#swrsmd16 - ganz viel Austausch, Videos, Virtual Reality und Geschwindigkeit
Einmal im Jahr ist beim SWR Social-Media-Day. Was mal als kleines Treffen von ein paar onlinebegeisterten Kollegen begonnen hat, ist inzwischen ein kompletter Tag vollgepackt mit VortrÀgen, GesprÀchen und Ausprobieren. In diesem Jahr waren auch Kollegen vom ZDF, von Zeitungen und regionalen Online-Portalen mit dabei. Ein kleines Fazit vom #swrsmd16 in Mainz:
Diskussionen ĂŒbers Weiterentwickeln und Neu-Denken von Journalismus werfen auch immer die Frage auf: Was machen die groĂen Sozialen Netzwerke. Isabelle Sonnenfeld vom âGoogle News Labâ und Guido BĂŒlow von Facebook haben darauf die Antwort geliefert: Journalismus muss schneller werden â was die Ladezeiten angeht! Vor allem mobil, denn:
40 % der Nutzer verlassen die Webseite, wenn sie nach 3 Sekunden nicht geladen ist, sagt @isasun vom @googlenewslab #swrsmd16 #swrsmd
â Stephan Ebmeyer (@sebmeyer)
5. April 2016
Die Lösung von Google lautet âAccelarated Mobile Pagesâ (AMP), die von Facebook âInstant Articlesâ. Beides setzt auf dasselbe Prinzip: Wer den Inhalt hat, stellt ihn direkt bei Facebook oder Google ein und nicht auf die langsam ladende eigene Homepage. Im Gegenzug gibtâs extrem kurze Ladezeiten, bei Facebook im Schnitt innerhalb von einer halben Sekunde. Bisher hat Facebook die Schnellladeseiten nur mit einigen Partnern ausprobiert (in Deutschland u.a. Bild, Welt, Spiegel Online und Tagesschau), am 12. April 2016 soll die Funktion dann fĂŒr alle Medienunternehmen freigeschaltet werden.
Die âInstant Articlesâ haben schon zu vielen Diskussionen gefĂŒhrt, von der âPrivatisierung der Meinungsfreiheitâ war die Rede und davon, dass Medienunternehmen sich komplett abhĂ€ngig machen von Plattformen wie Facebook und Google. Guido BĂŒlow von Facebook hat beim #swrsmd16 allerdings mit ein paar Mythen aufgerĂ€umt: es gehen den Medien keine Klicks oder Informationen ĂŒber Nutzer verloren, sagt er. Auch keine Werbeeinnahmen. Aktualisierungen der Artikel wĂŒrden ebenfalls schnell ĂŒbernommen, weil Facebook alle drei Sekunden automatisch abfrage, ob sich etwas geĂ€ndert habe. Und: Nein, wer keine âInstant Articlesâ nutzen wolle, der werde von Facebook nicht bestraft:
FB strafe Instant-Articles-Verweigerer nicht ab. Diese werden laut @guidobuelow aber um 15 bis 30 % besser geteilt als Linkposts. #swrsmd16
â Hanna Lauwitz (@HannaMariaRosa)
5. April 2016
Ăngste von Publishern genommen "Traffic geht nicht flöten", sagt @guidobuelow zu Facebook Instant Articles #swrsmd16 pic.twitter.com/BJwTsHOL3T
â Corina Bohner (@BohnerCorina)
5. April 2016
Google hat neben Geschwindigkeit auch zwei weitere Dinge fĂŒr Medien zu bieten: Geld und unendlich viele Recherchemöglichkeiten. Beim âGoogle News Labâ gibt es einige der wichtigsten Tools inkl. ErklĂ€rvideos. Da wĂ€ren z.B. der SprachenĂŒbersetzer Translate, die Funktion âMy Mapsâ, mit der Medien eigene Online-Karten bauen können, oder die Analyse-Funktion âGoogle Trendsâ. Sie liefert einen Echtzeit-Einblick in die Google-Suche, z.B., wer was wo auf der Welt zu den âPanama Papersâ gesucht hat. (Mehr zu den Google-Tools fĂŒr Journalisten hat Stephan Ebmeyer hier aufgeschrieben.)
