Kritik als künstlerisches Material für Düsseldorf.
Warum ein ehemaliger Düsseldorfer Oberbürgermeister in einer wenig sozialen Kumpanei aus Politik und Wirtschaft, fremdes kulturelles Know-How in unmoralischer Form auszubeuten bereit war, darüber kann nur spekuliert werden. Aber wir alle ahnen: wer keine eigenen Ideen hat, muss sie vermutlich kaufen. Wer kein Geld hat, muss sie sich erschleichen.
Diese Art der Ausbeutung bedeutete jedoch ein Nullsummenspiel für geistig behinderte Künstler und einen gemeinnützigen Düsseldorfer Verein. Mit einer solchen Methode konnte eine durchaus wärmende Menge an Steuergeldern, über die Einrichtung der Wirtschaftsförderung, in die Hände eines privaten Freundes des Oberbürgermeisters fließen.
Die Geschichte ist schnell erzählt: ein unbekannter Mann kommt nach einer inklusiven Ausstellung in einem ehemaligen Supermarkt auf den Leiter eines Kunstvereins zu und bittet ihn um Hilfe. Die Erstellung eines Konzeptes zur kulturellen Nutzung von Immobilienleerstand aus der Sicht des Kunstvereins wäre doch sicherlich interessant? Dies wäre ja im Sinne des Vereins und er selbst käme im Auftrag der Stadt, der Auftraggeber sei Oberbürgermeister Thomas Geisel selbst, zu dem er ein gutes persönliches Verhältnis hätte. Ein Sachverhalt, der durch einen Kontakt mit dem Bürgermeisterbüro und einer Veranstaltung im Düsseldorfer Rathaus bestätigt wurde.
Anfänglich geht es bei dem beauftragten Konzept noch um inklusive Ideen und innovative Vorstellungen des Kunstvereins zum genannten Thema.
Für die umfangreiche Arbeit in Aussicht gestellt werden Geldmittel für den Verein, sollte denn eine offizielle Zahlung im Zusammenhang mit der Eingabe an die Wirtschaftsförderung fließen. Soweit ein klares aber kalkulierbares Risiko, das vom Verein eingegangen wird. Es gehen E-mails hin und her, die Sache scheint klar.
Das vom Vorsitzenden des Kunstvereins daraufhin erstellte, über 40-seitige Konzept zur Nutzung von leerstehenden Immobilien in der Stadt, mit Ideen aus Kunst und Kultur, sollte sodann, auf Drängen des Auftraggebers, mehrfach in eine mehr allgemeingültige Form umgearbeitet werden.
Das Konzept wurde durch Herrn Geisel und Herrn Kukulies eingebunden, schließlich an die Düsseldorfer Wirtschaftsförderung übergeben und eine größere Geldsumme floss dafür in die Hände der Auftraggeber, resp. Herrn Kukulies. Diese Information wurde dem Kunstverein gänzlich vorenthalten.
Der Kunstverein erhielt nur noch einen einzigen Telefonanruf, der mitteilte, dass seine Ideen nicht auf fruchtbaren Boden gefallen seien, folglich kein Geld geflossen sei und der Kunstverein dementsprechend keinen Ausgleich für die Arbeit zu erwarten hätte. Die freundliche Bitte um ein persönliches Gespräch wurde verweigert. Der Kontakt wurde von Seiten der Auftraggeber sofort und vollständig abgebrochen.
Erst vor kurzem, also fünf Jahre später, erfuhr der Vereinsvorstand über die Düsseldorfer Wirtschaftsförderung vom tatsächlichen Sachverhalt und der gut dotierten Eingabe der beiden Auftraggeber.
Ich bin mir fast sicher, so ein empörender Vorgang ist für viele Menschen längst gängige Praxis und kaum noch der Rede wert. Möglicherweise wird ein solches Verhalten auch von juristischen Beschreibungen gedeckt, denn eine Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft wurde im Keim erstickt. Zeugen, Unterlagen und Nachweise wurden dabei weder angesehen noch gehört.
Ich finde, diese Geschichte gehört jedoch in das Ohr der Bürger. Sie sollten wissen, wie innovatives Wissen und Energie, in diesem Fall aus der Düsseldorfer Künstlerschaft und gemeinnützigem Engagement, von Akteuren und Profiteuren politischer Netzwerke ausgebeutet werden.
So rückt auch die viel besprochene Relevanz von Kunst und Kultur wieder an ihren angestammten Platz ...
Dies auch laut zu sagen führt meiner Meinung nach zu mehr und notwendiger gesellschaftlicher Transparenz. Aber natürlich macht man sich in dieser Stadt so keine Freunde. Aber Kritik bleibt weiterhin ein wichtiger Baustein bei der Entwicklung menschlicher und demokratischer Gesellschaften.
Darauf sollten wir als Teil der kulturellen Gemeinschaft dieser Stadt bestehen.
Kritik ist ein nachhaltig wirkendes Material künstlerischen Formwillens.
https://www.cduduesseldorf.de/
https://www.cdu-fraktion-duesseldorf.de/
https://vcvf.legal/team/thomas-geisel/