Skriftlig produktion pÄ svenska i finland frÄn medeltiden till 1860
Holm-CĂŒzdan, Helena; Thylin-Klaus, Jennica. In: FinlĂ€ndsk svenska frĂ„n medeltid till 1890. hrsg: Marika Tandefelt. Svenska litteratursĂ€llskapet i Finland. Helsinki. 2019.
seen from United States

seen from Germany

seen from United States
seen from United States
seen from China

seen from Malaysia
seen from Canada
seen from India

seen from United States
seen from United States
seen from Netherlands
seen from China

seen from Russia
seen from China

seen from Netherlands

seen from United States

seen from Uzbekistan
seen from United Kingdom
seen from United States
seen from Malaysia
Skriftlig produktion pÄ svenska i finland frÄn medeltiden till 1860
Holm-CĂŒzdan, Helena; Thylin-Klaus, Jennica. In: FinlĂ€ndsk svenska frĂ„n medeltid till 1890. hrsg: Marika Tandefelt. Svenska litteratursĂ€llskapet i Finland. Helsinki. 2019.
51 Gedichte wurden gröĂtenteils in der Zeitung veröffentlichtÂ
Zum Ende des 18. Jh. wurden Lesegesellschaften und Lesebibliotheken gegrĂŒndet Die erste Lesebibliothek eröffnete 1794 in Vasa 52 im 17. Jh. las man vor allem Andachtsliteratur im 18. Jh. las man im Gottesdienst im 19. Jh. las man aus UnterhaltungsgrĂŒnden 1830: erstes Werk von Runeberg erscheint erster einheimischer Roman der groĂe PopularitĂ€t erhielt: 1850 Zacharias Topelius - Hertiginnan av Finland 1830/40er bestellte man viele BĂŒcher aus Schweden 18. Jh. erste professionelle Theater in Finnland 53 MoliĂšre, Holberg, Schiller, OehlenschlĂ€ger und Shakespeare wurden gespielt erst 1840 wurden einheimische StĂŒcke gezeigt 2.8 Brev och dagböcker Briefe wurden vor allem im Adel geschrieben, da Briefsendung sehr teuer war Ende 1630er erste Post in Ă bo, Helsinki, Porvoo, Wiburg 54 WĂ€hrend 17. Jh. war der Briefdialog meist auf Französisch 56 ReisetagebĂŒcher und Schilderungen wurden von Studenten auf Bildungsreisen in Europa geschrieben 2.9 Slutord 57Lese- und SchreibfĂ€higkeit breitete sich mit dem Bildungsystem aus, vor allem mit der EinfĂŒhrung der Schulpflicht (1921)

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch âą No registration required âą HD streaming
FinlÀndsk svenska frÄn medeltid till 1860
Tandefelt, Marika. In: FinlÀndsk svenska frÄn medeltid till 1890. hrsg: Marika Tandefelt. Svenska litteratursÀllskapet i Finland. Helsinki. 2019.
13 Einteilung in âschwedische Zeitâ, ârussische Zeitâ âRepublik Zeitâ Die politischen Umstellungen im Land haben keinen direkten Einfluss auf den Sprachbrauch 1809 ist nicht so wichtig wie die 1860er mit der Schulreform Umstellung der Sprache ist sehr viel langsamer 14 Zwischen 1400 und 1800 dominierte schwedisch als Schriftsprache in der Verwaltung, Rechtsschreibung und Kultur nur im kirchlichen Zusammenhang wurde mehr finnisch als schwedisch genutzt Durch den Buchdruck begann eine Standardisierung der Schriftsprache 15 Professionelles Schreiben war den MĂ€nnern vorenthalten Jöns Budde, Birgittinermönch, 15. Jh. als Finnlands erster Schriftsetller auf schwedisch, Ăbersetzer von religiösen Texten ins Schwedische Anzahl an Menschen die schreiben und lesen konnten stiegt im 17. Jh. als der Verwaltungsapparat des Reiches gebaut wurde Seit Mitte des 18. Jh. konnte der Studierende wĂ€hlen ob er in Latein oder schwedisch schreiben möchte Anzahl an schwedischen Dissertationen war eindeutig höher 16 Anschein als ob sich fisv und sv bereits zur Zeit Runebergs stark unterschieden (evtl. Fragestellung?) 17 Das Standard fisv hat seinen Ursprung aus Ă bo, Adel und der westliche Teil des schwedischen Reiches beeinflusste die Sprache Auch bereits im 18. und 19. Jh gab es Zweisprachigkeit, keine Trennung zwischen Finnisch- und Schwedischsprachigen Zweisprachigkeit in allen Klassen vertreten Wiborg als mehrsprachige Stadt 18 schwedische Lehnwörter im Finnischen bereits zur Wikingerzeit nachweisbarÂ
BorgÄ 1809 - Ceremoni och fest
Tandefelt, Henrika. Helsinki: Svenska litteratursÀllskapet i Finland. 2009.
