nicht so guten Eindruck. Subjektiv habe ich das GefĂŒhl gehabt, dass das Lenny 2 mit Netzteilen anderer Hersteller schneller lĂ€dt. Ob diese Vermutung aber wirklich stimmt, kann ich nicht eindeutig beweisen.
AbschlieĂend kann man also sagen, dass die Verpackung ĂŒberzeugend ist und auch der Lieferumfang in Ordnung geht. Besonders bei Letzterem sollte man immer den Preis der GerĂ€tes vor Augen haben.
Machen wir uns nichts vor: Das Wiko Lenny 2 ist ausschlieĂlich aus Polycarbonat und kommt mit Verarbeitung und Design nicht an die QualitĂ€t eines Highway Pures oder eines Highway Stars heran. Doch das heiĂt nicht, dass das Lenny der zweiten Generation in Punkto Verarbeitung und Design schlecht ist. Ganz im Gegenteil, in dieser Preisklasse gibt es oft GerĂ€te, bei denen man meint, sie wĂŒrden bald auseinanderfallen.
Vom Design her gefÀllt mir besonders die obere Vorderseite. Der Lautsprecher sieht unheimlich schnittig aus und auch Kamera und Wiko-Schriftzug sind gut platziert. Auf der Unterseite gibt es die ins GehÀuse eingelassenen Bedienungstasten im Lollipop-Stil, welche dem GerÀt ebenfalls ein gutes Aussehen verleihen.
Auf der RĂŒckseite sind PrimĂ€r-Lautsprecher, Wiko-Schriftzug, Blitz und Kamera platziert. Letztere steht aus dem GehĂ€use leider etwas heraus, was zwar nicht störend ist, aber optisch nicht wirklich gelungen aussieht.
Ein interessantes Bauteil ist unterhalb des Lautsprecher platziert. Es verhindert ein Aufliegen der GerĂ€terĂŒckseite auf glatten OberflĂ€chen wie Tischen. Das hat den Vorteil, dass so der Lautsprecher nicht blockiert wird.
Die MaĂe von 145,4 x 73,2 x 9 mm sind Durchschnitt fĂŒr ein 5-Zoll GerĂ€t. Mit einem Gewicht von 156 Gramm ist das Lenny 2 dagegen ĂŒberdurchschnittlich schwer. Trotzdem hĂ€lt es sich gut in der Hand und rutscht nicht, was nicht zuletzt daran liegt, dass die RĂŒckseite gummiert ist.
Wie die meisten neuen Wikos wird auch das Lenny 2 mit Android 5.1 in zusammenspiel mit der Wiko UI ausgeliefert. Das Betriebssystem wirkt aus irgendeinem Grund sehr fröhlich, was ja schon mal einen positiven Eindruck vermittelt. Alles ist sehr hell und auch die Hintergrundbilder haben angenehme Farben. Der gute Eindruck endet auch nicht bei der Geschwindigkeit der UI, im Gegenteil. Das Wiko Lenny 2 macht einen sehr flotten Eindruck, was fĂŒr ein EinsteigergerĂ€t Ă€uĂerst bemerkenswert ist (dazu mehr unter Performance und Leistung). Alle Animationen von Lollipop laufen flĂŒssig ab.
Im Gegensatz zur Wiko UI unter Android KitKat hat man einige hauseigene Apps wie den Musikplayer oder den Taschenrechner aktualisiert und das ist auch gut so. Das Design ist nun auf der Höhe der Zeit und an Android Lollipop angepasst. Auch die Statusleiste hat viele coole Funktionen wie eine integrierte Taschenlampe bekommen.
Neben den Standardeinstellungen gibt es noch einen Unterpunkt zur Verwaltung der SIM-Karten sowie eine Ein- und Abschaltung nach Zeitplan. Auch das Display hat Extra-Einstellungen bekommen, nÀhre Informationen dazu unter Display.
Was leider ganz und gar nicht toll ist, ist die Tatsache, dass beim Wiko Lenny 2 die Stagefright-SicherheitslĂŒcke noch nicht behoben ist (Anmerkung: Zum Zeitpunkt des Testes war die LĂŒcke noch nicht behoben, mittlerweile schon. Mehr dazu hier.). Das muss so schnell wie möglich nachgeholt werden, denn hier wird eindeutig die Sicherheit der KĂ€ufer gefĂ€hrdet.
