3,3 Millionen Menschen haben vor zwei Jahren fĂŒr unsere selbstorganisierte EuropĂ€ische BĂŒrgerinitiative (EBI) gegen TTIP und CETA unterschrieben. Selbstorganisiert war sie, weil die EU-Kommission eine offizielle EBI zu dem Thema verboten hatte. Sie begrĂŒndete die Ablehnung damit, dass EBIs nicht gegen einen Rechtsakt gerichtet sein und nicht in laufende Verhandlungen eingreifen dĂŒrfen. Na super, dann könnten wir die EBI als Instrument ja gleich begraben, dachten wir uns. Das wollten wir nicht hinnehmen und haben deshalb gegen die Entscheidung der Kommission geklagt.Â
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Und nun haben wir vor dem EuGH Recht bekommen â in allen Punkten! Dieser Sieg ist von groĂer Tragweite! Denn das Urteil des EuGH war eine Entscheidung ĂŒber GrundsĂ€tze. Damit hat der EuGH die Strategie der EU-Kommission durchkreuzt, die BĂŒrger/innen bei der Entwicklung internationaler VertrĂ€ge auĂen vor zu halten! SelbstverstĂ€ndlich kann eine EBI dann auch darauf ausgerichtet sein, PlĂ€ne der EU-Kommission zu verhindern. Und sie muss kritische Debatten rechtzeitig anstoĂen können, also auch bevor ein Abkommen wie TTIP fertig verhandelt oder gar schon ratifiziert ist.
Das Urteil stĂ€rkt die EBI als zentrales Instrument der partizipativen Demokratie und ist eine schallende Ohrfeige fĂŒr die EU-Kommission!
Wir, als Vertreter/innen der europĂ€ischen Zivilgesellschaft, schöpfen aus dieser Entscheidung neuen Mut. Wir haben CETA zumindest einige Spitzen genommen und TTIP (vorerst) vom Spielfeld verwiesen. Jetzt haben wir auch den Stellenwert demokratischer Beteiligung gestĂ€rkt. Das wĂ€re ohne uns nicht möglich gewesen. FĂŒr Mehr Demokratie ist dieser RĂŒckenwind vom höchsten Gericht ein umso gröĂerer Ansporn, unsere Arbeit mit voller Kraft voranzutreiben.
So erfreulich das Urteil auch ist, fĂŒr die EBI "Stop TTIP" kommt die Entscheidung des EuGH viel zu spĂ€t. ZukĂŒnftig braucht es kĂŒrzere Fristen, damit Initiativen nicht ins Leere laufen. Die Gelegenheit zu dieser und weiteren Neuregelungen könnte sich schon bald bieten. Der Vize-PrĂ€sident der EU-Kommission Frans Timmermans hat im April angekĂŒndigt, die EBI zu einem bĂŒrgerfreundlichen und lebendigen Instrument umzugestalten. Wir werden die versprochene Reform der EBI mit konstruktiven VorschlĂ€gen fĂŒr eine leichtere Anwendung begleiten.
Aber auch im Kampf gegen die Freihandelsabkommen geben wir nicht auf. Wir werden das Hauptsacheverfahren gegen CETA vor dem Bundesverfassungsgericht mit guten Erfolgschancen zu Ende bringen und wir werden unsere Schwesterorganisation in den Niederlanden dabei unterstĂŒtzen, einen Volksentscheid gegen CETA auf die Beine zu stellen. Wir nutzen weiterhin alle demokratischen Wege, um diese Abkommen zu stoppen. DafĂŒr brauchen wir auch Ihre UnterstĂŒtzung.
Hier sind Hintergrundmaterialien