En ceremoni mĂ„lad pĂ„ duk (Bild 1) Emanuel Thelning 1812. zeigt den Landtag von Porvoo am 29.03.1809. Zu sehen ist Alexander I. wie er den Treueeid gegenĂŒber Finnland im Zeremonieraum (die Kirche) entgegennimmt. Hinter Alexander I. sieht man einen luxuriösen Thron, Trachten, und Ordensabzeichen. Die Teilnehmer sind in einer hierarchischen Ordnung um Alexander I. aufgestellt. Auf dem Thronpodium stehen zusammen mit dem Kaiser die zwei höchsten russischen WĂŒrdentrĂ€ger: der Kriegsminister Aleksej Andrejevitj Araktjejev und der AuĂenminister spĂ€terer Reichskanzler Nikolaj Petrovitj Rumjantjev. Zwei MĂ€nner in russischer Hoftracht stehen eine Stufe tiefer. Alle weiteren versammeln sich um die Treppenstufen herum. Vor den Stufen auf der linken Seite steht der Landmarschall Freiherr Robert Wilhelm de Geer mit dem Marschallstab in der Hand. Hinter de Geer steht der Generalgouverneur Göran Magnus Sprengtporten. 9 Europa leidet zu der Zeit unter dem Chaos des Napoleonskrieg Porvoos Landtag gehört zu den wichtigsten Ereignissen in Finnlands Geschichte. Der Landtag ist Teil der groĂen riksskilmĂ€ssan bzw. der Vereinigung zwischen Finnland und Russland und somit der Geburt Finnlands Der Landtag beinhaltete die Unterredung der vier StĂ€nde Bedeutsame Zeremonie und Feier 10 Huldigung in der Domkirche 12 Laut schriftlichen Quellen erhoben Mitglieder des Adels die Hand zum Treueeid. Die Zeremonie war umgeben von Kanonensaluten, GlockenschlĂ€gen und Ehrensalven. BorgĂ„ 1809 - ceremoni och politik Zwischen dem 25. MĂ€rz und dem 19. Juli 1809 fand der Landtag von Porvoo statt. In den vier Monaten versammelten sich Finnlands StĂ€nde, zusammengerufen von Alexander I. Die Zusammenkunft war aufgebaut wie der schwedische riksdagen, also die BĂŒrger Finnlands bis dahin wichtigste Institution, da es aber nicht exakt aufgebaut war wie der riksdag nannte man die Zusammenkunft lantdag. Der Landtagsbegriff stammt vom Heiligen Römischen Reich. 13 Der Landtag in Porvoo wurde beschrieben als eine Zusammenkunft von Provinzbeamten, WĂŒrdentrĂ€gern und Abgeordneten. Der Landtag basierte auf Gesetzen, Verordnungen und Privilegien. Das zeremonielle Programm begann am 25. MĂ€rz 1809 Sehr genaue Planung und Vorbereitung der Zeremonie, sowie Zuordnung der Befugnisse durch die russische Obrigkeit. Der Landtag verlange groĂen Materialaufwand, Vorbereitungen begannen bereits im Winter 1808, die Zeremonie und der korrekte Ablauf dieser, war genauso wichtig wie die eigentlichen politischen BeschlĂŒsse 14 Rhetorik und Eloquenz, Musik, Architektur, Malerei und Pyrotechnik waren wichtig fĂŒr die Zeremonie. Die Zeremonie als Gesamtkunstwerk mit wichtigen Machtpolitischen Folgen. Die Feier als Legitimation Alexanders I. 15 Auf jegliche Weise musste die Zusammenkunft wie eine echte StĂ€ndeversammlung wirken um als solche von der finnischen Bevölkerung aufgenommen zu werden, daher verlangte es die traditionelle Form der Zeremonie. Dazu gehörte die korrekte Rangordnung und die heraldischen Embleme auf der Kleidung. Porvoos Landtag war aus russischer Perspektive die Fortsetzung der Eroberung Finnlands. Es ging nun um die Eroberung des Geistes der Bevölkerung, um dies zu erreichen entschied sich Alexander I. den Landtag nach schwedischen Vorbild abzuhalten. 