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This is actually hilarious timing! I started House of Leaves a few days ago (slow going because Iâve been busy) and hit this page just now. It did make it further up my To Read List because I was aware that Jonny is a fan of the novel.
TRILOGIE
SCHIMMER
Letzter Sommer
Gekko stand am Ufer des Flusses.
Eine Hand hatte er in der Tasche seiner löchrigen Baumwollhose, mit der anderen versuchte er, die Sonne die ihn blendete, abzuschirmen. Neben ihm legte Zibo, der magere Hund mit dem gelben, zerzausten Fell seinen Kopf auf die Vorderpfoten und blinzelte trÀge.
Ausgerechnet in der Mittagshitze hatten sie Gekko rausgeschickt und nun stand er da und schaute ĂŒber die trĂ€gen graubraunen Fluten des Flusses, von dem es hieĂ, er wĂŒrde Kinder fressen.
Gekko war sich nicht ganz sicher, ob das stimmte. Deshalb nahm er, wenn er zum FluĂ ging, vorsichtshalber Zibo mit.
Auf jeden Fall hatte ihm seine GroĂmutter erzĂ€hlt, dass zwei ihrer Kinder vom FluĂ geholt worden waren. Sie waren zu weit hineingelaufen und plötzlich ohne Geschrei und ohne groĂes Gezappel verschwunden.
Alle Kinder, die damals mit am FluĂ gewesen waren, hatten es gesehen. Als seine Mutter noch lebte, fragte er sie manchmal, ob GroĂmutters Geschichten stimmten und Mutter sah ihn mit ernsten dunklen Augen an und nickte.
Gekko merkte nicht, dass ihm die TrĂ€nen ĂŒber das Gesicht liefen.
Das passierte immer, wenn er an seine Mutter dachte, an seine groĂe schlanke und ernsthafte Mutter. Er hatte es nicht verstanden, dass sie sich einfach wĂ€hrend der Regenzeit eine ganze Woche lang hinlegte hatte und dann ohne Wehklagen und ohne Worte starb. Sie war so still gestorben, wie sie gelebt hatte. Wenn sie gejammert und geklagt hĂ€tte, wĂ€re es vielleicht anders ausgegangen.
Wahrscheinlich hĂ€tte der Vater dann doch nach Agumba, der alten verschrumpelten Medizinfrau geschickt. Die wĂ€re mit ihrem Zauberkram gekommen und hĂ€tte die Luft mit allen möglichen DĂ€mpfen und blauem Rauch geschwĂ€ngert, so dass die Augen brannten und Hustenreiz im Hals steckte. Sie hĂ€tte getrocknete HĂŒhnerfĂŒĂe ĂŒber die TĂŒr gehĂ€ngt und eine Medizin fĂŒr Mutter dagelassen. Alle Leute im Dorf hatten schon einmal ihre Hilfe in Anspruch genommen, nur in ihrer HĂŒtte war sie noch nie gewesen.
GroĂmutter hatte Gekko zwar erklĂ€rt, dass er keine Angst vor ihr haben solle, aber das sah er ganz anders. Ihre krumme Gestalt und die langen dĂŒnnen Finger machten ihm mehr Angst, als der FluĂ.
Mit ihrer hohen dĂŒnnen Stimme hatte Agumba bei der Totenfeier unbekannte Worte gesprochen und Erde und KrĂ€uter auf den Körper der Mutter gestreut, dann war sie im strömenden Regen unzĂ€hlige Male um die Tote herumgelaufen. Nach einer Weile blieb sie schlieĂlich vor Gekko stehen.
Sie schaute ihn an, als mĂŒsste sie ihn in jedem Moment verschlingen, kreischte auf und schrie: âEr wird der nĂ€chste sein, den der Tod holt.â
Seitdem mied es der Vater, ihn anzufassen. Gekko bekam einen Platz unter der Plane neben der HĂŒtte.
Gleich wenige Tage nach Mutters Tod, war eine neue Frau eingezogen, die er Siwawa nennen sollte. Siwawa mochte ihn nicht sonderlich. âDu siehst wirklich wie ein Gecko aus, so dĂŒrr.â Sagte sie verĂ€chtlich und musterte ihn von oben bis unten.
Nur GroĂmutter und Zibo waren unverĂ€ndert gut zu ihm geblieben.
Alle anderen sahen ihn kaum an, wenn er durchs Dorf ging. MĂŒtter zogen ihre Kinder von ihm fort und selbst Mua, sein bester Freund machte mit erschrockenen Augen einen groĂen Bogen um ihn, obwohl sich Gekko gut fĂŒhlte und gar nicht krank.
Er hatte eigentlich keine Lust, immer in der Mittagshitze am FluĂ zu spielen. Als Mutter noch lebte, hatte sie ihm die AusflĂŒge an den FluĂ verboten, aber seitdem Siwawa im Haus war, schickte der Vater Gekko fast jeden zweiten Tag zum FluĂ.
Er wollte wohl allein mit der neuen Frau sein, denn wenn Gekko zu frĂŒh nach Hause kam, durfte er solange der Vorhang vor der TĂŒr hing, die HĂŒtte nicht betreten. Er fĂŒhlte sich wie ein AussĂ€tziger.
Ăberall stand er der immer runder werdenden Siwawa im Weg herum, die sich mit ihrem dicken Bauch trotzdem flink auf dem festgestampften Lehmboden bewegte und dem Vater in immerzu schöne Augen machte.
Zibo stellte seine gelben Ohren hoch und schaute zum anderen Ufer des Flusses. Auch Gekko hatte gesehen, dass sich irgendetwas bewegt hatte. Das Wasser schien plötzlich durchsichtiger zu sein und eine silbern schimmernde Schicht zog darĂŒber hinweg und bewegte sich auf ihn zu. Gekko hatte das GefĂŒhl, als schirme sie trotz der Durchsichtigkeit die WĂ€rme der Sonne ab.
Das silbern GlĂ€nzende hĂŒllte ihn sanft ein, und als er langsam vom Boden abhob, ohne zu wissen, warum, hatte er ein gutes sicheres GefĂŒhl. Nur Zibo lief aufgeregt mit dem Schwanz wedeln am Ufer hin und her.
Als die Sonne lĂ€ngst am Horizont hinter der Flussbiegung verschwunden war, lief ein einsamer struppig - gelber Hund zu den winzigen LehmhĂŒtten des Dorfes zurĂŒck.
Joanna Ebenstein, The Anatomical Venus: Wax, God, Death & the Ecstatic

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James Mortimer Lagoon 2016
Whether deliberately or as the result of circumstances, the Gothic subjectâs experience of loss involves an inevitable act of âcrossing overâ into a heterotopic, unheimlich spaceâone that is at once familiar and unfamiliar, real and unreal.
âToward a Multicultural Gothic Aesthetics