Simmering. The Eleventh State of Mind.
11.11., 11:11 Uhr in 1110. Faschingsbeginn, Ganslzeit. Novembergrau, Friedhofsstimmung. Ein kleiner Streifzug durch den elften Hieb.
Bei Einfahrt am Bahnhof Simmering begrĂŒĂt ein Graffiti Tag mit den Lettern F U C K. Simmering beginnt also da, wo aus dem Nichts zwei moderne, aber nicht besonders bemĂŒhte HochĂ€user empor ragen. Eines der beiden trĂ€gt den Namen âHa-Ha-Turmâ. Von Haha ist an diesem Tag im beschaulich lĂ€ndlichen Hasenleiten wenig zu spĂŒren. Und das ist auch völlig in Ordnung. Es ist Sonntag im âArbeiterbezirkâ, der diesem Attribut eher als Arbeitgeberbezirk gerecht wird. UnzĂ€hlige kleinere und mittlere Industriebetriebe und WerkstĂ€tten liegen zwischen den weitlĂ€ufigen Gemeindebauten. Viele davon sind vergleichsweise alt, also aus jener Zeit, als noch mit majestĂ€tisch dicken Mauern eher kasernenförmig ausladend in die Breite gebaut wurde.
Auf Höhe des Simmeringer Bades geht es quer ĂŒber die Simmeringer Hauptstrasse in Richtung Nordosten ĂŒber einen Naturlehrpfad zum Schloss NeugebĂ€ude und dahinter weiter nach Kaiserebersdorf. Ziemlich lange wandert man dahin zwischen Wiesen, Feldern, bunten Wohnsiedlungen, KleingĂ€rten und GlashĂ€usern. Enge und groĂflĂ€chiges Plattenbau-Feeling wie in anderen Wiener Randbezirken mit hoher Bevölkerungsdichte sucht man hier vergebens. Auch haben wir keine pöbelnden Simmeringer Ghettopeople getroffen, die gerĂŒchteweise hier leben sollen. Im Gegenteil: Die wenigen Menschen, die auf den StraĂen sind, wirken ausgeglichen, entspannt und freundlich. Die Gegend ist ĂŒberhaupt sehr ruhig, fast lĂ€ndlich schon. Erstaunlich, was Weite, Licht, GrĂŒn und fröhliche Farben in stĂ€dtischen Wohngebieten bewirken.