16 Bakgrund i krigshistorien Der Landtag fand wĂ€hren des Krieges zwischen Russland und Schwedens statt Der Auslösende Faktor fĂŒr den Krieg 1808-1809 war der groĂpolitische Konflikt im Herzen Europas 17 24. Februar 1808 war Russland in Porvoo, die schwedische Armee zog sich zurĂŒck in den Norden Finnlands und warteten auf VerstĂ€rkung, diese blieb aus. Im Mai 1808 kapitulierte Sveaborg. Danach zogen die russischen Truppen ein. Alexander I. nahmen Finnland ein. Alexander I. verfolgte eine versöhnliche Friedenspolitik und bewahrte die schwedische (christliche) Religion, Recht und Privilegien der finnischen BĂŒrger am 28. MĂ€rz 1808 verkĂŒndet Alexander I. zum ersten Mal, dass Finnland nun fĂŒr alle Zeiten an das Russische Imperium angeschlossen sei. 18 Am 17. Juni 1808 erklĂ€rt Alexander I. dass Finnland eine unerschĂŒtterte und unverĂ€nderte Provinz im Russischen Reich darstellt 19 13. MĂ€rz 1809 der schwedische König Gustav IV Adolf wird gefangen genommen, am 29. MĂ€rz dankt er als König ab 20 Am 17. September 1809 wird Frieden geschlossen, die genauen Grenzen fĂŒr das GroĂfĂŒrstentum Finnland werden beschlossen, die dann im Landtag von Porvoo rechtskrĂ€ftig gesprochen werden FrĂ„n riksdag till lantdag Der Kaiser beschloss dem eroberten Finnland seine Rechte zu erhalten. Alexander I. und sein Ratgeber Michail Speranskij sahen Finnland quasi als Experiment um die Erfahrungen mit dieser Provinz dann eventuell auf das restliche Russische Reich in form von Reformen zu ĂŒbertragen Die vier StĂ€nde mit ReprĂ€sentationsrecht in Finnland: Ritterschaft und Adel, Priesterstand, BĂŒrgerstand, Bauernstand 22 WĂ€hrend der Zeit Gustavs IV. erhielt der Monarch innerhalb des Reichstages eine relativ starke Stellung im Bezug zu den StĂ€nden. Daher ĂŒbernahm Alexander I. die Grundlage dieses Reichstages fĂŒr seinen lantdag in Porvoo. Nach schwedischer politischer Tradition konnte der lantdag genutzt werden um den Kaiser als GroĂfĂŒrsten ĂŒber Finnland auszurufen 23 Dass Alexander I. die Traditionen des schwedischen riksdags ĂŒbernahm wurde als Versprechen gegenĂŒber der finnischen Bevölkerung gesehen, dass das schwedische Recht im Land erhalten blieb 24 Fyra stĂ„nd i BorgĂ„ 1809 Die Kommunikation zwischen den vier StĂ€nden wĂ€hrend des Landtages fand durch Deputationen statt Der Priesterstand war mit acht Mitgliedern der kleinste Stand Der Adelsstand war nochmals eingeteilt in drei Unterkategorien: Grafen und Freiherren als herreklassen, titellose Nachfahren und ReprĂ€sentaten des schwedischen Adelsgeschlechtes als riddarklassen und die ĂŒbrigen als svenneklassen Die Finnischen StĂ€nde waren seit 1616 nicht mehr zusammengekommen. Der Landtag von Porvoo wurde einberufen um den neuen Herrscher und Monarchen zu feiern. Eine neue Einheit, wie sie es zuvor in Finnland nicht gab wurde gegrĂŒndet: das GroĂfĂŒrstentum Finnland 24f. Abgeordnete des Landtags waren u.A.: Jacob Tengström (Professor der Theologie) Gustaf Gadolin (ReprĂ€sentant des Ă bo Stift) Bischof Zacharias CygnĂŠus Petter Klockars (Sprecher des Bauernstands) Freiherr Carl Efraim Carpelan Supercargo Peter Johan Bladh (Sprecher des BĂŒrgerstands) Jusitzkanzler Adolf Tandefelt 25 Der Landtag in Porvoo erinnerte and den Reichstag in Nörrköping neun Jahre frĂŒher, da man temporĂ€re GebĂ€ude und RĂ€ume fĂŒr die Zeremonie und die Verhandlungen schaffen musste Vielen Personen mit Wahlrecht war nicht genau klar, ob der Landtag stattfinden wĂŒrde, da man davon ausging, dass zuerst ein Friedensschluss zwischen Schweden und Russland erreicht werden sollte bevor eine Tagung stattfand Politiskt preludium 29 Göran Magnus Sprengtporten bildete zusammen mit dem Kriegsminister Graf Araktjejev und den neuen befehlhabenden GenerĂ€len Bogdan und Knorring ein Kommittee zur Planung wie Finnland regiert werden sollte. Innerhalb dieses Kommittees wurde eine allgemeine und konstitutionelle Versammlung beschlossen um das finnische Volk fĂŒr das neue Regime zu