Mit einem hohen Polizeiaufgebot und unter Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen verhinderte die Polizei in Istanbul am 25. Juni 2017 eine Versammlung von Teilnehmer*innen des türkischen CSDs auf der Einkaufsstraße Istiklal in der Istanbuler Innenstadt.
Die Parade „Marsch des Stolzes“, mit der für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen demonstriert werden sollte, wurde einen Tag vorher vom Istanbuler Provinzgouverneur verboten. Zur Begründung hieß es, die Kundgebung gefährde die Sicherheit von Bürgern und Touristen sowie die öffentliche Ordnung.
Das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete am 17. Juni 2017 davon, dass die Entscheidung der Behörde gefallen war, nachdem Jugendgruppen der rechtsextremen Partei Großen Einheitspartei (BBP) gewalttätige Aktionen gegen die Teilnehmer*innen der Parade ankündigt hatten.
Auf der Nachrichtenseite "Middle East Eye" äußerte sich Kursat Mican, der Vertreter der BBP Istanbul, wie folgt: „Liebe Offizielle, bringt uns nicht dazu, dass wir uns um sie kümmern müssen. Entweder ihr tut, was getan werden muss, oder wir werden das übernehmen. Wir sind bereit, jedes Risiko einzugehen. Wir werden die Parade davon abhalten, stattfinden zu können.“ Man werde es nicht zulassen, dass „Degenerierte“ ihre Fantasien in der Stadt verbreiten könnten.
https://www.tagesschau.de/ausland/istanbul-parade-103.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-schwulenparade-in-istanbul-abgesagt-a-1098297.html