Im Zusammenhang mit den Flüchtlingen an der griechisch-türkischen Grenze müssen nicht nur Politiker vorsichtiger mit der Sprache umgehen, meint Uwe Lueb. Zu leicht entstehen sonst falsche Bilder im Kopf - gewollt oder ungewollt.
seen from China
seen from China
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from Italy
seen from United States

seen from Georgia
seen from China

seen from Italy
seen from Macao SAR China

seen from Maldives
seen from China

seen from Vietnam
seen from Germany

seen from United States
seen from United States

seen from Sweden

seen from Argentina

seen from Sweden
Im Zusammenhang mit den Flüchtlingen an der griechisch-türkischen Grenze müssen nicht nur Politiker vorsichtiger mit der Sprache umgehen, meint Uwe Lueb. Zu leicht entstehen sonst falsche Bilder im Kopf - gewollt oder ungewollt.

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming
Es dürfte die wenigsten Leser_innen hier überraschen, aber ich bin keine große Freundin von Sprachpendant_innen. Menschen, die sich über andere Leute lustig machen, nur weil diese nicht immerzu die…
Ich habe letztens im Zug mit angehört, wie sich jemand über einen angeblich falschen Gebrauch des Verbs fahren aufgeregt hat. Dann habe ich mich darüber aufgeregt und einen Blogpost geschrieben.
Studierende, GärtnerInnen, Geflüchtete: Der Potsdamer Linguist Peter Eisenberg hält nichts von grammatischen Kunstformen, um die Genderneutralität zu erzwingen. So etwas zu verordnen, sei typisch für autoritäre Regimes, aber nicht für Demokratien, sagte er im DLF.
(Bin ich persönlich nicht mit einverstanden, aber vielleicht hat ja jemand noch mehr Input zu dieser Thematik.)
Mit Sicherheit ein Thema, über das sich lange streiten lässt. Wer mag, kann hier mitdiskutieren: http://www.linguisten.de/Thread-Gender-Genus-Sexus-und-der-ganze-Rest
Mysticism of Immanence: Lettrism, Sprachkritik, and the Immediate Message
Sprache, Pronomen und absurder Unfug
Ich frage mich bei solchen offenkundigen Absurditäten (von denen jeder weiß, das sie niemals in irgendeinen Sprachgebrauch eingehen werden, weil die Leute einfach nicht so bescheuert sind, wie die woken Genderideologen unterstellen), was die Intention derlei sprachlicher Verrenkungen ist oder sein soll.
Warum wird sowas gemacht?
Wem ist damit gedient?
Die vordergründige Auskunft, die Sprache solle irgendwie die Diversität der geschlechtlichen Identitäten widerspiegeln akzeptiere ich nicht. Das ist nämlich Unsinn in einer Sprache, die für genau diese sprachliche Inklusion das generische Maskulinum hat.
Bleibt also als Grund die Ideologieproduktion, die Moral, der bevormundende Frontalangriff zur Durchsetzung ideologisch erwünschter sprachlicher Verhaltensweisen.
Ja, Sprache verändert sich ständig. Aber sie wandelt sich, weil sich Menschen und ihre Umstände wandeln, weil neue Dinge erfunden werden oder neue Konzepte entstehen, die sich dann in der Sprache abbilden; NICHT, weil ideologische Sinn- und Sittenwächter es befehlen bzw. mit der Macht ihrer Hoheit über die offizielle Sprache durchdrücken.