Vorinstallierte Bloat Ware gibt es kaum, lediglich die App âClean Masterâ hat Wiko neben den Standard-Google Anwendungen hinzugefĂŒgt. GlĂŒcklicherweise lĂ€sst sich die App aber ohne Root oder Ă€hnliches deinstallieren und stellt deshalb fĂŒr mich auch kein Problem dar.
Ein fĂŒnf Zoll Display mit einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln?! Jap! Und ist es schlecht? Nein! Ich gebe zu, das Display des Lenny 2 hat mich wirklich sehr positiv ĂŒberrascht. Ich hĂ€tte es nicht fĂŒr Möglich gehalten, dass eine so geringe Auflösung so wenig ausmacht. Zwar sieht man bei nĂ€hren Betrachten die einzelnen Pixel, aber mal ehrlich: Wer hĂ€lt sein Handy denn direkt vor die Nase?
Sehr schön ist auch die Display-Helligkeit. Der Bildschirm ist nie zu dunkel und auch unter Lichteinfluss kann man ihn ohne MĂŒhe ablesen. Ebenfalls sind die Blickwinkel excellent, die Farben des Displays verĂ€ndern sich auch bei seitlichem Schauen nicht.
In den Einstellungen gibt es zusÀtzlich ein Programm namens MiraVision, mit dem man die Anzeige noch individuell anpassen kann. Beispielsweise kann man Kontrast, SÀttigung, Bildhelligkeit und Farbtemperatur einstellen.
Der Akku des Lenny 2 macht in unserem Test eine gute Figur. Zwar fasst er nur 1800 mAh, angesichts der kleinen Displayauflösung und des einsteiger Prozessors ist dies aber kein groĂes Problem.
Bei normaler Nutzung kommt man ganz ohne Probleme ĂŒber den Tag, nachts sollte man das Handy dann aber doch laden. Wer sehr viel auf dem GerĂ€t spielt und aufwendige Anwendungen nutzt, dem sollte jedoch klar sein, dass das GerĂ€t dann den Tag unter UmstĂ€nden nicht ĂŒbersteht.
Vorteilhaft ist hier sicherlich auch Googles âProject Voltaâ, welches die Akkuleistung unter Android Lollipop noch mal ziemlich verbessert. Aber auch Wiko hat gelernt und hat nun keine fatalen Fehler mit Auswirkungen auf den Akku in der Software mehr, wie es beispielsweise beim Highway Star der Fall war.
AuĂerdem ist der Akku des Lenny 2 austauschbar. Mir persönlich ist das ehrlich gesagt egal, da ich noch nie Probleme mit einem kaputten Akku hatte. Ich weiĂ aber, dass viele Leser Wert auf diese Funktion legen und bewerte das daher einfach mal als toll. ;)
Was leistet ein Einsteiger-GerĂ€t mit einem MediaTek MT6580M 1,3 GHz Quad Core Chip sowie 1 GB Arbeitsspeicher? Genug. Man sollte vom Lenny 2 keine Wunder erwarten, aber fĂŒr alltĂ€gliche Aufgaben reicht es vollkommen aus. E-Mails checken, WhatsApp-Nachrichten schreiben, auf Facebook rumstöbern, im Internet surfen â Alles kein Problem. Dabei lĂ€uft das System immer flĂŒssig und es kommt zu keinerlei HĂ€ngern.
Bei Spielen wie Asphalt oder Need for Speed sieht es dagegen anders aus. Dort ruckelt es ziemlich und das Spielen macht wirklich keinen SpaĂ. Aber mal ehrlich: Das Lenny 2 ist ein Low-End GerĂ€t und dass es bei solch aufwendigen Anwendungen Probleme gibt, ist klar.
Erstaunlicher Weise bereitet auch Multitasking dem Lenny 2 kein wirkliches Problem. Das hĂ€tte ich angesichts des geringen Arbeitsspeichers nicht gedacht, ich war also sehr positiv ĂŒberrascht.
Im Benchmark bei AnTuTu erreicht das Lenny 2 20400 Punkte, was ein sehr guter Wert fĂŒr ein GerĂ€t dieser Preisklasse ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass Benchmarks nicht wirklich viel aussagen, denn am Ende zĂ€hlt die reelle Leistung.
