Bonn September 2019
umsonst und draußen
Stereogold

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Das Pack, Rogers, Stereogold: Kesselhaus - Wiesbaden; Donnerstag 15.09.2016
Donnerstagabend 19 Uhr, Das Pack, Rogers und Stereogold stehen auf dem Vorplatz des Schlachthof Wiesbadens. Bewaffnet mit Akustikgitarren und Akkordeon spielen die beiden Headliner Bands gemeinsam abwechselnd ihre Songs. Die bereits anwesenden 50 Leute schaukeln im Takt hin und her. Mit „Weils geils“ wird direkt zu Beginn dieses außergewöhnliche Akustik-Open-Air-Konzert beschrieben. Provokant hören wir von Das Pack die Zeile „Ihr seid alle scheiße“ und bekommen im Stil der Band die wunderbaren Vorurteile erklärt. Nach 3 Songs der Rogers, die mir mit besonders rauer aber toller Stimme in Erinnerung bleiben, geben Stereogold noch einen Song zum Besten.
Um 19:40 Uhr beginnen dann Stereogold mit ihrer Indie-Rock-Chillout-Show. Die jungen Kölner laden mit ihrer Melancholie zum Nachdenken und mitfühlen ein und trotzdem ist die Musik von vielen Gitarrenriffs und tanzbaren Melodien untermalt. Tolle Musiker die viel Spaß an ihrer Show haben und mit ihrer ehrlichen Art vermutlich jeden irgendwo tief im Herzen getroffen haben. Unbedingt anhören!
Mit großen Erwartungen auf ein Konzert mit viel verrücktem Humor und Musik, die mit Power präsentiert wird, warte ich auf Das Pack. Gegen 20:30 kommen sie dann auf die Bühne. Das Konzert ist sogar für Bandverhältnisse sehr extrem mit „Scheißelabern“ gefüllt. Die Hälfte der Auftrittszeit ist Pensen mit Pausen machen und komischen – für mich leider unlustigen – Geschichten erzählen beschäftigt. Zum Beispiel sollen wir uns die Situation vorstellen, wie er für seine Freundin einen Bananenshake machen möchte. Als Hilfsmittel bringt er einen Holzhobel mit. Die Zutaten für den Shake fehlen. Sollte seine Freundin nicht trotzdem wertschätzen, dass er vorhatte ihr einen Gefallen zu tun, nur leider falsch mitgedacht hat? So und so ähnliche Geschichten, deren Zusammenhang auch teilweise nicht in folgenden Songs zu erkennen ist, überlagern die an sich guten Songs der Band.
Seit Tagen habe ich bereits einen Ohrwurm von „Pferdeapfel“. Normal hilft es das Lied einmal am Stück live zu hören, um diesen wieder loszuwerden. Nur schade das Pensen so verpeilt ist, dass er den Text vergisst, neuen Text textet und sich des Öfteren verspielt. Mein Ohrwurm wird dadurch nur gefördert.
Das Kesselhaus ist leider nicht komplett gefüllt und auch die Stimmung ist eher zurückhaltend. Einen lustigen Abend hatte die Band aber bestimmt! Das Akustik-Set bleibt auf jeden Fall das Highlight.