gewinnen 30 In einem Schreiben vom 11. Dezember 1808 teilte Sprengtporten dem Kaiser mit, dass ein Landtag so schnell wie möglich abgehalten werden solle 31 Am 20. Januar 1809 ruft Alexander I. alle StĂ€nde zum Allgemeinen Landtag zusammen Konsten att skape en lantdag - aktörer i S:t Petersburg Um einen Landtag nach schwedischen Vorbild abzuhalten benötigte Alexander I. Menschen die sich damit auskannten. Sein StaatssekretĂ€r und Berater Michail Michailovitj Speranskij sollte sich um die Beschaffung kĂŒmmern 32 Speranskij war des weiteren zustĂ€ndig fĂŒr die Administration, Gesetzgebung und Rechtswesen. Er erarbeitete den Plan zur Umorganisierung der Reichsverwaltung (riksstyrelse) aus. Speranskij arrangierte die Zeremonieordnung, verordnete die Ernennung von LandtagsfunktionĂ€ren, kĂŒmmerte sich um den Thron und andere MaterialitĂ€ten, und die Reise des Kaisers nach Porvoo. 33 Freiherr De Geer wurde als Landmarschall ernannt und erhielt ZustĂ€ndigkeiten zur Vorbereitung des Landtags Sprengtporten war auch ein Teil der Vorbereitungen fĂŒr den Landtag 34 Es wurden Schriften und Informationen ĂŒber bisherige schwedische Reichstage gesammelt De Geer und Rehbinder kĂŒmmerten sich um den Ablauf der Zeremonie Laut schwedischer Reichtagsordnung solle der Kaiser eigentlich mit Krone und Mantel auftreten, Alexander I. trat zum Landtag in Porvoo jedoch in russischer MilitĂ€rsuniform auf. Bestimmte Details die schriftlich zur Zeremonie festgehalten wurden, fanden dann aber in der eigentlichen Zeremonie gar nicht statt und wurden spontan geĂ€ndert 35 So sollte z.B. die Ăbersetzung des Kaisers durch den Justizkanzler gelesen werden, stattdessen tat es der Generalgouverneur Am 12. Februar 1809 wurde der Vorschlag zur Zeremonie Alexander I. vorgelegt Der Kaiser beschloss, dass diese am 13. MĂ€rz beginnen solle Der Landtag benötigte einen eigenen Justizkanzler, da Finnland aber noch keinen hatte wurde Tandefelt als solcher vorgeschlagen 38 Varför BorgĂ„? Landtags Verhandlungen, Akte und Feste benötigen RĂ€ume um groĂe Menschenmassen zu logieren und verköstigen. Als zum ersten Mal ĂŒber ein Landtag gesprochen wurde, wurde zunĂ€chst Ă bo vorgeschlagen. 39 Porvoo hatte jedoch den Vorteil, dass es nĂ€her an St. Petersburg lag als Ă bo. Da Porvoo eine Stifts- und Gymnasiumsstadt war hatte sie auch genĂŒgen RĂ€ume fĂŒr alle Teilnehmer. Auch Wiburg wurde als möglichen Ort vorgeschlagen, Wiburg jedoch lag auf der âfalschenâ Seite der Grenze. Porvoo musste den Kaiser mit seinen Gefolgen behausen können, es brauchte einen Reichssaal fĂŒr die Verhandlungen, einen Versammlungsaal fĂŒr die vier StĂ€nde. Da die StĂ€nde in Porvoo 1809 nicht allzu groĂ waren, mussten auch die RĂ€ume nicht riesig sein Adel: 75 Personen Priesterstand: 8 BĂŒrgerstand: 20 Bauernstand: 28 Da Porvoo schon Erfahrungen mit reisenden Monarchen hatte, war es kein Problem die weiteren Landtagsvertreter, Beamten, Russische WĂŒrdentrĂ€ger unterzubringen 40 Lantdagen materialiseras - lantmarskalkens förteckning Freiherr De Geer und Berndt Magnus Stackelberg waren verantwortlich fĂŒr das Besorgen aller Materialien (u.A.GoldbĂ€nder, prachtvolle Stoffe usw.) die meisten Anschaffungen stammten aus St. Petersburg 41 Ein eigener Marschallstab (Bild 3) musste fĂŒr den Landtag Porvoo geschaffen werden, der sich von der Schwedischen Ritterschaft unterschied 42 Ein Tag nachdem De Geer den Marschallstab bestellte sendete er weitere Anfragen nach Möbeln, Textilien und weiteren Requisiten: - ein Baldachin - ein Thronpodium - einen kaiserlichen Thron - Finnlands Wappen gestickt hinter dem Thron - grĂŒnen Stoff fĂŒr die