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Evolve - Packende Monsterjagd mit zweifelhafter Langzeitmotivation â Review
Evolve â Packende Monsterjagd mit zweifelhafter Langzeitmotivation â Review
 Die Turtle Rock Studios und 2K Games haben nun den Monstershooter âEvolveâ auf den Markt gebracht. Da wird es Zeit den hochgelobten Titel einem Test zu unterziehen.
 Im vergangenen Jahr haben die Turtle Rock Studios mit âEvolveâ sowohl auf der E3, als auch auf der Gamescom die Preise fĂŒr das beste Spiel gewonnen. Daher war die Erwartungshaltung an den First-Person-Shooter deutlich hoch. Im Februar dieses Jahres erschien âEvolveâ fĂŒr die PlayStation 4, Xbox One und den PC. Doch kann der Multiplayershooter das halten, was es seit Monaten verspricht?
JĂ€ger oder Monster â Die Wahl ist einem selbst ĂŒberlassen
In âEvolveâ dreht sich alles um Mehrspielerpartien. Auf der einen Seite befindet sich ein Team aus vier JĂ€gern und auf der anderen Seite ein ĂŒberdimensionales Monster. Das Ziel ist dabei denkbar einfach, lösche das gegnerische Team aus.
Dabei haben die Spieler stets die Wahl, ob sie als JÀger spielen oder sich in die Rolle des Monsters begeben. Somit kann man erstmals selbst der Endgegner sein, der einem sonst immer das Leben zur Hölle macht.
Die Turtle Rock Studios haben in uns mit einer Vielzahl von Monstern beschenkt und die Anzahl wĂ€chst stetig, denn mit den neuen DLCâs bekommen wir weitere Exemplare zum spielen. Jedes Wesen hat dabei die Auswahl aus vier Spezialattacken, die die VorzĂŒge des Monsters unterstreichen. WĂ€hrend der Goliath recht behĂ€big agiert, kann er z.B. mit einem gezielten Felswurf ĂŒbermĂ€Ăig Schaden austeilen. DarĂŒber hinaus kann man springen, klettern, schleichen und das Terrain zu seinem Vorteil nutzen.Zudem verfĂŒgen die Monster ĂŒber einen ausgeprĂ€gten Geruchssinn, der nicht nur die Tiere in der Umgebung aufspĂŒrt, sondern auch die JĂ€ger anzeigt, sobald sie sich in der NĂ€he befinden.
Goliath setzt gerne ein kleines Lagerfeuer[/caption]
 Allerdings haben sich die Entwickler noch einen weiteren netten Clou ausgedacht. Denn wie der Name des Spiels andeutet, geht es hier um eine âWeiterentwicklungâ.
Die Monster starten in ihrer schwÀchsten Variante und sind zu dem Zeitpunkt noch eine recht leichte Beute. Jedoch Àndert sich das, sobald sie sich selbst auf die Jagd nach den Tieren begeben, die auf der ganzen Karte verteilt sind. Durch das Fressen von Tieren erhalten die Monster nicht nur einen zusÀtzlichen Schutzschild, sondern auch die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und ihre FÀhigkeiten zu verstÀrken.
Dem Monster stellen sich dann die JĂ€ger gegenĂŒber, die in vier Klassen aufgeteilt sind. Neben dem Medic, der klassischerweise fĂŒr die Heilung und Wiederbelebung der Gruppe zustĂ€ndig ist, kann man sich fĂŒr einen Assault, Support oder Trapper entscheiden. WĂ€hrend der Assault ein typischer Damage Dealer ist und versucht so schnell wie möglich das Monster mit schweren Waffen zu Boden zu strecken, muss der Support die Gruppe mit Buffs versorgen, die einem entweder einen Schild geben oder den Schaden verstĂ€rken. Der Trapper muss hingegen Fallen stellen und das Monster auf den weitlĂ€ufigen Karten finden. Sobald der Trapper das Monster entdeckt hat, kann er es fĂŒr eine bestimmte Zeit in eine sogenannte âmobile Arenaâ einsperren und von da in der Gruppe angreifen. Die Arena löst sich nach einer bestimmten Zeit selbstĂ€ndig auf oder kann durch die KampfunfĂ€higkeit des Trappers durchbrochen werden. Und auch bei den JĂ€gern gilt, dass jeder Charakter seine Eigenarten und unterschiedliche FĂ€higkeiten besitzt. Damit man auch mit den teils flinken Monstern mithalten und auch Klippen erklimmen kann, wurden alle JĂ€ger mit einem Jetpack ausgestattet, welches nur begrenzt ĂŒber Treibstoff verfĂŒgt. Jedoch fĂŒllt sich dieser im Gegensatz zur Lebensenergie wieder automatisch auf. Insgesamt enthĂ€lt âEvolveâ zwölf JĂ€ger, wovon drei fĂŒr jede Klasse zur VerfĂŒgung stehen.
