Ich denke heute mal wieder über das allseits beliebte Thema "Male Loneliness" nach und kann immer nur wieder den Kopf schütteln. Während vom Leben frustrierte Feministinnen behaupten ML wäre eine Folge von toxischem Verhalten bei Männern stehe ich hier als Betroffener und frage mich immer wieder ob die mich eigentlich verarschen wollen.
Ich bin jetzt 30, hatte nie eine Beziehung, zumindest keine die man so nennen könnte, habe nie eine Frau geschlagen, behandle sie stets mit Respekt und entgegenkommen und hatte gar nicht die Möglichkeit irgendwie toxisches Verhalten an den Tag zu legen weil...ja immer alleine.
Um das mal kurz runter zu brechen: Meine erste "Freundin" hat mich nach einem Monat verlassen weil...ja gute Frage. Hatte einfach keine Lust mehr und hat es auch wenig interessiert, dass mir das mein Herz gebrochen hat.
Die zweite...von der man noch am ehesten von einer Beziehung sprechen könnte...mit ihr war ich ein halbes Jahr zusammen und habe nahezu alles für sie getan. Nach drei Monaten, als ich durch Gegebenheiten für die ich nichts konnte meinen Job verlor wurde ich behandelt wie Scheiße und das einzige was wichtig war, war: "beschaff dir nen job". Man sollte noch erwähnen, dass sie die ersten 3 Monate als wir zusammen waren arbeitslos war, ich sie mit unterstützt und sogar ihren kompletten Umzug organisiert habe. Aber das spielt wohl keine Rolle. Achja nach 10 Jahren habe ich erfahren, dass sie selbst in der Anfangszeit keine Möglichkeit hat sausen lassen, mich hinter meinem Rücken schlecht zu machen...selbst bei meinen eigenen Eltern und damit meine Beziehung zu meiner Familie bis heute belastet. Nachdem ich nach der Trennung um sie gekämpft habe und ihr einen Brief mit einem Gedicht auf ihre Terrasse gelegt habe, hat sie ohne den Brief zu öffnen mir gedroht mich wegen stalking anzuzeigen. Ich komm da bis heute nicht drauf klar.
Dann gab es die dritte, die mich auch nach kürzester Zeit verlassen hat weil sie meinte Zocken und die Beine für andere breit machen wäre wichtiger....habe danach nie wieder was von ihr gehört.
So...das waren meine Erfahrungen auf "Beziehungsebene" mit Frauen. Alle anderen Kennenlernphasen haben mich entweder verarscht und mit mir gespielt oder sind mit Freunden von mir in die Kiste gesprungen oder sind mit ihnen bis heute in ner Beziehung. Klasse.
So und da bin ich nun. 30 Jahre, einsam mit dem innigsten Wunsch einfach jemand an meiner Seite zu haben, der meine Liebe zu schätzen weiß und mir diese ehrlich erwidern kann. Mehr will ich doch gar nicht. Zwischen dem ganzen Wunschdenken, den Luftschlössern und den Träumen, die man so hat gibt es diesen einen Wunsch, den ich seit ich denken kann habe: einfach geliebt zu werden wie ich bin. Jemanden, der mich in den Arm nimmt und mir seine Wärme schenkt. Jemand, der mir zuhört ohne zu urteilen, jemand der erzählt ohne von mir verurteilt zu werden. Jemand der mir zeigt, was Liebe überhaupt ist. Mein Verständnis von Liebe ist leider "Funktioniere wie ich es will und du bist gut. Tust dus nicht, bist du wertlos".
Traurig oder? So bin ich aufgewachsen, so liefen meine "Beziehungen" ab. Und jetzt Frage ich mich: Hab ich das allen ernstes verdient und wenn ja wofür? Jeden Tag an sich vorbeirasen zu sehen, allein einzuschlafen, allein aufzuwachen, in Angst davor, alleine und vergessen zu sterben? Was kann ich denn schlimmes verbrochen haben, dass ich immer nur das durchlebe?
Und gleichzeitig kommen Freundinnen zu mir und wollen Verständnis und Ratschläge für ihre Beziehungen in denen sie teils wie Scheiße behandelt, eingeschränkt und beleidigt werden. Als ob das Leben mich noch mehr demütigen will. Schau mal hier...die magst du gerne stimmts? Schau mal wie Scheiße ihre Beziehung ist und wie unglücklich sie ist. Und ihr Macker schaffts auch sie bei sich zu halten. Nur du bist zu blöd dafür.
Das sind die Dinge die mir dann durch den Kopf gehen. Obwohl ich immer nur das beste für andere will, scheint niemand das beste für mich zu wollen, geschweige denn es mir zu wünschen. Treff ich eine Frau, nur für Sex...oder in meinem Fall einfach nur für Nähe, wenn sie auch nur körperlich ist, darf ich noch Sprüche von "Freunden" hören, sie würden den Respekt vor mir verlieren wenn ich das tue. Mir wird nicht einmal körperliche Nähe gegönnt. Einmal etwas abschalten, einen kleinen Vorgeschmack bekommen für das, was für die meisten Menschen normal ist. Aber wie sollen das auch andere verstehen? Menschen deren kürzeste Beziehung ein halbes Jahr ging. Länger als meine längste Beziehung. Menschen, für die "Liebe" nicht nur ein abstraktes Konstrukt ist, was sie gar nicht verstehen. Menschen, die nicht von jeder Frau in ihrem Leben belogen, verraten und hintergangen wurden.
Und da kommen wir zu den Feministinnen zurück. Hasse ich deshalb Frauen, weil jede Erfahrung nur Scheiße gelaufen ist und ich von Frauen immer nur benutzt und manipuliert wurde? Natürlich nicht. Das gibt mir nicht das Recht dazu auf eine ganze Bevölkerungsgruppe zu zielen. Aber in der heutigen Zeit wird dir überall eingeimpft, dass du das als Mann ja verdienst. Weil deine bloße Existenz mit einem Schwanz zwischen den Beinen, dich wertlos macht. Für deine Traumatas und dein kaputtes Herz, welches noch mit Müh und Not irgendwie mit Panzertape notdürftig geklebt wurde nach unzähligem Zerspringen...ja für all das wirst du dann noch ausgelacht und abgewertet. Nein, du bist sogar selbst schuld und dir geschieht es Recht.
So wird es mir immer wieder eingetrichtert wenn ich in so eine Diskussion bzgl. "Alle Männer" gerate.
Für mich, jemanden der eh schon so kaputt ist und nur Ablehnung erfahren hat, ja für den ist es eine einzige Hölle jemanden heutzutge kennenzulernen. Du kannst es in Endeffekt doch nur noch falsch machen. Ich hasse es. Ich wünsche mir von ganzem Herzen jemanden, der mir zeigen kann, was dieses "Liebe" überhaupt ist und wie sich das anfühlt. Ich gebe mein Obdach, meine Gesundheit und alles, über was ich verfügen kann, nur für einen Tag, an dem ich wirklich von jemandem aufrichtig geliebt werde. Bitte lass es eines Tages wahr werden, bevor mich die Einsamkeit so sehr auffrisst, dass das Leben gar keinen Mehrwert mehr hat.