BĂ€nke und den Boden im Reichsaal - blauen Stoff fĂŒr das Ritterhaus (Versammlungsraum des Adels) - zwei kaiserliche HĂ€roldsumhĂ€nge mit eingesticktem âChaperons ImpĂ©rial, avec leur caducĂ©eâ - zwei HĂ€roldsumhĂ€nge aus blauem Samt mit goldenem Saum - ein Tischservice aus Silber (ausfĂŒhrlich beschrieben auf S43) - ein Serviertisch fĂŒr Desserts - Servietten und Tischdecken - kaiserliches Gespann mit sechs Pferden - zwei Lakaien in kaiserlichen livrĂ© - vier Lakaien fĂŒr die Zeremonie die schwedische Blau-Goldene FĂ€rbung als Zeichen der ehemals schwedischen Zugehörigkeit, die dominierende grĂŒne FĂ€rbung aus dem Russischen Kaiserreich 43 Freiherr de Geer plante das weiteren die Festmahlzeiten, welche ebenso wichtig waren der formelle Festakt 44 En tron i rös sammet och Ă€kta guld Der Thronstuhl und Baldachin kam aus St. Petersburg. Reich dekorierter, vergoldeter Thronstuhl mit rotem Samt und dem russischen Wappen eingestickt auf der RĂŒcklehne. Auf der Hinterseite war das finnische Wappen eingestickt. Vorbild fĂŒr den Thron war ein Thron von Kaiserin Anna Ivanovna aus dem Jahr 1731. (sehr ausfĂŒhrliche Beschreibung des Throns auf S45) 47 HĂ€roldsdrĂ€kter för processioner och ceremonier Speranskij gab die Kleidung in Auftrag 48 Die Trachten bestanden aus knielangen Hosen mit silbernen Rock, einer kurzen grĂŒnen Kutte mit Silberfransen, Unterschiede zwischen den finnischen und den Russischen Herolden 50 BorgĂ„ - snöskottning och inkvartering Die Stadt musste auf den Landtag vorbereitet werden, die HĂ€user wurden innen und auĂen dekoriert. Zwei Wochen vor Alexanders I. Ankunft schrieb AlopĂŠus, dass die GĂ€rten gepflegt und die StraĂen geputzt waren, Sand wurde ausgeschĂŒttet, damit der Kaiser mit der Kutsche vorfahren konnte. 51 Die BĂŒrger Porvoos hatten mit SchneerĂ€umung und Unterbringung Probleme. Garten und ein Teil der Kirchenmauer wurden gerĂ€umt um StraĂen zu bauen. Viele BĂŒrger mussten fĂŒr die kommende Monate in einer Ersatzunterkunft hausen, da viele GebĂ€ude fĂŒr die Teilnehmer des Landtags gebraucht wurden Der Kaiser und sein Gefolge war wĂ€hrend der Dauer des Landtages nicht in der Stadt zu sehen, lediglich am ersten und letzten Tag. 52 Das Haus des Richters Erik Solitanders und des Kaufmanns Henrik Borgström wurde als âSchlossâ fĂŒr den Kaiser umgebaut, neben seiner Unterbringen sollten hier auf die Festmahle abgehalten werden StĂ€ndernas rum och hus Der Lehrsaal des Gymnasiums wurde zum Reichssaal umgebaut daher wurde ab dem 18. MĂ€rz 1809 der Unterricht in Porvoo unterbrochen 56 Ărans ikonografi och arkitektur Eine Ehrenpforte aus Holz sollte fĂŒr den Kaiser errichtet werden (Bild 4) 60 Die Ehrenpforte stand bis zum 17. Mai 1810 61 RidĂ„n gĂ„r upp - den högtidliga âutblĂ„sningenâ Die Eröffnung des Landtags am 25. MĂ€rz 1809 begann mit einer feierlichen dreitĂ€gigen Eröffnung. am 28. MĂ€rz fand der Eröffnungsgottesdienst statt in der Domkirche und die Eröffnungszeremonie im Reichsaal des ehemaligen Gymnasium statt. Herolder verkĂŒndeten im Namen des Kaisers in verschiedenen Teilen der Stadt die Landtagspublikationen 63f. Lantmarskalkens intĂ„g Nach der Eröffnung sollten sich die Ritterschaft und der Adel im Ritterhaus treffen. Dort sollten die Abgeordneten ihren Landmarschall empfangen, an der Ehrenpforte wurden sie mit Musik und Trommelwirbel empfangen. 