Das Wichtigste bei âEvolveâ ist eine gute Spielbalance und zum gröĂten Teil gelingt dies auch den Turtle Rock Studios. SĂ€mtliche Klassen sind bedeutend, sodass man es sofort bemerkt, wenn ein Teamkollege seine Rolle nicht vollstĂ€ndig ausfĂŒllt. Wenn ein SanitĂ€ter es nicht schafft sein Team am Leben zu halten, dann ist es fĂŒr das Monster ein Leichtes das Team auszuradieren. Gleiches gilt, wenn es die anderen Klassen nicht schaffen ihre Vorteile auszuspielen. Da âEvolveâ jedoch hauptsĂ€chlich ein Multiplayertitel ist, muss man sich entweder mit Freunden eine schlagkrĂ€ftige Truppe zusammenstellen oder mit zufĂ€lligen Mitspielern zufriedengeben. Einmal mehr gilt, dass der Erfolg des Titels mit der Community steht und fĂ€llt.
Auch Evolve umfasst ein Rangsystem
âEvolveâ bietet insgesamt 16 Karten, wovon vier lediglich im Modus âVerteidigenâ spielbar sind. Die ĂŒbrigen zwölf Karten werden fĂŒr die restlichen Spielmodi âJagdâ, âRettungâ und âNestâ genutzt. Dabei muss man sich daran gewöhnen gröĂtenteils im Dschungel unterwegs zu sein, der nur mit wenigen markanten Orten gespickt ist, was eine Orientierung einzig anhand von optischen Fixpunkten extrem erschwert. DafĂŒr steht einem lediglich eine simple 2D-Karte zur VerfĂŒgung, die in Echtzeit nur die Standorte der Teamkollegen aufzeigt. Somit kann es schnell passieren, dass man die Orientierung verliert und beinahe ziellos umherirrt. Vor allem, wenn man auf Karten spielt, die zudem mit widrigen Wetterbedingungen versehen wurden, die wiederum die Sicht erschweren. âIst das das Monster oder nur ein komisch geformter Baum?â geistert einem schon einmal durch den Sinn, wenn man auf gut zwanzig Metern nur noch Schemen erkennt.
Der rote Faden, der sich durch das Leveldesign von âEvolveâ zieht, sorgt durchaus fĂŒr eine dichte AtmosphĂ€re. Jedoch ist das Risiko groĂ, dass relativ schnell eine Eintönigkeit vorherrscht, sobald man sich am Dschungel âsatt gesehenâ hat.
Von Ladezeiten und anderen Problemen
Aus technischer Hinsicht ist âEvolveâ durchaus solide. Das Spiel lĂ€uft in 1080p und gröĂtenteils stabilen 30 Bildern pro Sekunde. Wie schon in der Betaphase kann man bei einer gröĂeren Portion an Explosionen durchaus einen Einbruch der Bildrate feststellen.
Optisch bietet die CryEngine durchaus einige schöne Momente, jedoch sollte man keinen Hochgenuss erwarten. Denn âEvolveâ ist dreckig und gefĂ€hrlich. Hier sollte man nicht mit schönen Panoramen rechnen. Stattdessen kann man sich auf schnellere Bilder einstellen, wobei hier und da immer mal einige Kanten am Flimmern sind.
Soundtechnisch sollte man sich auf ein sehr basslastiges Erlebnis einstellen, welches einem auch eine gezielte Lokalisation des Monsters ermöglicht, wenn man das Donnern der Schritte vernimmt. Einen packenden Soundtrack sollte man wiederum nicht erwarten. Stattdessen dröhnt eine simple Elektrokost aus den Boxen. Schön ist allerdings die Möglichkeit die Soundsprache im Spiel anzupassen. âEvolveâ ist im Ăbrigen vollstĂ€ndig auf Deutsch lokalisiert worden.
