Bestselleradaption: âDer dressierte Mannâ im Theater und Komödie am KurfĂŒrstendamm
âDer dressierte Mannâ â die in Anlehnung an die gleichnamige Streitschrift von Esther Vilar von John von DĂŒffel inszenierte Komödie begeistert das Theaterpublikum mit Tempo, Witz und Esprit
Rund 40 Jahre nach Erscheinen von VilarÂŽs provokantem Werk ist dem Schriftsteller und Dramaturgen John von DĂŒffel eine viel beachtete BĂŒhnenadaption gelungen. In Heilbronn, Bonn und Heidelberg gab es fĂŒr die sensible Umsetzung von der Streitschrift zur Komödie ebenso wie fĂŒr die kĂŒnstlerische Darbietung des jeweiligen Ensembles tosenden Dauerapplaus und in Folge eine VerlĂ€ngerung der Spielzeiten. Im Theater am KurfĂŒrstendamm steht âDer dressierte Mannâ noch bis zum 24. Juni 2012 offiziell auf dem Spielplan.
Frauenbewegung: Anpfiff zum Kampf der Geschlechter in den Siebzigern
Nachdem das Sachbuch 1971 erschienen war, wurde verbaler Geschlechterkampf auf deutschen Bildschirmen mehrfach zum beliebten Primetime-FĂŒller. In hitzigen Fernsehduellen vertraten Esther Vilar und Alice Schwarzer, ebenfalls Schriftstellerin und Publizistin, ihre kontroversen Standpunkte. Alice Schwarzer forderte die Gleichberechtigung fĂŒr Frauen in Beruf und Privatleben, Esther Vilar indes sprach den MĂ€nnern die Rolle der âemsigen, von den weiblichen Parasiten unterdrĂŒckten ErnĂ€hrerâ  zu. Die Kontrahentinnen verfĂŒgten ĂŒber ein gewaltiges Repertoire an rhetorischen Giftspritzen. Auch wenn die (anti)feministischen Diskussionen nicht fĂŒr Jede(n) leicht verdauliche Kost waren, so wurden die Grundthesen allgemein verstanden und polarisierten Deutschland nachhaltig. Ein Strudel von neuen DenkanstöĂen brach auf. So nahmen es beispielsweise viele SekretĂ€rinnen nicht mehr hin, dass Kaffeekochen ungeschrieben in ihrer Stellenbeschreibung verankert war. Da die radikalen Ansichten von Alice Schwarzer und Esther Vilar umstritten waren, emigrierte Esther Vilar aus Angst vor MordanschlĂ€gen sogar vorĂŒbergehend aus Deutschland. Mit seiner Adaption von "Der dressierte Mannâ bringt John von DĂŒffel die Vilarschen Thesen ohne beiĂende SchĂ€rfe vor sein BĂŒhnenpublikum.
Geschlechterkampf: mit einem Augenzwinkern ins 21. Jahrhundert getragen
Mit Witz und Esprit hat John von DĂŒffel gemeinsam mit Martin Woelffer die klassischen Konflikte zwischen weiblichen und mĂ€nnlichen Menschen inszeniert. John von DĂŒffel lĂ€sst dabei eine spritzige, pointenreiche Komödie entstehen, die nicht in den Klamauk abrutscht. Kurzgefasst: "Der dressierte Mannâ ist Bastian (Michael von Au), doch er merkt dies zu Anfang nicht. Bastian will sich mit Helen (Susanna Simon) verloben. Und Bastian ist in Erwartung eines höher dotierten Jobs. Dieser wird aber nun der zukĂŒnftigen Verlobten angetragen â und prompt geht die böse Eifersuchtssaat in der Beziehungskiste auf. Bastians Mutter (Maria Hartmann) ebenso wie seine Schwiegermutter (Ursela Monn) wirken dabei an zeitgemĂ€Ăen Lösungsstrategien mit â wobei John von DĂŒffel die MĂŒtter Helen zur Seite stellt.