Die QualitÀt der im Lenny 2 verbauten 5-Megapixel-Kamera ist leider ziemlich schlecht. An diesem Punkt hat man also definitiv gespart.
Landschaftsaufnahmen gehen grade so noch in Ordnung, wirklich schön sieht das Ganze aber nicht aus. Die Farben wirken blass und ĂŒberbelichtet und auch der HDR-Modus ist nicht wirklich gelungen.
 Bei Nahaufnahmen sieht es leider noch schlimmer aus. Da das Wiko Lenny 2 keinen Autofokus hat, werden Makrofotos im Grunde fast immer unscharf. Immerhin gibt es einen Blitz, der seine Arbeit gut verrichtet und auch als Taschenlampe nĂŒtzlich sein kann.
Die VideoqualitĂ€t ist leider ebenfalls grausig, da hilft auch kein hochskaliertes Full-HD. Auch der Ton ist nicht âdas Gelbe vom Eiâ, man hört ein ziemliches rauschen. Die integrierte Gestensteuerung (Auslösen durch Zeigen des Peace-Handzeichens) funktioniert leider genau so wenig.
Bei der Frontkamera geht es so weiter. Die BildqualitĂ€t ist auch hier sehr schlecht, maximal fĂŒr Videotelefonie reicht es noch.
ALLTAGSGEBRAUCH / SONSTIGES
Im Alltag macht das Wiko Lenny 2 eine ordentliche Figur. Alle einfachen und grundlegenden Aufgaben lassen sich ohne Probleme bewĂ€ltigen. Telefonieren, Surfen, WhatsAppen â alles kein Problem.
Die Kamera reicht fĂŒr sehr einfache SchnappschĂŒsse, wer aber mehrere Fotos und diese in guter QualitĂ€t haben will, der sollte sich noch eine Kamera neben dem Lenny 2 zulegen. Einen ebenfalls nicht so guten Job macht der Lautsprecher, dieser klingt wirklich extrem blechern und ist nicht fĂŒr das Hören von Musik geeignet.
Das GerÀt liegt erstaunlich gut in der Hand, auch wenn es mit 156 Gramm kein Federgewicht ist. Die Druckpunkte der LautstÀrke- und Anschalttasten sind sehr gut, es gibt in diesem Punkto keine Probleme.
LTE gibt es nicht, fĂŒr die meisten FĂ€lle genĂŒgt 3G jedoch. Sehr schön ist die echte Dual-SIM Funktion. Das heiĂt, ihr könnt sowohl zwei SIM Karten, als auch eine microSD-Karte parallel nutzen. Es wird also nicht auf die sogenannte âHybridâ-Funktion zurĂŒckgegriffen.
Insgesamt reicht das Lenny 2 also fĂŒr den Alltag aus, wenn die AnsprĂŒche nicht allzu hoch sind. Wer Wert auf sehr gute und leistungsfĂ€hige Komponenten legt, der wird mit dem GerĂ€t jedoch nicht zufrieden sein und sollte lieber mehr Geld in ein Handy investieren. Wer das Handy jedoch vordergrĂŒndig zum Telefonieren und Kommunizieren nutzt, der wird mit dem Lenny 2 absolut zufrieden sein.
Das Lenny 2 hat mich sehr ĂŒberrascht, und das im positiven Sinne! Ich hĂ€tte nicht gedacht, dass ein EinsteigergerĂ€t eine ausreichende Leistung und ein â trotz niedriger Auflösung â gutes Display haben könnte.
Das Design geht vollkommen in Ordnung und der Akku ist ebenfalls ausreichend. Die Kamera dagegen ist eines der gröĂten Kritikpunkte am Lenny 2, aber irgendwo muss der Preis ja herkommen.
Die Software ist gelungen, lediglich der Stagefright-Fix sollte so schnell wie möglich erscheinen (Update: Ist mittlerweile erschienen). Der Lieferumfang geht in Ordnung und die Verpackung sieht sehr schön aus.
AbschlieĂend kann ich fĂŒr Leute, die nur rund 100 Euro fĂŒr ein Handy ausgeben wollen, das GerĂ€t wirklich empfehlen!
Wiko Lenny 2: Unser Test des EinsteigergerÀts VORWORT Nachdem wir zuletzt das Wiko Highway Pure getestet haben, folgt nun jetzt wieder ein GerÀt der unteren Preisklasse.