Widerspenstigkeit
Unnahbar, ungesprächig und kühl. Das sind die Worte, die man für mich findet, wenn ich mich nicht zeige. In meiner vollen Wärme und Herzlichkeit, in meinem ganzen Sein, sondern zurückhaltend und distanziert bin. Und das bin ich in letzter Zeit sehr oft. Von meinen Freunden halte ich mich etwas fern und in mir ist wieder dieser Wunsch sich von allem abzukapseln. Ich forciere Entfremdung durch gewünschte Distanz und irgendwann ist man sich fremd. So habe ich das oft gemacht. Es funktioniert immer. Und am Ende stehe ich alleine da. Was es aus den andere macht, das ist in dem Moment egal, wie so vieles egal ist. Ich begebe mich in Chatrooms, um dieses Alleinsein auszugleichen, um mich doch irgendwie verbunden zu fühlen, um mich verstanden zu fühlen. Aber das ist meist wieder der falsche Ort dafür. Die User verstecken sich hinter der Anonymität oder spiegeln ein Bild, das sie nicht sind. Es ist ein mangelhaftes Surrogat. Ich merke es und werde widerspenstig, wenn sich diese Personen an meinem Licht erfreuen wollen und übermäßig neugierig sind. In den meisten Fällen schwenkt diese Neugier in Neid um. Wenn ich mich mitteile, öffne ich mich. Man kann sich vorstellen, dass das oft nicht gut für mich ausging. Also bleibe ich nun distanziert und unnahbar, in der Hoffnung, dass wenn mich jemand als Seinesgleichen erkennt sich selber zu erkennen geben wird, wir die Mauern runterlassen und uns ehrlich verständigen können.