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming
Das ist sprachlicher Schrott
Thomas Hummel, 14. Juni 2018, 15:01 Uhr
Die Distanz ist weg, die Qualität auch: Fußballberichterstattung ist laut Jürgen Roth nur noch Marktschreierei im Dienst der nationalen Sache. Jürgen Roth, 50, beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Sprache rund um den Fußball. Der Schriftsteller aus Frankfurt hat mehrere Bücher dazu geschrieben, das aktuelle heißt "Nie mehr Fußball!" und ist in großen Teilen eine Abrechnung mit dem Medienbetrieb.
Herr Roth, mehr als vier Wochen Fußball-WM stehen an. Teilweise drei Spiele am Tag, Berichterstattung fast rund um die Uhr.
Mich schaudert.
So schlimm? Wovor graut es Ihnen denn so?
Wir bekommen wieder ein riesiges Ausmaß an Anschleimeritis vorgesetzt. Es gibt so etwas wie Sport-Journalismus im Fernsehen nicht mehr. Den hat es mal gegeben. ZDF-Reporter Harry Valerien hat sich bei der WM 1982 erdreistet, Paul Breitner zu sagen, so könne man nicht mit Journalisten umgehen. Breitner müsse sich auch Kritik gefallen lassen.
Heute gibt es keine Kritik mehr.
Als Mehmet Scholl 2012 während der EM zu dem wunderbaren Bild griff, er sorge sich darum, ob man Mario Gomez mal wenden müsse, weil er sich sonst wundlege, war die Entrüstung groß.
Das ist grotesk.
Was heute im Fernsehen verlangt wird, ist ein Gefolgschafts-Journalismus, ein Jubelpersertum, das sich in den Dienst der Sache, also der Mannschaft stellt.
Denn das sind ja "Wir".
Es ist das große "Wir", das über allem schwebt. Es wird auf alles eine große, grelle Sprachtapete geklebt, um Fußball und Sport allgemein als nationalistisch bewegendes Ereignis zu inszenieren.
Das klingt sehr nach: Früher war alles besser.
Teilweise gab es das früher auch schon.
Ich erinnere an Klaus Angermann vom ZDF, der beim Radfahren außer Rand und Band geriet.
imago/Team 2
Wie sähe die Alternative aus, die Ihnen vorschwebt?
Das Fußballspiel, das sich am allertiefsten in mein Herz gegraben hat, war das Halbfinale 1982 Deutschland gegen Frankreich. Mit dem Schumacher-Foul gegen Battiston. Da kommentierte Rolf Kramer. Was war das für ein Reporter-Stil! Eine ungeheure Zurückhaltung, eine Dezenz.
Die Rudi-Michel-Schule.
Die Vermeidung jeglicher Erregung, Übersteigerung, Aufstachelungs-Rhetorik. Eine bewusste Unterkühlung. Das waren Grandseigneurs.
Das nennt man wohl: alte Schule.
Vor drei Jahren habe ich einen Vortrag vor den Kommentatoren und Field-Reportern bei Sky gehalten. Darin habe ich eine Sequenz aus dem Finale gegen England 1966 im O-Ton vorgespielt.
Rudi Michel kommentierte.
Helmut Haller schießt das 1:0 und Michel sagt: "Haller. Tor." Dann lässt er die Kulisse 36 Sekunden lang stehen. Dann sagt Michel: "Haller -- mehr muss ich ja nicht sagen."
Wie reagierten die Reporter darauf?
Nicht alle waren begeistert.
Aber Fritz von Thurn und Taxis, den ich sehr schätze, kam zu mir und sagte: "Ich hatte vergessen, so könnte man es auch machen."
Und: Könnte man das heute noch so machen?
Warum denn nicht?
In der Auslassung kann ein Gewinn liegen. Weil man damit zeigt, dass das Ereignis größer ist als die Worte, mit denen man es beschreiben möchte. Der Sport ist immer größer als das, was über ihn erzählt wird.
Deshalb gibt es auch keine vernünftigen Fußballfilme. Weil das Spiel größer ist als jede künstlerische Bearbeitung. Heutzutage verstehen sich Kommentatoren wie Wolff-Christoph Fuss als Dramaturgen einer Sache, mit der sie nichts zu tun haben.
Sie sollten diese Sache lieber zur Geltung kommen lassen.
Gibt es für diesen Stil aktuelle Beispiele?
Nach dem 7:1 gegen Brasilien ist ZDF-Mann Béla Réthy sehr dafür gescholten worden, dass er während des Spiels fast nichts gesagt hat. Ich empfand das als Glanzleistung, vollkommen angemessen.
Die Qualität von Fußball-Kommentatoren besteht darin, in der Dezenz das Spiel atmen zu lassen.
Da dürfte Ihnen der neueste Trend nicht gefallen: Bei Olympia grölten und jubelten Eishockey-Kommentator Gerhard Leinauer und Experte Patrick Ehelechner von Eurosport bei den deutschen Spielen wie die Leute in der Fankurve.
Die beiden sind ja nicht mal mehr Cheerleader.
Cheerleader reflektieren wenigstens, was sie tun. Das ist völlig entfesselte Ekstase, im Sinne der nationalen Erregung.
