Stauspiele oder auch “Die WG”
Auf dem Weg zu unserem ersten RBC Turnier dieses Jahr war meiner Schwester und mir auf wundersame Weise irgendwie ziemlich langweilig. Um die Zeit ein wenig auszutricksen, haben wir uns für eine Art Spiel entschieden. Sie schreibt fünf Sachen auf, die ihr eben so gerade einfallen, ich bastle eine kleine Wortwelle daraus, sie schreibt ihre Ideen noch daneben und...Tada! (Die Begriffe waren übrigens "Schlingel", "Wurstwasser", "träge", "Pozilei" und "I bims 1 Lauch"...Naja.)
Heute möchte ich euch von einem gewöhnlichen Tag einer nicht ganz so gewöhnlichen WG berichten.
Natürlich gibt es, wie überall, diesen einen Morgen… menschen, der allen Anderen durch übertriebene Freude am frühen Aufstehen das Leben schwer machen.
Die Nervensäge (okay... alle lieben ihn, denn er kümmert sich um die morgendliche Koffeininfusion) dieser Geschichte heißt Gustav. Gustav ist ein gemeiner Gnom, der keine Lust mehr darauf hatte, in einem dunklen Erdloch im Garten einer Kleinfamilie zu Hause.
Nachdem er sich an das Leben in einer richtigen Wohnung gewöhnt hatte (Essensreste sollte man eben doch nicht einfach aus dem Fenster werfen oder versuchen, sie unter den Küchenfliesen zu vergraben), wurde er zu einem richtigen Sonnenschein. Vorbild war vermutlich die echte Sonne, die bekam er nun nämlich viel öfter zu Gesicht.
Wie jeden Morgen macht er sich also zuallererst mit federnden Schritten auf den Weg in die Küche. Unter der Spüle zieht er seinen Holzhocker hervor.
Kaffee, Tee, Rühreier,Toast. Das sollte für das heutige Frühstück reichen und jedem schmecken. Während Gustav gerade die zweite Ladung Eier brutzelt, schleppt sich Zacharias der Zyklop träge aus seinem Schlafzimmer hervor.
Müde legt er einen Arm um Gustav, lehnt seine Stirn gegen ein knubbeliges Schulterblatt und murmelt : “Hast du auch an mein…”, “Wurstwasser gedacht? So schrecklich wie ich diese Angewohnheit auch finde… Ja, das habe ich. Es steht schon alles auf dem Küchentisch.”
Mit einem leichten Kuss auf die Schläfe verabschiedete sich der Zyklop, um seinen gewöhnungsbedürftigen Morgentrunk einzunehmen. Zacharias schwört darauf, dass dieses Morgenritual ihm immer genug Energie für sein tägliches Basketballtraining spendet. Mittlerweile ist es schon halb elf und Elora die Elfe flattert aufgeregt in die Küche.
"Wo ist der Kaffee? Ich muss los! Ich komme zu spät!", plappert sie gehetzt. Als Anwältin sollte man vielleicht pünktlich am Gericht ankommen.
Hinter ihr tritt eine zerzaust aussehende Fee durch die Tür. “Wenn du deinen Wecker nicht immer nach dem ersten Klingeln ausschalten würdest…”, Floras Worte verlaufen sich ins Nichts. Muss wohl am Argumentenschwund liegen, verursacht durch ein müdes Gehirn. Zum Glück öffnet ihr Blumenladen heute erst gegen zwölf Uhr. Ihre Tulpen erweisen sich oft als schwierige Wegbegleiter, immer am meckern, egal wie liebevoll Flora auch mit ihnen umgeht.
“Ich vertraue eben auf meinen Elfeninstinkt.”, sagt Elora.
“Elfeninstinkt. Vielleicht solltest du den mal testen lassen."
"Wenigstens verstreue ich nicht überall Glitzerstaub!"
"Also ich mag ja den bunten Feenstaub.”, sagt der Fünfte im Bunde. Er schnappt sich einen Teller mit Toast und Ei und setzt sich neben Zacharias an den Tisch. M ist der einzige Mensch in diesem Haus. Er arbeitet meistens von zu Hause aus und verlässt dieses auch nicht all zu oft. Für die vier Fabelwesen ist er wie ein Adoptivkind. Viel zu alt dafür, aber benötigt genauso viel Aufmerksamkeit.
Wenn M mal wieder die Zeit vergessen hat und nicht ans Essen denkt, bringt Gustav ihm etwas vorbei.
Flora bringt ihm jeden Tag ein paar frische Blumen ins Zimmer.
Zacharias versucht M zumindest ein Mal die Woche vor die Tür zu bringen und Eloras Flatterei bringt immer frischen Wind in sein Zimmer.
“Ich habe gestern Nacht wieder ein paar Videos geschaut.”, sagt M. “Wollen wir wirklich davon hören?”, fragt Zacharias grinsend.
“Hey! Naja, auf jeden Fall..mein Neffe X, dieser Schlingel, hat mir ein paar Videos empfohlen und jetzt habe ich eine neue Buchidee. Was haltet ihr von dem Titel “Ruft die Pozilei, denn ich glaube I bims 1 Lauch.”
Okay, am Ende hatten wir irgendwie keine Ideen mehr, wie wir das alles einbauen sollen.