Weitere Erkenntnis: Video boomt im Netz, nicht nur auf YouTube. Facebook setzt vor allem auf Live-Ăbertragungen direkt in den Newsfeed â Ă€hnlich wie Twitter mit der App Periscope. Und: Wer ein Live-Video zu bieten hat, wird von Facebook bevorzugt, sagt Guido BĂŒlow. Logisch, denn: âNur wenn Live auch live ist, ist es fĂŒr den Nutzer sinnvoll.â
Und Audios? Wann kann Google auch gesprochenen Text z.B. von RadiobeitrÀgen durchsuchen? Isabelle Sonnenfeld von Google verspricht, mal nachzufragen.
"Wann kann die Google Suche #Audios durchsuchen?" Die Frage von @kollege schreibt sich @isasun auf. Alle gespannt auf die Antwort. #swrsmd16
â Schmid-Johannsen (@schmdjhnnsn)
5. April 2016
AuĂerdem sagt Guido BĂŒlow, dass die Tagesschau in ihren âInstant Articlesâ auch Audios einbaut â als eines von wenigen Medienunternehmen weltweit:
"Als einer der wenigen Publisher weltweit nutzt @tagesschau #Audio in den Instant Articles". #Facebook #swrsmd16 pic.twitter.com/B3Bi0zAuL2
â Marc Krueger (@kollege)
5. April 2016
Kurz angesprochen wird auch âConversational Journalismâ, also die Möglichkeit fĂŒr Medien, direkt mit Nutzern via WhatsApp oder Facebook Messenger zu kommunizieren. Die US-Website Quartz hat fĂŒr iPhones eine spannende App auf den Markt geworfen, Bild durfte den Facebook Messenger fĂŒr ein FuĂball-Experiment testen. Die Fluggesellschaft KLM nutzt den Messenger seit kurzem, um Kundenfragen direkt zu beantworten. Kommt da noch was? âMöglicherweiseâ, sagt Guido BĂŒlow. âMan kann das ja mal im Auge behalten.â
Weiteres Boom-Thema: Virtual Reality. SpĂ€testens mit dem Start der neuen Brillen von Oculus oder der Gear VR von Samsung ist das Thema auf der Agenda. Virtual Reality schafft fĂŒr den Journalismus völlig neue Möglichkeiten und ErzĂ€hlformen, gibt fĂŒr den Nutzer auĂerdem faszinierende Einblicke. Dennoch sagen Andreas Böhmer und Holger Höbermann vom SWR: Einfach ein 360-Grad-Bild statt eines normalen Fotos zu knipsen, ist nicht Sinn der Sache. Es mĂŒsse einen Mehrwert geben:
#swrsmd16: Virtual Reality & 360-Grad: unbedingt, auch im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk, sagt @boehmerak. Aber: pic.twitter.com/WYC1I3MbGN
â Marc Krueger (@kollege) 5. April 2016
Lokale Medien-Start-ups⊠gibtâs das noch? Ja. In Mainz! Manuel Conrad ist Betriebswirt und hatte eine Idee, Journalismus völlig neu zu denken: vom Nutzer her. âDas hat den Journalisten am Anfang gar nicht so gefallen, dass ich kein Journalist binâ, sagt er. Trotzdem hat er die lokale News-Seite Merkurist gegrĂŒndet, zunĂ€chst in Mainz, jetzt gibt es einen Ableger in Wiesbaden, demnĂ€chst soll Frankfurt folgen. Das Konzept heiĂt: Social Journalism.
