Anfang September trat die âInitiative 18â mit einer Pressekonferenz in Berlin vor die breite Ăffentlichkeit. Die âInitiative 18â ist ein Verein aus Privatpersonen der Medien- und Werbewirtschaft, sowie aus der Lehre, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Medien- und Meinungsvielfalt zu erhalten. Neben den bekannten siebzehn Nachhaltigkeitszielen - 17 Sustainable Development Goals (SDG) der United Nations â sollen weltweit als 18. Ziel âFreie, sichere und nachhaltige Medienâ als zentraler Bestandteil demokratischer Gesellschaften verankert werden.Was sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN?Die 17 Nachhaltigkeitsziele sind Teil der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die Agenda 2030 wird mit ihren 17 Zielen fĂŒr nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) konkretisiert und ist ein weltweiter Plan zur Förderung von Frieden, Wohlstand und dem Schutz unseres Planeten. Seit 2016 bemĂŒhen sich alle unterzeichnenden LĂ€nder, diese gemeinsame Vision zur ArmutsbekĂ€mpfung und Verringerung von Ungleichheiten in ihre nationalen EntwicklungsplĂ€ne einzugliedern. Besonders wichtig ist, die BedĂŒrfnisse und PrioritĂ€ten der am stĂ€rksten gefĂ€hrdeten Bevölkerungsgruppen und LĂ€nder zu berĂŒcksichtigen â denn nur wenn niemand ausgeschlossen wird, können die 17 Ziele bis 2030 erfolgreich erreicht werden. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat diese Ziele daher fĂŒr die langfristige Entwicklung in Deutschland als Richtschnur der Politik ĂŒbernommen. Siehe hierzu auch den Link der Bundesregieung: Agenda 2030: Unsere Nachhaltigkeitsziele | BundesregierungZu den 17 Zielen zĂ€hlen grundsĂ€tzliche Ziele, wie die Verringerung von Armut und Hunger, aber auch die Etablierung der MenschenwĂŒrde und der allgemeine Zugang zu Bildung. Zur nachhaltigen Entwicklung zĂ€hlen aber auch Wirtschaftsziele, wie die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen und ökonomischen Leben sowie ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum. Aber auch die Schaffung der Rahmenbedingungen, um Wohlstand zu erwirtschaften, durch Förderung von Innovation und technologischer Entwicklung, sowie der freie Zugang zum Finanzmarkt und zu Wagniskapital.Notwendigkeit zur Erweiterung um ein 18. Ziel?Unbestreitbar nehmen Fake-News und Desinformation rasant zu. Wir nehmen dies tĂ€glich wahr und immer deutlicher treten die Gefahren, die daraus resultieren, hervor. Besonders prĂ€sent wurde uns die Relevanz im Zusammenhang mit dem amerikanischen Wahlkampf (Stichwort: Cambridge Analytica) oder dem Ukraine-Krieg, der in massiver Weise beidseitig auch medial ausgetragen wird. Ohne die offensichtlichen Vorteile von KI zu verteufeln, ist aber bereits jetzt klar, dass dadurch die Masse an Fake-News und deren QualitĂ€t exponentiell ansteigen wird. Die ersten Deepfakes, die eher lustig gemeint waren, zeigen die Richtung schon einmal auf. Quelle z.B.: Can you believe your eyes? How to spot deepfakes | ITV NewsSolche Deep Fakes und Desinformationen verbreiten sich durch Social Media rasend schnell und unkontrollierbar, oder besser unkontrolliert. Klassische Medien erfĂŒllen qua Auftrag hier ein Korrektiv, da es immanent zu gutem Journalismus gehört, seine Quellen zu ĂŒberprĂŒfen, bevor Artikel oder BeitrĂ€ge veröffentlicht werden.Qualifizierung der klassischen Medien, des klassischen RundfunksDer Rundfunk in Deutschland unterliegt umfangreicher Reglementierung. Dies erfolgt durch umfangreiche Gesetze, durch Zulassungsbehörden mittels deren Lizenzen und Kontrolle, dies gilt - in leicht unterschiedlicher Weise - fĂŒr alle private und Ăffentlich-rechtliche Medien. Gerade auch die derzeit laufende Bewerbungsphase fĂŒr die Public Value Zertifizierung wird in eindrucksvoller Weise aufzeigen, welchen groĂen Beitrag gerade unsere lokalen und regionalen Medien fĂŒr die Information und damit die Meinungsvielfalt unserer Gesellschaft spielen. Oftmals ist leider der Rundfunk, wie Umfragen zeigen, das einzige