Schnorren
Der moderne Spielplatz-Begleiter ist stets mit einer wohlpräparierten Wickeltasche ausgestattet. Darin, natürlich, Wickelutensilien – wehe, wenn der Feuchttücher-Vorrat nicht rechtzeitig erneuert worden ist. Und: Futter für das kleine Raubtier. Eine Banane als schneller Snack zwischen Schaukel und Rutsche. Ein Laugenbrötchen als solides Schmanckerl, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Ein paar Dinkelkekse (ohne Zucker!!1!), wenn Junior mal hingefallen ist. Ein mehr als ausreichendes Angebot für den nachmittäglichen Spielplatzbesuch. Das Kind ist anderer Meinung. Es verschmäht die angebotene Banane, zupft das Brötchen in kleine Stücke anstatt es sich in den Mund zu stopfen und die Kekse entlocken ihm nur ein müdes Lächeln. Enttäuscht wendet es sich ab und macht die Runde bei den übrigen Aufsichtspersonen. Maisflips, super! Blaubeeren, köstlich! Gummibärchen, yummi! Hemmungslos schnorrt sich das Kind von Tupperdose zu Tupperdose. Während ich beginne mich ob des Mini-Bettlers und des eigenen dürftigen Angebots zu schämen, kommen die ersten hungrigen Gestalten zu mir gewackelt. Banane, delikat! Laugebrötchenfetzen mit Sand, knusprig! Dinkelkekse, lecker! Beruhigt sehe ich die eigenen Vorräte schwinden. Auch Junior scheint satt geworden zu sein und buddelt fröhlich vor sich hin. Nochmal gut gegangen.

