Das Besondere: Jeder kann Merkurist auf ein Thema aufmerksam machen (einen âSnipâ sehen), z.B. zur Baustelle vor dem Haus oder EinbrĂŒchen in der Stadt - andere Nutzer können Infos oder Fotos ergĂ€nzen. Journalisten können sich dafĂŒr bewerben, das Thema umzusetzen. Die Redaktion entscheidet. Nutzer bewerten dann wiederum mit einem Klick, wie sie den fertigen Artikel finden (âO-haâ). Je höher der Wert, desto besser â auch fĂŒr den Journalisten. Denn der wird (auch) danach bezahlt, wie gut das Thema ankommt. AuĂerdem: Nicht die Redaktion, sondern ein Algorithmus entscheidet, welches Thema wo auf der Homepage angezeigt wird. FĂŒr all das hat Manuel Conrad extra ein eigenes Content-Management-System programmieren lassen.
#swrsmd16: Klassischer Journalismus vs. Social Journalism, wie @Merkurist_Mainz es macht. Unterschied: Feedback! pic.twitter.com/pgeV0Qt1ET
â Marc Krueger (@kollege)
5. April 2016
Und was macht der SWR? Beim #swrsmd16 gabâs einen Einblick in einzelne Projekte und Initiativen zu WhatsApp, Snapchat und YouTube:
Das SWR-Kindernetz hat ein Experiment gestartet, bei der Fans der Serie âTiere bis unters Dachâ zu bestimmten Ereignissen exklusive Zusatzinfos, Bilder und kurze Videos bekommen konnten. Zielgruppe: ab 12 Jahre. âHat gut funktioniertâ, sagt Jenny Weber-ReiĂ vom Kindernetz. Ergebnis: mehr Zugriffe auf die Homepage, mehr Interaktion, aber auch viele Nachrichten, Anrufe, Fragen. âDas kostet viel Zeitâ. AuĂerdem sei WhatsApp eigentlich nicht fĂŒr die Kommunikation mit so vielen ausgelegt.
Snapchat
Katharina KrĂŒger und Jost Langheinrich haben fĂŒr die SWR-Nachrichten in Baden-Baden getestet, ob Nachrichten bei Snapchat funktionieren und was man beachten sollte. Herausgekommen ist ein sehr spannender Werkstattbericht: beimfunk.tumblr.com.
.@jlanghei und ich haben News fĂŒr Snapchat getestet und stellen sie heute beim #swrsmd16 in Mainz vor https://t.co/aee8UoU1VC @SWRpresse
â Katharina Krueger (@newsbykatriona)
5. April 2016
YouTube
Alina Schröder und Stephan Ebmeyer haben ihre Videoprojekte âAlina, die Liebe und der Sexâ (DasDing) und #kurzerklĂ€rt fĂŒr ARD-Aktuell vorgestellt. Beide haben Ă€hnliche Erfahrungen gemacht: Ein Video fĂŒr alle Plattformen funktioniert nicht, jede muss einzeln bespielt werden. AuĂerdem gibt es viele Kommentare und RĂŒckmeldungen von Nutzern â auch das braucht Zeit und einen professionellen Umgang. Mehr von #kurzerklĂ€rt gibt es in der Mediathek. Alinas YouTube-Kanal kann man hier abonnieren. Beides lohnt sich!
Alina, die Liebe und #kurzerklĂ€rt beim #swrsmd16 ĂŒber die Freiheit, online zu senden @sebmeyer @tagesschau @DASDING pic.twitter.com/pjLVwOfurS
â Katharina Krueger (@newsbykatriona)
5. April 2016
Ăbersicht: Die Referenten beim #swrsmd16
Isabelle Sonnenfeld (âGoogle News Labâ): Twitter
Guido BĂŒlow (Facebook): Facebook, Twitter
Manuel Conrad (Merkurist): Twitter
Sarah KĂŒbler (HitchOn): Twitter
Katharina KrĂŒger (SWR): Twitter
Jost Langheinrich (SWR): Twitter
Stephan Ebmeyer (SWR): Twitter
Alina Schröder (SWR): YouTube
Jenny Weber-ReiĂ (SWR): Twitter
Andreas Böhmer (SWR): Twitter
Holger Höbermann (SWR): Twitter
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