Stärke
... hat mir lange gefehlt. Wurde mir einfach nicht vermittelt. Stattdessen gab es da das kleine unsichere Mädchen gefangen im Körper einer Middreissigerin, die so gar nicht in die konventionellen Formen passte... es aber auch nicht wollte. Ein langer Weg und unzählige Kämpfe mit vielen Dämonen haben mein Wesen geprägt und es gab nur zwei Wege damit umzugehen: verzweifeln und an ihnen zerbrechen oder zu ihnen zu stehen. Ich bin ehrlich, ich bin zerbrochen und sitze heute noch und fege Scherbe für Scherbe weg, aber der Unterschied ist: ich schäme mich nicht mehr. Ich bin klein, habe zu viele Kilos auf den Rippen - obwohl ich weiß, dass Disziplin mich wieder auf die Kleidergröße 34 katapultieren könnte. Ich schäme mich nicht, nie eine intakte Familie gehabt zu haben, obwohl ich über 20 Jahre genau das allen vorlebte, ich stehe dazu, dass ein Eheleben nicht immer ein Himmel voller Geigen ist. Aber genau das ist es, was die Medien, das Umfeld uns glauben lassen wollen. Oder wo sind all die Menschen mit ihren Alltagslasten und Sorgen? Du musst perfekt aussehen, in einer geilen Wohnung mit dem perfektesten Partner leben, der nach Möglichkeit alles hat und alles kann. Du musst 8 mal die Woche deine Muskeln stärken und du musst immer lächeln. Ich sage: am Arsch! Du musst dich erst einmal selbst finden, dich selbst lieben können, um überhaupt etwas ändern zu können. Ich liebe mich nicht, noch nicht. Aber ich arbeite daran... mir wurde anerzogen, etwas besonderes sein zu müssen, um gut zu sein. Um wertvoll zu sein. Aber ich denke, das bin ich nicht, bin es nie gewesen und möchte auch dem nicht mehr hechelnd nachjagend gerecht werden. Vielleicht bin ich einfach nur besonders ehrlich. Stay plüschig! P.S. Ich versuche jetzt öfter zu schreiben 😉




