Das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun.
Wenn man Zuschauer befragt, sagen nicht wenige: Das find ich gut. Endlich mal jemand, der emotional wird.
Sportübertragungen sind heute Gottesdienste. Es geht nicht mehr um Berichterstattung, sondern um Ereignisgestaltung. Und dabei muss jeder auf sich aufmerksam machen.
Früher hieß es einmal: Wer schreit, hat unrecht. Heute gilt: Wer schreit, hat recht.
Das ist der Kulturbruch.
Wann hat der eingesetzt?
Als das Privatfernsehen in den Neunzigerjahren die Fußballrechte gekauft hat, wurde erstmals die Trennung zwischen Journalismus und Ereignis aufgehoben.
Da begann die zutiefst korrupte Komplizenschaft zwischen beidem. Und mündete in ein brutales Vermarktungsdenken, das es einem Sportkommentator fast unmöglich macht, eine Nicht-Marktschreier-Haltung einzunehmen.
Er ist der Verkäufer.
Lies mehr
Deutsch auf Bewährung
Jörg Häntzschel, 27. Juli 2018, 18:53 Uhr
Mesut Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft und die gehässigen Reaktionen hätten Deutschlands Entwicklung hin zu Offenheit und Toleranz um Jahre zurückgeworfen, hieß es in den vergangenen Tagen.
Liest man aber die Berichte von Rassismus und Diskriminierung, die Einwanderer seit zwei Tagen unter dem Hashtag "Me Two" im Netz schreiben, muss man dankbar sein für das, was passiert ist.
Immerhin ist jetzt klar, dass das Einwanderungsland Deutschland weder ein zeitgemäßes Konzept von Einwanderung noch eines vom Deutschsein hat.
Ist von Einwanderung die Rede, fällt sofort der "Wir schaffen das"-Satz. Doch es ist ein anderes Merkel-Wort, das es verdient hätte, Geschichte zu machen: "Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt."
Sie sagte das 2017 und sprach damit AfD und Pegida das Recht ab, im Namen des Volkes Hass zu verbreiten. Und doch ist nicht vorstellbar, dass der Satz nicht auch als verdeckte Anregung zu einer überfälligen Debatte um deutsche Einwanderung verstanden werden sollte.
Als in den Sechzigerjahren die Züge mit den "Gastarbeitern" in Dortmund und Gelsenkirchen einfuhren, waren die Verhältnisse noch klar: Die Italiener und Türken brauchten Jobs, die deutschen Firmen Arbeitskräfte. So hart ihr Leben war, so furchtbar der Rassismus, so erwünscht durften sie sich einen Moment lang fühlen. Seitdem wurde es besser, aber auch immer komplizierter. Und obwohl ihre Kinder und Kindeskinder heute auch Anwälte, Filmemacher oder Bundestagsabgeordnete sind - oder eben Fußballstars - hat sich eines nicht verändert.
Deutschland hat keine Vorstellung vom Deutschsein, das nicht ethnisch definiert ist. Die gängige Definition der Zugehörigkeit zur Nation hinkt damit sogar der rechtlichen um Jahrzehnte hinterher.
Özil ist das beste Beispiel dafür.
1988 in Gelsenkirchen geboren worden zu sein genügt zwar, um einen deutschen Pass zu besitzen und in der Nationalmannschaft zu spielen. Doch es bewahrt einen nicht davor, auf alle Ewigkeit als "Deutschtürke" bezeichnet und als falscher Deutscher ausgepfiffen zu werden. So verdammenswert das Foto mit Recep Tayyip Erdoğan war -- daran, dass in Özils Brust "zwei Herzen" schlagen, ist Deutschland mitschuldig.
Am deutlichsten ist das an der verzweifelten Suche nach Begriffen zu erkennen, in die man die Einwanderung zu fassen versuchte. Erst wurden "Gastarbeiter" und "Fremdarbeiter" durch das weniger ausbeuterische klingende "Ausländer" abgelöst. Doch damit war die Einwanderung begrifflich genau dort angesiedelt, wo die Ressentiments gegen das Fremde sitzen.
Alle Versuche, das Wort positiv zu drehen, mussten scheitern.
Der Slogan "Mein Freund ist Ausländer", 1992 auf Bundesligatrikots gedruckt, machte damals klar, dass die Umarmung des Fremden noch nicht denkbar war, ohne das Trennende zu bekräftigen. Selbst mit dem Spruch "Alle Menschen sind Ausländer. Fast überall." gelang es nicht, dem Dualismus von fremd und heimisch zu entkommen.
Und auch die Klage über Fremdenfeindlichkeit hinterfragt nicht das Konzept von Fremdheit. Eine Weile lang ließ man sich herab, von "ausländischen Mitbürgern" zu sprechen. Doch der Schwindel war offensichtlich, denn Bürger durften viele von ihnen ja gerade nicht werden.