64 Laut AlopĂŠus waren die VerkĂŒndigungen akustisch schwer verstĂ€ndlich 67f. De övriga talmĂ€nnen Am 26. MĂ€rz versammelten sich die StĂ€nde im Schloss um die VerkĂŒndung der ParlamentsprĂ€sidenten zu hören Kejsaren anlĂ€nder 72 am 27. MĂ€rz versammelten sich die StĂ€nde in ihren jeweiligen RĂ€umen um zu diskutieren wie die Aufwartung Alexanders I. vonstattengehen solle 73 Der Ablauf wurde als sehr wichtig erachtet, da es schlieĂlich das erste Mal war, dass der Kaiser im neuen GroĂfĂŒrstentum Finnlands auftrat 74 Zum Empfang trug Alexander I. seine ânormaleâ russische Offiziersuniform und nicht die eigentlich gedachte zeremonielle Kleidung Als Alexander I. durch die Ehrepforte fuhr wurden Kanonen gefeuert und die Kirchglocken schlugen, an der Ehrenpforte standen Offiziere und 300 Soldaten marschierten durch Porvoo, auf dem Marktplatz wurde MilitĂ€rmusik gespielt 75 Alexander I - en Ă€ngel pĂ„ tronen Alexander I. wurde zur Ankunft in Porvoo als jugendliches Abbild der Schönheit bezeichnet, er war 31 Jahre alt zu dem Zeitpunkt und das Volk war regelrecht âentzĂŒcktâ FĂŒrst Gagarin beschreibt ihn als schönsten Kaiser 78 Alexander I galt als mild, gut und schön (im Gegensatz zu seinem Vater Paul I) Zu seiner Krönung 1801 wurde er als Engel auf dem Thron beschrieben, er galt als Vorbild fĂŒr seine Untertanen Die Beziehung zu seinen Untertanen war nicht geprĂ€gt von Schrecken und Unterwerfung, sondern von Bewunderung und Zuneigung âDer Untertanen Liebe war seine gröĂte Belohnungâ 80 Das Bild von Alexander I als guter Herrscher blieb in der finnischen GeschichtserzĂ€hlung bestehen âJag Ă€r Kejsarenâ So wurde auch Alexanders I. Ankunft in Finnland nicht als schreckliche Eroberung wahrgenommen, sondern er wurde als vĂ€terlicher Herrscher, der Finnland unter seinen Schutz nimmt anerkannt 85 LantdagsgudstjĂ€nst i domkyrkan Die wichtigsten Zeremonien fanden in der Domkirche und dem Reichssaal statt Laut der Zeremonieordnung standen Truppen Spalier vom Schloss bis zur Kirche. Die Landmarschalle, der Adel und die Herolder kamen zum Schloss und gingen von dort in geregelter Ordnung zur Kirche: 1. die adligen Herolde 2. Landmarschall Freiherr De Geer mit Marschallstab 3. die Ritterschaft und der Adel 4. die kaiserlichen Herolde 5. HofmĂ€nner des Kaisers, StaatssekretĂ€r Speranskij und Adjutant Rehbinder, Justizkanzler Tandefelt, Generalgouverneur Sprengtporten und Oberhofsmarschall Tolstoj 6. Der Kaiser unter einem Baldachin getragen von GenerĂ€len und Generalstabsoffiziere 88 Als der Kaiser die Kirche betrat wurde Orgelmusik gespielt Alexander I stellte sich vor den Thron (weitere Aufstellung siehe Beschreibung Bild 1) 89 Nach dem alle ihren Platz einnahmen begann der Gottesdienst Die Predigt von AlopĂŠus war auf schwedisch und wurde auf französisch ĂŒbersetzt. Nach dem Gottesdienst verlieĂ Alexander I. die Kirche, Kanonen wurden gefeuert. Alle verlassen wieder die Kirche in der zuvor erwĂ€hnten Reihenfolge 90 En âförtvivlat vidlyftigâ predikan Die Predigt selbst war ein wichtiger politischer Teil 92 AlopĂŠus erinnerte in der Predigt an Alexander I. Frommheit und Milde und erwĂ€hnte, den kaiserlichen Beschluss, dass Finnland seine Gesetzgebung und Privilegien behalten dĂŒrfe. Er zeigte dem Volk wofĂŒr sie dem Kaiser dankbar sein sollen 93 Zum gröĂten Teil in seiner Ansprache wand sich AlopĂŠus an die StĂ€nde und erinnerte sie an ihre Pflichten gegenĂŒber sich selbst, den anderen, ihrem Vaterland und dem Kaiser in Einigkeit. Liebe zum Vaterland und Finnlands Wohlstand sind das wonach mach streben solle. 