Besuch eines Freundes
Samstag: Morgens unterhielt ich mich sehr nett mit einem Mitbewohner des Hostel-Zimmers in dem ich schlief und fuhr natürlich viel zu spät los, um meinen Kumpel abzuholen. Wir fuhren direkt zur Waterfront Mall, denn das Handy meines Kumpels hatte nun völlig den Geist aufgegeben.
Als wir dann endlich gegen Mittag in Muizenberg ankamen, kauften wir bei dem lustigsten Brotbäcker Kapstadts ein Brot und tauschten uns mit ihm darüber aus, was Männlichkeit in verschiedenen Kulturen bedeutet (der Kampf gegen einen Stier gehört auf jeden Fall dazu). Ich zeigte meinem Kumpel noch den wunderschönen Surferstrand von Muizenberg und schließlich liefen wir am Meer entlang Richtung Kalkbay, um dort am Meer zu Mittag zu essen.
Vom Signal Hill aus schauten wir abends über die glitzernde Stadt und besuchten eine späte Kinovorführung. Entsprechend des Wochentages war es überfüllt.
Sonntag: Nach dem netten Gespräch am Vortag, hatte mein Zimmernachbar Vertrauen zu mir gefasst und fragte nun, ob er meinen Kumpel und mich an diesem Tag begleiten könnte. Wir sagten zu. Bevor er und ich jedoch meinen Kumpel abholen konnten, wollte ich unbedingt noch ein französisches Croissant kaufen. Nach einigem Suchen fand ich eines, welches mit dem Französischen wenig gemeinsam hatte.
Erneut in Muizenberg, genossen wir den Meerblick auf einer Bank und schauten uns anschließend den Muizenberg Market an.
Den botanischen Garten hatten wir uns im Anschluss vorgenommen zu besichtigen. Mit einigen Umwegen durch den gesamten restlichen Garten, kamen wir dann endlich zu dem Highlight des Gartens, der gewundenen Holz-Brücke. Von selbiger hatte man einen weiten Blick bis nach Kapstadt, über das Grün des botanischen Gartens. Die friedliche Natur um uns herum hatte uns zur Ruhe kommen lassen.
Erschöpft und hungrig fuhren wir zurück zu einem Markt an der Waterfront, um dort zu Essen.
Abends bestand meine Aufgabe noch darin, nach Stellenbosch zu fahren und das Mietauto bei einer Tankstelle abzugeben. Mich mit den Tankwarten unterhaltend, wurde ich von meiner Mitbewohnerin später abgeholt und wir trauerten im Auto gemeinsam unseren erlebnisreichen Ferien nach (sie war auch in Namibia gewesen).
Freitag: Über Nacht ließ ich das Leihauto, welches ich am Vortag abgeholt hatte, draußen vor unserem Haus stehen. Wir hatten dort bereits öfters unsere Leihwagen stehen lassen, also dachte ich mir nichts dabei.
Am nächsten Morgen, als wir nichts ahnend den Kofferraum öffneten, wunderte ich mich noch, warum die Rückbank umgeklappt war. Die vielen tausend Glassplitter entdeckten wir erst, als wir das zerschlagenen hintere Fenster sahen. Ich bekam einen riesigen Schrecken, aber mit Hilfe meiner lieben Mitbewohnerin schafften wir es schließlich nach vielen Versuchen und verschiedenen Nummern, jemanden von der Vermietung zu erreichen. Uns wurde gesagt, dass wir zuerst zur Polizei und dann zur Vermietung fahren sollten.
Bei der Polizei angekommen, rief uns ein Parkwächter hinterher, dass wir das hintere Fenster offen gelassen hatten. Was für ein netter Mann. Unsere Daten und der Fall wurden aufgenommen und nach kurzer Zeit konnten wir gehen. Es wurde nicht einmal von den Polizisten gewünscht, dass Auto zu sehen. Bei der Vermietung wurden wir im Anschluss sehr lieb empfangen und bekamen ohne Probleme innerhalb von 10 Minuten einen neuen Leihwagen.