klassische Medium, das noch regelmĂ€Ăig genutzt wird. Die Effekte fĂŒr die Demokratie sind heute schon mit HĂ€nden greifbar.Bedrohung der klassischen MedienBereits ab dem Jahr 2021 flossen in Deutschland mehr Werbegelder in die groĂen internationalen Plattformen als in die gesamte deutsche Medienlandschaft. Ein Trend der sich seitdem ungebremst fortsetzt. Mit anderen Worten heiĂt das, dass sich die klassischen Medien einen immer kleineren Teil am Werbekuchen teilen mĂŒssen. Die Schwierigkeiten bei diversen Medienunternehmen, die auch damit zusammenhĂ€ngen, z.B. sind öffentlich bekannt. Das sind im GroĂen der Gruner + Jahr Verlag oder im Kleinen lokale Sender, wie z.B. Radio R.SA im AllgĂ€u. Die Konzentrationswelle in der Tageszeitungslandschaft ist ein anderer Hinweis. NatĂŒrlich haben die verĂ€nderten Nutzungsgewohnheiten auch ihre Ursache in der Ănderung der Konsumenten. Der erwartbare Effekt dieser Entwicklung ist jedoch das sukzessive Verschwinden der klassischen Medien zugunsten der groĂen monopolistischen Internetplattformen. Hier kann man sich theoretisch als BĂŒrger auf den Stand punkt stellen, dass dies der normale Wandel des Zeitenlaufs ist, wie der Wandel der Wirtschaft durch die Industrialisierung. Hier geht es aber nicht ânurâ um die Wirtschaft, sondern um viel weitreichendere Folgen. Die Effekte des faktischen Wegfalls der freien Medien, wie wir sie heute kennen, fĂŒr die Demokratien kann sich jeder selbst ausmalen oder z.B. im Buch von Prof. Dr. Martin Andree mit dem Titel âBIG TECH MUSS WEG â Die Digitalkonzerne zerstören Demokratie und Wirtschaftâ nachlesen.Ziele der Initiative 18Die Initiative 18 hat versucht diese Aufgabe in acht Teilzielen zu konkretisieren, um das Thema operationalisierbar zu machen. Die Teilziele sind: - Sicherstellung der Presse â und Rundfunkfreiheit durch Implementierung und Durchsetzung von Gesetzen, die Journalist:innen und Medienorganisationen vor EinschĂŒchterung, Gewalt und rechtlicher Verfolgung schĂŒtzen. - Erhalt der Medienvielfalt durch die Förderung hybrider GeschĂ€ftsmodelle, die sowohl datengesteuerte als auch werbefinanzierte AnsĂ€tze integrieren, um eine nachhaltige Medienlandschaft sicherzustellen. - Verantwortungsvolle Allokation von Werbeinvestitionen, bei der traditionelle Werbemetriken durch nachhaltige Indikatoren ergĂ€nzt werden, die den gesellschaftlichen und demokratischen Wert von Medieninhalten berĂŒcksichtigen. - BekĂ€mpfung von Desinformation und schĂ€dlichen Inhalten durch Verantwortlichmachung von DistributionskanĂ€len und den Einsatz moderner Technologien zur Erkennung und BekĂ€mpfung dieser Inhalte. - Förderung von Medienkompetenz in allen Altersgruppen und sozialen Schichten, um kritisches Denken und den bewussten Umgang mit Medien zu stĂ€rken. - Integre Nutzung von Technologie und Datenethik, wobei Transparenz in der Datengenerierung und -verwendung sowie die Offenlegung von Algorithmen und KI-Modellen gefördert werden. - Förderung von Gerechtigkeit im Medien- und Werbeumfeld durch einheitliche Datenschutzbestimmungen, fairen Wettbewerb und gerechte Besteuerung aller Marktteilnehmer. - Anerkennung urheberrechtlich geschĂŒtzter journalistischer Leistungen und Sicherstellung fairer VergĂŒtung fĂŒr deren Nutzung.UnterstĂŒtzung der Initiative 18Die STUDIO GONG beschĂ€ftigt sich generell schon lĂ€nger mit Themen des ESG (Environment, Social, Governance) und hat daher auch schon mehrfach ein Audit der umweltrelevanten Effekte durchgefĂŒhrt, damit unseren GeschĂ€ftsbetrieb analysiert und daraus Handlungsempfehlungen zu Einsparung und Vermeidung negativer Umwelteffekte abgeleitet.Mit den zusĂ€tzlichen Zielen der Initiative 18 können wir uns sehr stark identifizieren. Daher werden wir die Initiative, zusammen mit unseren VerbĂ€nden dem VAUNET, unterstĂŒtzen und verbinden damit die Hoffnung, dass sich der Ansatz durchsetzen kann und sich nicht nur unsere Branche der Rundfunkmedien in die Reihen der UnterstĂŒtzer einreiht.Quelle: Initiative 18
