96f. I rikssalen Auch im Reichsaal herrschte eine Sitzordnung zwischen adelig und nicht adelig, die BĂ€nke waren mit grĂŒnem Samt bezogen um die NĂ€he zu Russland zu zeigen Die Zeremonie im Reichsaal begann mit einer Rede des Kaisers auf französisch, Sprengtporten ĂŒbersetzte sie auf schwedisch 103 Rikssalen förvandlas till balsal AlopĂŠus beschreibt, dass die ganze Stadt mit Lichtern erleuchtet war, da normalerweise mit Licht und Feuer sehr sparsam umgegangen wurde hatte diese helle Erleuchtung der Stadt eine groĂe symbolische Kraft auf das Volk 106 Auf dem Landtagsball tanzte die 17 jĂ€hrige Ulla MöllersvĂ€rd mit Alexander I, dies fĂŒhrte zu vielen GerĂŒchten die bis heute in Romanen und Filmen verarbeitet werden 111 Hyllning Die Huldigungszeremonie am 29. MĂ€rz 1809 war die zentrale Veranstaltung, hier schworen die StĂ€nde ihren Treueeid zum Kaiser und Alexander I. bekrĂ€ftigte Finlands Konstitution. Die Veranstaltung wurde durch Sprengtporten bereits 1808 geplant 113f. FrĂ„gan om hyllningsaktens ordningsföld GroĂe Uneinigkeiten heute ĂŒber die eigentliche Reihenfolge der Huldigungszeremonie, da schriftlich in der Ordnung etwas anderes festgehalten wurde als Zeitzeugenberichte und Protokolle vermuten lassen 116 Eventueller Ablauf: - Am Vormittag ritten die kaiserlichen Herolde durch die Stadt und verkĂŒndeten mit Trompeten, dass die StĂ€nde sich in der Kirche versammeln sollen um die Huldigung abzuhalten. - 14 Uhr versammelten sich die StĂ€nde in der Kirche - Oberhofmarschall Tolstoj berichtet Alexander I. dass die Zeremonie beginnen kann - die zwei kaiserlichen Herolde eröffnen die Zeremonie - die kaiserlichen Gefolge treten in die Kirche ein - Alexander I. tritt in die Kirche ein - Alexander I. hĂ€lt eine Rede stehend vor dem Thron (Laut Ordnung sollte er sitzen) - der Generalgouverneur verliest die Rede auf schwedisch - Tandefelt bittet die Ritterschaft und den Adel ihren Treueeid zu leisten (weitere Details S.118ff) 120 Die Huldigungszeremonie verlief nach schwedischer und europĂ€ischer Tradition und war sowohl politisch als auch heilig. Zeitzeugenberichten zufolge war es schwer den Reden in der Kirche akustisch zu folgen, somit entstand die heutige Diskussion, dass das Volk und Publikum in der Kirche dem gesamten Landtag eigentlich nicht folgen konnten und nicht wussten was politisch geschah 121 Kejsaren reser till Ă bo am 29. MĂ€rz 1809 verlĂ€sst Alexander I. Porvoo 125 StĂ€ndernas arbete - rang och hierarki Nach den feierlichen Zeremonien begann die eigentliche Arbeit der StĂ€nde wĂ€hrend des Landtags. Da der Landtag auf schwedischen riksdags Tradition aufbaute gab es viele einzuhaltende FormalitĂ€ten und rhetorische Mittel die angewandt werden mussten. 128 Jede Person in ihrem Stand hatte Titel und klar aufgeteilte Aufgaben 130 Inför lantdagens avslutning - intĂ„g i regn Der Landtag schloĂ am 19. Juli 1809 Die Verhandlungspunkte des Kaisers wurden von den zwei Gremien und den vier StĂ€nden diskutiert und als Antwort formuliert an den Kaiser gesandt. 132 Alexander I. fuhr zum Schluss und nahm feierlich die Antwort entgegen 135 I domkyrkan och rikssalen Der Abschluss wurde Ă€hnlich gefeiert wie die Eröffnung: in der Kirche mit einem Gottesdienst 140 GĂ„vor och nĂ„devedermĂ€len Viele Auszeichnungen, Orden und Adelstitel wurden wĂ€hrend des Landtags im Namen des Kaisers verliehen 146 Vad kostade kalaset? Kvitton och rĂ€kenskaper ZunĂ€chst wurde beschlossen das die Feierlichkeiten aus russischen Staatsmitteln bezahlt werden sollten, letztendlich waren es finnische Mittel (genaue Zahlen ab S.146) 149 Epilog Der Landtag von Porvoo endete 2 Monate vor dem Frieden von Fredrikshamn, erst dort wurden die genauen Grenzen des GroĂfĂŒrstentum Finnlands gezogen
Vyborg. Free trade in four languages
Tandefelt, Marika. 2003. In: Aspects of Multilingualism in European Language History. BraunmĂŒller & Gisella Ferraresi (Eds.) John Benjamins Publishing Company, Amsterdam.