Als wir mit allem fertig waren, gönnten meine Mitbewohnerin und ich uns noch einen Entspannungscafé und fuhren danach erst zur Schule.
Nachdem wir uns abends schick angezogen hatten, fuhren wir mit dem Uber zu einem Weingut, um dort Essen zu gehen. Mit 12 Gängen und Spielereien wie Trockeneis, war dies das schickeste Restaurant, in dem ich je war. Leider ging es meinem Kumpel nicht so gut und er begann einen Ingwer-Tee-Marathon.
Nachmittags fuhr ich wieder nach Kapstadt, um meinen Kumpel zu treffen. Mein Plan war es gewesen, ihn durch das Bo-Kaap zu führen und dabei meine Stichpunkte der letzten offiziellen Führung zu verwenden. Mit meinem kaputten Handy waren diese aber verloren gegangen und so fielen mir nur wenige Fakten zu dem Wohngebiet ein, die er meistens bereits kannte. Die sauren Aprikosen aus dem Gewürzladen des Bo-Kaaps und der Besuch im Schokoladen-Café machten das, aber wieder wett. Das Café war klein und gemütlich. Vor lauter Schoko-Kreationen konnte man sich dort kaum entscheiden, sogar vegane Alternativen gab es. Als wir uns hinsetzten, kamen wir mit den am Nachbartisch sitzenden Deutschen ins Gespräch.
Zurück im Hostel fand ich mich mit den selben Leuten im Zimmer wieder wie in der Woche zuvor. Es war jedoch ein anderes Zimmer. Was für ein Zufall.
Samstag: Damit ich meinem Kumpel die schöne Strecke entlang des Meeres zeigen konnte, fuhren wir über Muizenberg nach Khayelitsha. Leider wurde der Look-Out-Hill (Aussichtshügel) gerade saniert, also fuhren wir weiter Richtung Stellenbosch, um meine Mitbewohnerin abzuholen. Von dort aus ging es mit guten Gesprächen weiter an der Küste entlang Richtung Hermanus. Wale bekamen wir an diesem Tag nicht zu sehen, aber wegen der wunderschönen Strecke lohnt sich die Fahrt eigentlich immer. Der Besuch im französischen Café dort lohnte sich meiner Meinung nach auch.
Während ich einen Freund in Hermanus besuchte, gingen die anderen beiden Essen.
Zurück in Kapstadt, gingen mein Kumpel und ich abends noch Nudeln essen. Ich würde sagen, so oft Essen zu gehen an einem Tag kann man sich nur in Südafrika leisten.
Im Hostel sprach ich noch kurz mit dem Bekannten von letzter Woche, gemütlich in meinem Zimmer.
Sonntag: Einem kurzen Besuch des Root-44-Markets folgte eine Fahrt nach Franschhoek mit einer Mitbewohnerin und ihrem Freund. Dort ging es weiter mit einem Tuk-Tuk von Weinfarm zu Weinfarm. Bei Tastings mit Karamell, Schokolade und zum Schluss mit kleinen Vorspeisen hatten wir viel Spaß zusammen.
Abends in der WG hatten wir ebenfalls einen Heidenspaß mit einer weiteren Mitbewohnerin und ihrem Freund zusammen. Irgendwann beschlossen wir, dass wir noch etwas essen mussten. Während die anderen kochten, konnte ich netterweise das Leihauto bei der Nachbarin über Nacht parken, damit nicht wieder eingebrochen wurde.
Montag: An diesem Tag begleitet mich mein Kumpel in den Kindergarten und brachte viele der Kinder zum Lachen und den Kindergarten-Alltag ein wenig aus seinem Rhythmus.
Für das abendliche Abschiedsessen suchten wir uns ein Restaurant am Meer aus. Mit viel Wind und Regen saßen wir gemütlich drinnen und führten Gespräche.












