10. Juli 2026
Meine GerÀte sind europÀischer als gedacht
Auf dem Weg in den Sommerurlaub in Frankreich machen wir fĂŒr eine Nacht Zwischenhalt in der belgischen Stadt BrĂŒgge.
Dort möchte unsere Tochter, bevor wir uns die Innenstadt anschauen, nochmal kurz ihr Smartphone etwas aufladen. Doch die Steckdosen sehen anders aus als bei uns in Deutschland. Sie haben keinen Schutzkontakt an beiden Seiten der Steckdose, sondern es ragt ein einzelner Nupsi oben mittig aus der Dose in den Raum hinein.
Sie traut sich nicht, ihr LadegerĂ€t dort hineinzustecken. Ich denke mir: âNaja, die Belgier werden nicht so verrĂŒckt sein, etwas GefĂ€hrliches einfach so offen zugĂ€nglich zu machen,â und stecke ihr LadegerĂ€t am Nupsi vorbei in die Steckdose. Das Smartphone wird geladen, immerhin.
Das hatte ich nicht bedacht. FĂŒr die SmartphoneladegerĂ€te ist dieser Nupsi offensichtlich zu vernachlĂ€ssigen, beim Schuko-Stecker des Netzteils meines Notebooks und auch bei der extra eingepackten Dreifachverteilersteckdose steht das Ding aber eindeutig im Weg. Auf die 3er-Steckdose könnte ich verzichten, aber das Notebook hatte ich mir extra fĂŒr den Urlaub zugelegt, das dann nicht nutzen zu können, wĂ€re schon Ă€rgerlich.
FĂŒr eine Nacht in Belgien werde ich das Netzteil fĂŒr das Notebook noch nicht brauchen, durchaus aber in Frankreich, wo wir eine ganze Woche verbringen möchten. Unsere Tochter hat nach kurzer Internetrecherche leider schlechte Nachrichten fĂŒr mich: In Frankreich benutzen sie dasselbe Steckdosensystem.
Ich mache mir leichte Sorgen und beginne zu grĂŒbeln: Wo bekomme ich da wohl einen entsprechenden Adapter her? Wie heiĂt sowas auf Englisch, geschweige denn auf Französisch (was ich nicht spreche)? GĂ€be es sowas bei uns eigentlich im MediaMarkt? Oder bei der Touristen-Info? Ich war noch nie in Frankreich und weiĂ daher nicht, wie groĂ das Problem werden könnte, bin aber irgendwie recht zuversichtlich, dass sich das sich schon lösen lassen wird, und denke nicht lĂ€nger darĂŒber nach.
Wieder zurĂŒck aus der Innenstadt, fĂ€llt mein Blick auf den Stecker des DampfglĂ€tters, den ich als BĂŒgeleisenersatz auf Reisen, bei denen ich gelegentlich ein Oberhemd tragen möchte, in meinen Koffer gesteckt habe. Und stelle fest: Da ist ein Loch im Stecker, mit einem nach auĂen gefĂŒhrten Metallkontakt. Genau dort, wo der Nupsi hineinpasst.
Ich schöpfe Hoffnung und ĂŒberprĂŒfe den Stecker meines Notebooks. Auch der hat ein solches Loch, wer hĂ€tte es gedacht. Alles wird gut, der Urlaub ist auf jeden Fall gerettet, mit oder ohne Adapter.
âKlarâ, denke ich mir, âdas sind ja auch einigermaĂen moderne GerĂ€te, die auĂerdem fĂŒr Reisen prĂ€destiniert sind, natĂŒrlich denken die Hersteller da an sowasâ, und schaue zu guter Letzt auf den Stecker der mindestens 10 Jahre alten, handelsĂŒblichen 3er-Steckdose aus dem heimischen Baumarkt.
Und sogar dieser Stecker hat ein solches Loch eine solche belgisch/französische Schutzkontaktvorrichtung, die ich wahrscheinlich schon hundert Mal an allen möglichen GerÀten gesehen, aber nie wahrgenommen habe.
(Lars Reineke)