Das Matchmaking ist bisher aufgrund teils ausufernder Ladezeiten verbesserungswĂŒrdig. Die Turtle Rock Studios setzen bei âEvolveâ sowohl auf Peer-to-Peer als auch auf ein Serversystem, um eine stabile Verbindung zu garantieren. Dies funktioniert gröĂtenteils ganz gut. Allerdings kann es beim P2P durchaus zu unschönen Lags kommen, sobald sich das Monster entwickelt oder zuviel auf der Karte passiert. Nach einer Runde kann es schon einmal eineinhalb bis zwei Minuten dauern bis die nĂ€chste Partie beginnt. Dies kann bei einer durchschnittlichen Matchdauer von rund zehn Minuten durchaus frustrieren.
Wenn man dann noch bedenkt, dass die Turtle Rock Studios einen 3 GB-groĂen Day One-Patch veröffentlicht haben, um unter anderem die Ladezeiten zu verkĂŒrzen, fragt man sich, ob sich das je bessern wird.
Die gröĂte Ungewissheit, die sich um âEvolveâ dreht, ist die Langzeitmotivation. Hat âEvolveâ das Potential sich auf lange Sicht im durchaus gesĂ€ttigten Markt an Multiplayertiteln festzusetzen? Spielerische QualitĂ€t ist durchaus gegeben, allerdings kann das einzigartige Spielkonzept auch fĂŒr schnellen Frust und Eintönigkeit sorgen. Denn seine wahre Klasse entfaltet âEvolveâ lediglich, wenn man in einer Gruppe zusammenspielt. Zwar mag es hier und da Runden geben, die auch auf öffentlichen Servern gut funktionieren, trotzdem wird man sich die MĂŒhe machen und auf die Suche nach Mitspielern begeben mĂŒssen, die regelmĂ€Ăig mit einem in die Schlacht ziehen. FĂŒr EinzelgĂ€nger ist âEvolveâ nur bedingt geeignet.
DarĂŒber hinaus stellt sich die Frage, ob die bisher sehr ĂŒberschaubare Anzahl an Spielmodi langfristig motiviert. Zwar haben die Turtle Rock Studios bekanntgegeben, dass man nach und nach weitere Spielmodi kostenlos ins Spiel integrieren wird, nichtsdestotrotz sind es die ersten Wochen nach dem Launch, die die Zukunft eines Multiplayertitels bestimmen.
Zudem haben die Entwickler bereits angekĂŒndigt, dass in den nĂ€chsten Monaten weitere kostenlose Karten kommen sollen. AuĂerdem wurden schon vier weitere JĂ€ger und mit dem Behemoth ein weiteres Monster bestĂ€tigt. WĂ€hrend der Behemoth allen Vorbestellern kostenfrei zur VerfĂŒgung gestellt wird, wird jeder weitere JĂ€ger mit 7,50 Euro zu Buche schlagen. Wer den Titel jedoch erst spĂ€ter kaufen möchte, wird auch fĂŒr den Behemoth 15 Euro bezahlen mĂŒssen.
âEvolveâ ist ein spielerisch gut ausbalancierter Shooter, der mit seinem eigenwilligen Spieldesign fĂŒr frischen Wind im angestaubten Shootergenre sorgt. Die KĂ€mpfe sind packend und die Kampagne ist abwechslungsreich. Allerdings gibt es weiterhin Probleme beim Matchmaking und das Spieldesign erfordert eine Suche nach geeigneten Mitspielern. DarĂŒber hinaus muss man resĂŒmieren, dass der Titel fĂŒr Einzelspieler nicht sonderlich geeignet ist. Zudem ist das teils bedĂ€chtige Pacing nicht fĂŒr jedermann geeignet. Wer jedoch auf der Suche nach einem neuen klassenbasierten Shooter ist, der auch ein taktisches Vorgehen verlangt und gleichzeitig kein Problem mit teils langatmigen Partien hat, sollte bei âEvolveâ zuschlagen.
 Diese Rezension wurde uns gebracht von unserem Freien Redaktuer Bassler