Ich denke zur Zeit immer mal wieder über den Begriff "bester Freund/Freundin" nach und je mehr ich darüber nachdenke, desto absurder ist dieses Konstrukt.
Ich habe diese Priorisierung von einzelnen Menschen schon immer abgelehnt, denn niemand ist überall perfekt. Menschen haben unterschiedliche Qualitäten und bei den Leuten in meinem Umfeld wäre es eine Schande irgendjemand höher zu kategorisieren. Mit keiner Einzelperson Rede ich über ALLES. Manche können besser bei dem einen Thema mitreden, manche bei dem anderen. Kategorisierst du eine Person als die beste kann es nur in einem Resultat enden, in dem du irgendwann enttäuscht wirst. Zu oft schon bei anderen beobachtet.
Und würde ich das tun, wäre ich vermutlich jetzt noch viel wütender, frustrierter und verletzter. Denn die Person, von welcher andere Leute immer wieder behaupten sie wäre "mein bester", was nicht stimmt, lässt mich jetzt auch schon seit geraumer Zeit hängen. Auch typisches "Keine Zeit". Sorry aber wenn ich nicht mal 10min Autoweg entfernt wohne und es sonst auch nie ein Problem war mal sich spontan auf ne Kippe zu treffen oder abends ne Runde zusammen zu zocken... Warum ist es das jetzt plötzlich? Ah vermutlich, weil jetzt eine Frau im Spiel ist. Versteht mich nicht falsch. Ich gönne dem Bruder alles Glück der Welt und freu mich auch für ihn. Nur hab ich kein Bock das gleiche Drama wie vor einigen Jahren mitzumachen. Nämlich das zusätzliche Anhängsel zu spielen und die Beziehung quasi zu dokumentieren. Es geht mir auf die Eier, dieses willenlose, kriecherische Gehabe, was viele gegenüber ihren Frauen an den Tag legen. Das ganze Universum dreht sich nur noch darum und alles andere wird entweder mitgeschleift oder vergessen.
Und da komm ich ins Spiel. Während man täglichen Kontakt hatte, über diverses Zeug gequatscht hat etc. Ist das ziemlich von einem auf den anderen Tag komplett weggebrochen. Und da frag ich mich: hab ich überhaupt einen Wert oder bin ich nur nützlich um euch durch eure Single-Phasen zu begleiten und kaum ist die vorbei, bin ich nicht mehr relevant. Wochenlang immer nur keine Zeit, bin bei der ollen, telefonier noch mit der ollen.... Blablabla. Ich hab Verständnis wirklich... Aber irgendwann ist doch mal gut. Warum kriegt es ein anderer Kollege hin sich immer mal wieder spontan sich zu melden und einfach zu fragen wies mir geht obwohl der weitaus mehr Verantwortung zu tragen hat. Frau, Kind, Haus an dem er baut.
Es tut doch nicht weh sich wenigstens mal 1x in der Woche zu melden und einfach zu Fragen wie es einem geht. Mehr verlang ich doch nicht einmal. Aber heutzutage bist du einfach Mittel zum Zweck. Und das ist kein Einzelfall. Es zieht sich durch meinen ganzen Kreis.
Wo ich wieder beim Thema bester Freund ankomme. Zum Glück kategoriesiere ich nicht sondern sehe in allen die gleiche Enttäuschung.