Die vorläufig letzte Etappe dieser Begriffsgeschichte markiert der "Mensch mit Migrationshintergrund", der sich als vermeintlich nicht-diskriminierender Ersatz für das juristisch weiterhin verwendete "Ausländer" durchgesetzt hat. Doch auch hier gibt es einen Haken. Zum einen verschattet und problematisiert der Begriff jede Form der Einwanderung, auch die des für drei Jahre in Deutschland arbeitenden Microsoft-Managers, durch die tristen Bilder von Flucht und Entbehrung, die er aufruft.
Zum anderen verzerrt er die Statistiken, weil er alle zu "Migranten" erklärt, die nur einen nicht-deutschen Elternteil haben.
Nehmen wir die Familie des Autors dieses Textes: italienische Frau, zwei Kinder, von denen eines in München, eines in New York geboren wurde.
Welchem biopolitischen Zweck dient es, dass drei dieser vier als Personen mit Migrationshintergrund gelten?
Es gibt viele Kinder kürzlich eingewanderter Menschen, die es schwer haben und die jede Hilfe verdienen. Doch einem Großteil der 55 Prozent Münchner Kinder mit Migrationshintergrund geht es bestens. Warum wird es heute für sinnvoll und wichtig gehalten, derart obsessiv und über Generationen hinweg echte und falsche, reine und Halbdeutsche zu sortieren?
Es ist kein Zufall, dass der 2005 eingeführte "Migrationshintergrund" den Erleichterungen bei der Einbürgerung unmittelbar folgte: der doppelten Staatsbürgerschaft und der Ersetzung des ius sanguinis, das für die deutsche Nationalität eines Kindes die deutsche Nationalität der Eltern voraussetzt, durch eine liberalere Variante. Es genügt seitdem, dass ein Elternteil bei der Geburt seit acht Jahren in Deutschland wohnt.
Man erleichterte also die Einbürgerung, behielt aber den Outsider-Status als statistische und demografische Kategorie bei und erweiterte diese noch.
Nicht nur die erste, auch die zweite Generation verbringt ihr Leben mit "Migrationshintergrund" in der Statistik. Auch wenn damit keinerlei Diskriminierung verbunden ist, fragt man sich: wozu?
Den meisten Deutschen ist der "Migrationshintergrund" andererseits zu unspezifisch, sie erfinden laufend neue, immer differenziertere Begriffe: Deutschtürken und Kosovodeutsche, türkische Einwanderer der zweiten Generation und Asylanten, Asylbewerber, Migranten und Geflüchtete, Geduldete und Anerkannte, und nicht zu vergessen: die Russlanddeutschen, die Spätaussiedler, die Vertriebenen.
Özil hat darüber schon 2012 geklagt: "Ich habe in meinem Leben mehr Zeit in Spanien als in der Türkei verbracht -- bin ich dann ein deutsch-türkischer Spanier oder ein spanischer Deutschtürke? Warum denken wir immer so in Grenzen?"
Aus den Ausländern, den unspezifisch Anderen, wurden also nicht Menschen, sondern lauter spezifisch Andere.
Das war oft nur gut gemeint.
Im "Mainstream der Minderheiten", nach der Idee der multikulturellen Gesellschaft der Neunzigerjahre, sprach man jeder Untergruppe das Recht auf ihre eigene Identität und Kultur zu. Man hielt es für ebenso diskriminierend, den anderen auf seine Fremdheit zu reduzieren wie diese zu ignorieren.
Danach ist es auch nicht antisemitisch, Maxim Biller als "deutsch-jüdischen Schriftsteller" zu bezeichnen.
Dennoch ist es merkwürdig, wie hartnäckig sich quer durch das ideologische Spektrum das Bedürfnis hält, jeden auf seine ethnische, religiöse und kulturelle Herkunft abzuklopfen. Es ist erst gestillt, wenn alle Abweichungen von der "biodeutschen", christlichen Norm benannt sind, die dabei als Standard angelegt wird.
Berufen sich die Einwanderer aber auf die Identität, die ihnen die Deutschen ständig aufdrängen, tragen sie also zum Beispiel als Musliminnen das Kopftuch, hält man ihnen mangelnde Integration vor.
Die Konsequenz daraus ist, dass die verächtlich "Passdeutschen" genannten, auch die der zweiten Generation, die Özils also, sich ihrer deutschen Staatsbürgerschaft täglich neu würdig erweisen müssen.
Die Sorge um ihre Integration dient als Rechtfertigung dafür, sie unter verschärfte Beobachtung zu stellen. Wie erfolgreich sind sie in der Schule? Welche Berufe ergreifen sie? Sie brauchen Unterstützung, aber sie brauchen auch Kontrolle. Man hat ihnen den deutschen Pass zugestanden, aber weil ihnen die deutschen Gene fehlen, droht immer ein Rückfall in die Verhaltensmuster der Herkunftsgesellschaften.
Was auch immer sie tun, es wird im Kontext ihrer Herkunft gesehen.
Lies mehr