es geht nicht immer nur darum, wie man selbst die dinge sieht und sie gestaltet. manchmal hat man keinen einfluss auf die welt, auf die dinge, auf das tun. und schon gar nicht auf gefĂŒhle. ich bin traurig, ich mache gerade die schwerste zeit meines lebens durch, weil ich mich entscheiden muss und ich habe entscheidungen schon immer gehasst. ich habe mich verliebt und ich habe geheiratet. ich habe einen menschen gefunden, der so schien zu sein wie ich. ich bin unendlich traurig, dieser mensch hat mich angegriffen, er hat es geschafft, dass ich angst vor ihm hatte und nur weg wollte. frĂŒher habe ich frauen nicht verstanden, die bei gewalttĂ€tigen mĂ€nnern blieben. ich habe gepredigt, dass du gehen musst, wenn es eskaliert, dass es keine entschuldigung geben kann.
heute bin ich der mensch, der ich geworden bin. heute ist mir gewalt angetan worden und mein kopf spuckt seit tagen antworten und entschuldigungen aus, wieso es so passiert ist und wieso der mensch nichts dafĂŒr kann. ich bin nach wie vor schlecht darin, mich selbst zu erkennen. habe ich einfach ein unabĂ€nderliches helfersyndrom? kann ich nicht aus meiner haut und möchte einfach nur unendlich gebraucht werden? ist es die antwort, dass ich alles aufgeben wĂŒrde, nur um das leben eines anderen besser zu machen - aus liebe? ist das liebe, wenn man sich aufopfert, keine zeit mehr besitzt um sich selbst und seine interessen zu pflegen? ist es liebe, wenn man sich einsam fĂŒhlt, obwohl man zu zweit ist, weil man nur noch streitet und sich gegenseitig vorhaltungen macht - ohne dabei an einer lösung zu arbeiten? ist es liebe, wenn man artikuliert, dass man schmusen will und diesem wunsch nicht nachgekommen wird, weil lieber die hunde geschmust werden oder muss man an der stelle sagen, naja wenn der prophet nicht zum berg kommt, dann... er sagte dann immer, ich mĂŒsste doch nur zu ihm kommen.
einerseits erwarte ich, dass er instinktiv weiĂ, was ich brauche. andererseits kann ich nicht umhin, dass ich mir die letzten wochen nicht anders zu helfen wusste, als dass ich mich zurĂŒck gezogen habe von den aufgaben und pflichten. dass ich ihn auch âmal allein gelassen habeâ, weil ich âihm zeigen wollte, wie viel ich mache, was er alles nicht wertschĂ€tztâ. damit âer sieht, was er an mir hat und mich mehr schĂ€tztâ. das hat nicht geklappt. ich wurde gewalt und aggression ausgesetzt und dennoch ĂŒberlegt mein hirn verzweifelt, dass alles doch ganz anders sein könnte. alles ein missverstĂ€ndnis. wie oft habe ich in meinem vergangenen leben auf verstĂ€ndnis und verzeihung gehofft und habe eine kalte schulter bekommen.
ich weiĂ nicht. ich weiĂ nicht wohin und nicht wie weiter. ich weiĂ nicht mehr, was meine ziele und plĂ€ne im leben sind. ich wĂŒrde gerne einfach mit meinen gedanken in der welt geld verdienen und keinen aufgezwungenen job machen, den ich nicht mag. deshalb mache ich immer noch gar nichts. mein herz hat ihm schon verziehen, schon lange. wegen meiner idee von leidenschaft und liebe und der ewigen verbundenheit zweier herzen. ich will nicht verletzt werden und ich möchte nicht verletzen. doch mein kopf erinnert sich an die angst, die ich fĂŒhlte. jetzt gerade bin ich sicher und geborgen. physisch. doch aufgewĂŒhlt und rastlos, psychisch. ich habe bei therapeuten angerufen und vielleicht meldet sich jemand zurĂŒck, es ist wirklich verdammt schwer einen zu erreichen. gedanken wie âvielleicht bin ich das geborene opferâ, ja wow danke.
das bin ich nicht. aber ich bin auch unentschlossen und der âzweifler-typâ. ich könnte vermutlich alles anzweifeln, aber ich vergesse auch gewisse dinge nicht, ich weiĂ noch, was er alles gesagt hat. vielleicht, ohne es so zu meinen. jeder mensch ist anders und er ist definitiv anders. aber man sagt auch, dass man die loyalitĂ€t einer frau merkt, wenn der mann nichts hat und die eines mannes, wenn er alles hat. (natĂŒrlich hartcore sexistisch, weil frauen auch eigentum und prestige haben können, aber hey). und er hat momentan seit langem eine schwere phase durchgemacht. er hat mich auch immer sein lassen, wie ich bin. jedenfalls mehr als menschen vor ihm und ich war so ĂŒberzeugt, dass wir gut zusammen passen.
aktuell weiĂ ich nichts mehr, nur, dass ich mich entscheiden muss. gehe ich zurĂŒck oder nicht. ist er ein psychopathischer gewalttĂ€ter oder ist er ein unverstandener, alleingelassener herzmensch. ungefĂ€hr so.
die ratio sagt aber, dass man seinen partner keiner gewalt aussetzt. und sollte das umgekehrt der fall gewesen sein, dann passiv/ unbeansichtigt. er aber hat mir aktiv/ beabsichtigt gewalt angetan.