85 âPolitical borders not not correspond, as we know, with the borders between different languages and cultures. There are many language areas that spread across one or more political borders so that a language that is the language of the majority in one society can at the same time be the minority language in one or more neighboring countries.â âIt is possible to see how changes in the power relations in a particular milieu have an effect on language users and thereby also for their language. Political power gives access to prestigious domains and the chance to assert language and cultural rightsâ 87 Wiborg als gutes Beispiel dafĂŒr, dass Sprachen in verschiedenen Herrschaftsbereichen sich ĂŒber die Zeit verĂ€ndern 88 In der Karelischen Grenzregion trafen sich Schweden, Deutsche, Finnen und Russen zum Kampf und Handel Friede von Nöteborg 1323 teilte Karelien in West (römisch, deutsch, katholisch, schwedisch) und Ost (slavisch, byzantisch, orthodox, russisch) Wiborg in der Deutschen Hanse Wiborg war von Anfang an eine multikulturelle Stadt 89 WĂ€hrend der Schwedischen Zeit, war die Amtsprache Schwedisch. Deutsch auch weit verbreitet, da sowohl Ratsherr als auch BĂŒrgermeister deutsch waren Russisch verbreitet auf Grund von Handel Finnisch als Sprache der Mehrheit (BĂŒrger, Bauern) Austausch der Sprachen um in allen (Lebens-)Bereichen teilnehmen zu können âIf a Finnish speaker wanted to engage in foreign trade, German was a precondition and knowledge of Russian was in all likelihood an advantageâ 90 Schwedisch, Deutsch, Russisch als eindeutige MinoritĂ€t gegenĂŒber dem Finnischen, Finnisch als quasi lokale lingua franca ebenso Kenntnisse in Latein fĂŒr den Schulunterricht 91 Wiborg kapitulierte 1710 den Russen Der Rest Finnlands blieb bis 1809 teil Schwedens Viborg als âseat of governmentâ fĂŒr die eingenommene Region, Deutsch wĂŒrde zur offiziellen Sprache 92 Deutsch und Russisch als Sprache der höheren Bildung, Unterricht in Schwedisch war verboten Russisch wurde immer populĂ€rer, Deutsch als BrĂŒcke zwischen Russland und der Stadt, Schwedisch als die Sprache der Feinde, wurde nur noch Zuhause und in der Kirche genutzt, Kontakt zu Schweden wurde schwĂ€cher und somit auch die Sprache 93 âSwedish os for the most part badly spoken, the vocabulary is mixed with that of many other languages, especially German, and that not only the vocabulary but also the pronunciation and dialect differ very much from correct Swedishâ Bereits jetzt Unterscheidung zu riksvenska und finlandssvensk 94 Nach dem Krieg von 1808-1809 wird Finnland zum GroĂfĂŒrstentum innerhalb des Russischen Zarenreichs, schwedische Gesetzgebung galt jedoch weiterhin. Schwedisch blieb die Amtssprache Deutsch blieb nach wie vor wichtig 95 Anzahl der schwedischsprachigen Menschen wechselte stetig Deutsch wurde eher von den höheren sozialen Schichten gesprochen, schwedisch durchmischt, Finnisch von den BĂŒrgern 96 1917: UnabhĂ€ngigkeit Finnlands Finnisch und Schwedisch werden die offiziellen Sprachen Wiborg wurde eine Stadt mit finnischsprechenden, schwedischsprechenden Menschen und einer deutschen sowie russischen Minderheit Multilingualism in den verschiedenen Generationen Wiborgs 97 âA city does not constitute a closed milieu; the language variety of a city is influenced by the expressions of people who move in from other areas to live in the city for a longer or shorter period of time [âŠ] A city has pronounced social differences, which mean that the language or languages vary according to the speakerâs social position and activity.â Die Sprachen beeinflussten sich gegenseitig, einzelne Lehnwörter in den Sprachen 98f. schwedische Wörter in Wiborg: 12%, Jugendsprache deutsche Wörter: 12%, viele Sprichwörter, Witze 99f. finnische Wörter: 19%, âKĂŒchenfinnischâ, Begriffe rund ums Haus 100f. russische Wörter: 57% die meisten Wiborger hatten aber keinen klassischen Russischunterricht, keine FĂ€higkeit ĂŒber kyrillische Schrift, viele verschiedene Themenbereiche, Arbeit 103 âEin echter Wiburger geht auf allen Vierenâ âOne started a conversation in one language but was all the time prepared to use another language by either switching to or borrowing words from another language. Apparently there was no language puritanism or performance anxietyâ âPolitical power and economic benefit can provide a language minority with the opportunity not only to survive but also to rise in a polyglot environmentâ




